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# taz.de -- „Sicherheitsgarantien“ von Paris: Europäische Beruhigungspille…
> In Paris hat sich Europa verpflichtet, zu einer Friedenssicherung in der
> Ukraine militärisch beizutragen. Aber Frieden ist gar nicht in Sicht.
Bild: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l) und Frankreichs Präsi…
Die Inszenierung war perfekt. Feierlich haben Frankreichs Präsident
Emmanuel Macron und Großbritanniens Premierminister Keir Starmer als
Anführer der [1][europäischen „Koalition der Willigen“] im Elysée-Palast
von Paris der Ukraine militärischen Beistand versprochen. Jedenfalls sollte
es so aussehen. Was aber sind die Zusagen tatsächlich wert?
Es geht nicht um Eingreiftruppen auf dem Schlachtfeld – das will niemand.
Es geht auch nicht um Friedenstruppen, um einen möglichen Waffenstillstand
zu überwachen – das sollen die USA machen, aus der Distanz. Es geht laut
Pariser Erklärung um eine „multinationale Streitmacht“, die „Abschreckung
unterstützen“ soll. Von „logistischen Knotenpunkten“ war in Paris die Re…
„Keine Kampftruppe“, präzisierte Gastgeber Macron, sondern eine
„Rückversicherungstruppe“. Das französische Wort „réassurance“ kann …
auch mit „Beruhigung“ übersetzen: Die Ukrainer sollen beruhigt sein, dass
Franzosen und Briten ihnen helfen, sollte Russland sie erneut überfallen.
In so einem Fall, verspricht das [2][Dokument, gelten bindende
„Sicherheitsgarantien“], die den „Einsatz militärischer Kapazitäten“
beinhalten können, aber nicht müssen.
Ob das die Ukrainer beruhigt? Ihre eigene Armee ist hundertmal größer als
jede denkbare westliche „Rückversicherungstruppe“ und deutlich mutiger und
kampferfahrener. Ukrainische Soldaten werden die westlichen Truppen
schützen müssen, nicht umgekehrt. Ohnehin sind das alles Luftschlösser.
Denn Frieden zwischen der Ukraine und Russland ist nicht in Sicht.
Schlimmer noch: Friedensverhandlungen sind nicht in Sicht. Russland erkennt
die Ukraine nicht als Gesprächspartner an und akzeptiert keine Kampfpause.
Truppen aus Nato-Staaten in der Ukraine akzeptiert Russland schon gar
nicht. Es gibt aber ein denkbares Szenario, unter dem sich das ändern
könnte: wenn nämlich Nato-Truppen im Namen des „Friedens“ die Ukraine dazu
zwingen, sich von der Front zurückzuziehen. Was ist, wenn Russland
plötzlich seine Friedensbereitschaft entdeckt und im Gegenzug vom Westen
verlangt, sich notfalls auch gegen die Ukraine zu stellen? Trump wäre
begeistert. Die Europäer wären düpiert.
Es reicht also nicht, dass die „Koalition der Willigen“ ihre möglichen
Beiträge zur Friedenssicherung definiert. Sie muss auch klar sagen, was für
einen Frieden sie zu sichern bereit ist. Einer zu den Bedingungen Putins
und Trumps, mit Europa als Beruhigungspille, wäre kein Frieden, der diesen
Namen verdient. Er wäre eine Zementierung von Besatzung, Terror und
fortwährender Bedrohung Europas. Aber ein anderer „Frieden“ steht aktuell
nicht zur Debatte. Europa darf sich nicht auf [3][Trumps und Putins
zynisches Spiel] mit dem Überleben der Ukraine einlassen
7 Jan 2026
## LINKS
[1] /Paris-Gipfel-zu-Sicherheitsgarantien/!6143439
[2] /Sicherheitsgarantien-fuer-die-Ukraine/!6143109
[3] /Entwurf-fuer-Ukraine-Gipfelerklaerung/!6143371
## AUTOREN
Dominic Johnson
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USA
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