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# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Der Krieg ist immer noch im G…
> Die Kleinstadt Awdijiwka im Osten der Ukraine bleibt umkämpft. Kyjiw
> beklagt Kriegsmüdigkeit ihrer Geldgeber zum Teil wegen geopolitischer
> Verschiebung.
Bild: Ukrainische Soldaten in einem gepanzerten Mannschaftstransportwagen BMP-1…
## Russland baut neue Bahnstrecke in Südukraine
[1][Zur Versorgung seiner Truppen] im Angriffskrieg gegen die Ukraine setzt
Russland nach britischer Einschätzung massiv auf die Schiene. „Russland
unterhält und verbessert mit ziemlicher Sicherheit weiterhin seine
Eisenbahnverbindungen in der Ukraine und baut eine neue Eisenbahnlinie nach
Mariupol, was die Transportzeiten für Lieferungen an die
Saporischschja-Front verkürzen wird“, teilte das britische
Verteidigungsministerium am Sonntag mit. Russland nutze dafür zivile
Auftragnehmer und Ausrüstung. Dies werde den Ukrainern wahrscheinlich die
Zielerfassung erschweren und zudem russische Kapazitäten an anderer Stelle
erhalten.
„Russland nutzt seine Schienennetze, um Munition, Rüstung, Treibstoff und
Personal in die Ukraine zu transportieren“, hieß es in London weiter. „Das
Schienennetz in der besetzten Ukraine bleibt weitgehend funktionsfähig, ist
jedoch anfällig für sporadische Unterbrechungen durch ukrainische
Artillerie, Raketen und Sabotage.“ Die neue Strecke liege in Reichweite
ukrainischer Angriffssysteme. Allerdings seien für die Zerstörung des
Schienenverkehrs gezielte und andauernde Angriffe von Luft- und/oder
Bodentruppen nötig. (dpa)
## Ukraine beklagt Kriegsmüdigkeit der Geldgeber
Die Ukraine beklagt eine [2][Kriegsmüdigkeit] ihrer Geldgeber. Es sei
schwieriger, finanzielle Hilfe zu sichern, sagte Finanzminister Serhii
Martschenko der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag. Im Vergleich zum
April müsse sich die Ukraine doppelt so stark um Hilfszusagen bemühen. „Ich
sehe viel Müdigkeit, ich sehe viel Schwäche bei unseren Partnern“, sagte er
am Rande des Treffens von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF)
in Marrakesch. „Sie würden den Krieg gerne vergessen, aber der Krieg ist
immer noch im Gange, in vollem Umfang“.
Martschenko machte für die Stimmung „eine geopolitische Verschiebung und
den internen politischen Kontext in verschiedenen Ländern“ verantwortlich.
Konkret verwies er auf anstehende Wahlen in den USA und in der EU. Die
Ukraine benötigt westliche Finanzhilfen, um eine Haushaltslücke von 43
Milliarden Dollar im kommenden Jahr zu schließen. Die Gespräche darüber
wurden in der vergangenen Woche vom Konflikt zwischen Israel und der
radikal-islamischen Hamas überschattet. (rtr)
## Armenien ratifiziert Statuten des IStGH
Inmitten großer außenpolitischer Spannungen hat Armenien im Südkaukasus die
Statuten des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) mit Sitz in Den Haag
ratifiziert. Präsident Waagn Chatschaturjan habe ein entsprechendes Gesetz
unterzeichnet, teilte das Präsidialamt in der Hauptstadt Eriwan mit. Die
Anerkennung des so genannten Römischen Statuts ist auch insofern brisant,
als dass dem Präsidenten [3][des traditionell verbündeten Russlands,
Wladimir Putin], nun bei einer Einreise in die Ex-Sowjetrepublik Armenien
die Festnahme drohen würde.
Der IStGH hatte gegen Putin im vergangenen März wegen mutmaßlicher
Kriegsverbrechen in der Ukraine einen Haftbefehl erlassen. Damit sind alle
seine Mitgliedsstaaten zur Festnahme Putins verpflichtet, wenn er sich auf
ihrem Staatsgebiet aufhält. Der Kreml hat Armenien deshalb bereits vor
Wochen für seine Ratifizierungsabsichten kritisiert. Eriwan wiederum
begründete sein Vorhaben damit, dass es so den verfeindeten Nachbarn
Aserbaidschan vor dem IStGH für mögliche Kriegsverbrechen in der umkämpften
Region Berg-Karabach zur Rechnung ziehen könnte. Die Zuständigkeit des
Gerichts erstreckt sich im wesentlichen auf die Delikte Völkermord,
Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Verbrechen der Aggression und
Kriegsverbrechen.(dpa)
## Ukraine meldet andauernde Gefechte um Awdijiwka
Die russischen Truppen haben nach ukrainischen Angaben ihre Angriffe auf
die [4][Kleinstadt Awdijiwka] im Osten des Landes fortgesetzt. Der Feind
habe den Beschuss nicht gestoppt, sagte Stadtoberhaupt Witali Barabasch im
ukrainischen Fernsehen. Moskau habe zudem zusätzliche Truppen geschickt, um
die strategisch wichtige Stadt in der Region Donezk einzukreisen.
Zuvor erklärte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja während einer
Sitzung des Weltsicherheitsrats in New York, verstärkte Angriffe im Osten
stellte eine neue Phase in dem militärischen Einsatz in der Ukraine dar.
Russische Truppen seien seit einigen Tagen entlang der gesamten Front zu
aktiven Kampfhandlungen übergegangen. „Die so genannte ukrainische
Gegenoffensive kann daher als beendet angesehen werden“, sagte er. Der
ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte dagegen Anfang der Woche,
die ukrainischen Streitkräfte könnten ihre Stellungen halten.
Der Kommandeur der ukrainischen Landstreitkräfte, Oleksandr Syrskji,
berichtete am Samstag bei Facebook von einer Verschärfung der Kämpfe
entlang des nördlichen Abschnitts der ukrainischen Ostfront. Syrskji
besuchte Truppen in dem Gebiet und teilte mit, die russischen Streitkräfte
hätten sich nach Verlusten neu formiert und Angriffe um das Dorf Makijiwka
und in Richtung der Stadt Kupjansk gestartet. Ihr Ziel sei es, Kupjansk
einzukesseln und den Fluss Oskil zu erreichen.
Ebenfalls am Samstag wurde eine 60-jährige Frau bei russischem Beschuss der
Stadt Beryslaw in der von der Ukraine teilweise besetzten Region Cherson
getötet.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, Luftabwehrsysteme hätten
am Samstagmorgen zwei ukrainische Drohnen über dem Schwarzen Meer in der
Nähe von Sotschi abgeschossen. (ap)
## Russische Schwarzmeerflotte in der Defensive
[5][Die russische Schwarzmeerflotte] setzt nach britischen Erkenntnissen
nach schweren Schlägen vornehmlich auf Defensive. „Sie hat viele ihrer
prestigeträchtigen Bestandteile – darunter marschflugkörperfähige Schiffe
und U-Boote – von Sewastopol in weiter östlich gelegene Operations- und
Stützpunktgebiete wie Noworossijsk verlagert“, teilte das britische
Verteidigungsministerium am Samstag mit.
Sewastopol auf der annektierten ukrainischen Halbinsel Krim ist eigentlich
der Hafen der russischen Schwarzmeerflotte. Zuletzt war das Hauptquartier
von ukrainischen Raketen getroffen worden, auch russische Kriegsschiffe in
Sewastopol wurden immer wieder attackiert.
Die Ukraine besitze seit langem die Initiative im Nordwesten des Schwarzen
Meers und zwinge die russische Marine dazu, sich gegen unbemannte Schiffe
und Drohnen sowie Raketenangriffe zu verteidigen, hieß es in London weiter.
Allerdings könne die Schwarzmeerflotte aus dem Osten des Gebiets heraus
weiterhin Marschflugkörper gegen die Ukraine abfeuern. „Das Risiko weiterer
militärischer Verluste und die schweren politischen Folgen eines offenen
Angriffs russischer Seestreitkräfte auf die Handelsschifffahrt würden
höchstwahrscheinlich jeden Gewinn aus dem Versuch, eine Blockade des
ukrainischen Handels durchzusetzen, überwiegen.“ (dpa)
15 Oct 2023
## LINKS
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[4] /Die-ukrainische-Kleinstadt-Awdijiwka/!5733590
[5] /Aktuelle-Lage-in-der-Ukraine/!5959585
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