| # taz.de -- Bilanz der Silvesternacht in Berlin: Wenigstens nicht wieder ganz s… | |
| > Trotz erneuter Attacken auf Beamte und aggressiver Situationen sehen | |
| > Innensenatorin, Polizei und Feuerwehr eine Verbesserung gegenüber dem | |
| > Vorjahr. | |
| Bild: Nicht überall stiegen Feuerwekrskörper auf diese Art in die Luft. Stell… | |
| Nicht so [1][verheerend wie vor einem Jahr], aber immer noch gewalt- und | |
| gefahrenbeladen – so lassen sich die Vorgänge in der Silvesternacht und | |
| Reaktionen darauf zusammenfassen. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) zog | |
| dabei eine verhalten positive Bilanz für Polizei und Feuerwehr in Berlin. | |
| Die Deutsche Umwelthilfe wiederum sprach von einer „Horrornacht“: Allein | |
| acht Kinder hätten schwerste Handverletzungen erlitten und Finger verloren. | |
| Auch führende Berliner Grünen wiederholten ihre Forderung nach Verbot. | |
| Insgesamt registrierte das vor allem für schwere Fälle zuständige | |
| Unfallkrankenhaus in Marzahn 30 Verletzungen durch Feuerwerkskörper. | |
| Aus Sicht von Senatorin Spranger hat die Polizei Schlimmeres verhindert: | |
| Die Pyroverbotszonen sowie ihr entschiedenes Vorgehen gegen illegales | |
| Feuerwerk hätte sich als richtig erwiesen, erklärte die SPD-Politikerin am | |
| Neujahrsmorgen. „Dennoch haben wir auch diesmal Gewalt und einen | |
| unverantwortlichen Umgang mit Feuerwerk erlebt, bei dem Unbeteiligte und | |
| Einsatzkräfte zu Schaden kamen.“ Verletzte Feuerwehrleute oder beschädigte | |
| Einsatzwagen gab es aber nach Angaben der Feuerwehr nicht. „Solche schweren | |
| Geschehen wie im vergangenen Jahr sehen wir jetzt nicht mehr“, sagte ihr | |
| Sprecher Vinzenz Kasch. | |
| Mit Blick auf die Polizei warnte deren Gewerkschaft DPolG am Donnerstag vor | |
| einer zu positiven Einschätzung der Silvesternacht: Wer sage, die Nacht sei | |
| „weitestgehend friedlich“ verlaufen, „der verschweigt die vielen gezielten | |
| Angriffe auf unsere Einsatzkräfte“, sagte ihr stellvertretender | |
| Landesvorsitzender Frank Teichert der Nachrichtenagentur AFP. Weil größere | |
| Zusammenstöße aber ausgeblieben seien, kam auch er zu dem Schluss: | |
| „Insofern war es im Großen und Ganzen eine gute Silvesternacht.“ | |
| Aufgeladene Situationen gab es durchaus. Laut einem Berlicht des RBB etwa | |
| kam deshalb bei einem Brand [2][ein Wasserwerfer der Polizei zum Einsatz]: | |
| Damit seien brennende E-Scooter und andere Gegenstände auf der | |
| Beusselstraße gelöscht worden. Dort hatten demnach mutmaßliche Randalierer | |
| eine Barrikade errichtet und angezündet. Mehrere Hundert Menschen hätten | |
| danebengestanden. Dem wie sonst üblich mit einem Feuerwehrauto und | |
| Löschschlauch zu begegenen, war der Beschreibung nach nicht möglich: Weil | |
| die Feuerwehr aggressiv bedroht worden sei, habe man den gepanzerten | |
| Wasserwerfer der Polizei eingesetzt. | |
| ## Klares Ziel für den nächsten Jahreswechsel | |
| Nach Zahlen der Innensenatorin gab es in der Silvesternacht in Berlin 420 | |
| Menschen kurzzeitige Festnahmen, 30 Polizistinnen und Polizisten seien in | |
| der Nacht verletzt worden. Bei der Polizei, mit 3.200 Leuten im Einsatz, | |
| soll es 2.340 Einsätze gegeben haben, bei der Feuerwehr mit 1.600 Leuten | |
| etwa 1.830 Einsätze – das entspreche ungefähr dem Aufkommen des | |
| vorangegangenen Jahreswechsels. Im Vorfeld seien über zweihundertausend | |
| Böller beschlagnahmt worden, die gut die Hälfte davon illegales Feuerwerk. | |
| Für die Silvesternacht 2026/27 gab SPD-Politikerin Spranger aus: „Mein | |
| klares Ziel ist, dass beim nächsten Jahreswechsel niemand zu Schaden | |
| kommt.“ Sie setzt auf eine sogenannte Länderöffnungsklausel im | |
| Sprengstoffrecht, das derzeit noch alleiniges Bundesrecht ist. Kommt es | |
| dazu, könnte Berlin selbst Feuerwerksverbote festlegen. | |
| Darauf drängten in einer Stellungnahme am Neujahrsmorgen auch die | |
| Grünen-Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl, Werner Graf und | |
| Bettina Jarasch. „Damit wir nicht im kommenden Jahr wieder dieselbe | |
| Diskussion führen müssen, muss sich der Senat im Bund endlich ins Zeug | |
| legen“, hieß es von den beiden. „Auch zum Jahreswechsel sollten sich alle | |
| ohne Angst in unserer Stadt bewegen können. [3][Privates Feuerwerk] gehört | |
| in ganz Berlin endlich beendet.“ | |
| 1 Jan 2026 | |
| ## LINKS | |
| [1] /Gewalt-an-Silvester/!5903865 | |
| [2] https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/12/berlin-brandenburg-silvester-… | |
| [3] /Kurz-vor-Silvester/!6141228 | |
| ## AUTOREN | |
| Stefan Alberti | |
| ## TAGS | |
| Silvester | |
| Böller | |
| Feuerwehr | |
| Böllerverbot | |
| Schwerpunkt Stadtland | |
| Silvester | |
| Böller | |
| Silvester | |
| Social-Auswahl | |
| ## ARTIKEL ZUM THEMA | |
| Große Spendenbereitschaft in Potsdam: Kind verliert Hand, vermutlich durch Kug… | |
| Ein Kind findet an Neujahr einen Gegenstand und zündet ihn an. Nach einer | |
| Explosion wird es schwerst verletzt. Sein Sportverein ruft zu Spenden auf. | |
| 2026 – Erwartungen liegen bei unter null: Auf ein berauschendes neues Jahr �… | |
| Das neue Jahr macht schon jetzt gar keinen Spaß. Anhaltende Katerstimmung! | |
| Unser Kolumnist hofft daher auf mehr als einen einzelnen Rausch. | |
| Angriffe auf Einsatzkräfte an Silvester: Rufe nach kurzem Prozess | |
| Der Berufsverband Rettungsdienste zweifelt an der Wirksamkeit der | |
| Regierungspläne zum Schutz von Helfern. Es genüge, Täter schneller | |
| abzuurteilen. | |
| Bilanz nach Silvester: Tote und amputierte Hände zum Jahreswechsel | |
| Zwei 18-Jährige starben in Bielefeld durch selbstgebaute Pyrotechnik. An | |
| anderen Orten in Deutschland verloren Menschen ihr Leben in Bränden. | |
| Silvesterbilanz am Neujahrsmorgen: Etwas ruhiger als in den Vorjahren | |
| In Berlin zeigen Böllerverbotszonen Wirkung. Dort ist es deutlich ruhiger. | |
| In Bielefeld sterben zwei 18-Jährige durch selbstgebaute Knaller. | |
| Umfrage zum Böllern: Nur Minderheit mag Feuerwerk | |
| Auch wenn in diesen Tagen wieder tonnenweise Böller, Raketen und Fontänen | |
| verkauft werden: Die meisten Bundesbürger sind gegen die Knallerei. |