| # taz.de -- Römisches Straßennetz digital: Fast bis zu den Ossis | |
| > Bei Jupiter: Das digitale Kartenprojekt „Itiner-e“ zeigt das | |
| > Straßensystem des Römischen Reichs. Dort lernt man, dass nicht alle Wege | |
| > nach Rom führten. | |
| Bild: Die Via Stabiana im italienischen Pompeii | |
| Bis zu den Ossis haben sich die alten Römer dann doch nicht getraut. | |
| Trotzdem war ihr Straßennetz gewaltig. Wie gewaltig, zeigt ein [1][neues | |
| Projekt von mehreren Forscherinnen und Forschern]. Um das römische | |
| Straßennetz zu rekonstruieren, haben sie jahrelang Daten aus etwa 40 | |
| Ländern zusammengetragen. Es ist eine Art Google Maps für das alte Rom. Und | |
| für mich als Kartennerd damit ein größeres Fest, als Bacchus der Saufgott | |
| es je ausrichten könnte. | |
| Bislang wusste die Forschung, dass [2][das römische Straßennetz] riesig | |
| war. Mit knapp 300.000 Kilometern ist es sogar deutlich größer als bisher | |
| angenommen. Um das Jahr 117 reichte das Römische Reich über drei Kontinente | |
| und hatte mehr als 55 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. | |
| Damit das Reich regierbar blieb und man mit Prunkbauten flexen konnte, | |
| waren die Römerstraßen essenziell. Sie reichten vom Atlantik bis zum | |
| Schwarzen Meer; Ideen, Rohstoffe und Soldaten konnten so recht schnell von | |
| A nach B gelangen. Sogar bis heute orientieren sich die | |
| Bundesverkehrsminister an den alten Römerstraßen. | |
| Die wunderschöne Bundesstraße B51 und die A1 zwischen Trier und Köln folgen | |
| teilweise dem Verlauf der Via Agrippa, damals aber noch mit Tempolimit. Die | |
| Karte zeigt, wie weit sich die Römer vorwagten. In Süddeutschland bis zur | |
| Donau, bis auf ein paar widerspenstige Gallierdörfer durch ganz Frankreich | |
| und sogar bis zum Euphrat. | |
| ## Genauer Straßenverlauf trotzdem weitgehend unklar | |
| Wie hat die Forschung herausgefunden, wo die Römerstraßen vor 2.000 Jahren | |
| verliefen? Dazu wälzte sie Fachliteratur und identifizierte Straßen mittels | |
| historischer Quellen und der Archäologie. Auch Landschaftsformen und Flüsse | |
| halfen bei der Arbeit. Um den Verlauf der Straßen zu rekonstruieren, | |
| analysierte sie Satellitenbilder und goss die Daten schließlich in die | |
| interaktive Karte. | |
| Trotz der neuen Daten ist der genaue Verlauf bei etwa 90 Prozent der | |
| Straßen immer noch unklar. Wirklich sicher ist sich die Forschung nur bei | |
| circa drei Prozent. In [3][abgelegenen Gebieten wie Germanien] scheint die | |
| Rekonstruktion besonders schwierig. Dort führten offenbar doch nicht alle | |
| Wege nach Rom, sondern in den nächstgelegenen Sumpf. | |
| 13 Nov 2025 | |
| ## LINKS | |
| [1] http://www.itiner-e.org/ | |
| [2] /Tourismus-in-der-Antike/!5979897 | |
| [3] /Ausstellung-ueber-Germanen/!5713072 | |
| ## AUTOREN | |
| Denis Gießler | |
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