| # taz.de -- Waffenlieferungen an die Ukraine: Ampelzank geht weiter | |
| > Vertreter:innen von Grünen und FDP sprechen sich für die direkte | |
| > Lieferung von Panzern aus. Die SPD will an Ringtausch-Vereinbarungen | |
| > festhalten. | |
| Bild: Leopard-Panzer in Litauen | |
| Berlin taz | Der Streit über Waffenlieferungen an die Ukraine ist in der | |
| Ampelkoalition neu entflammt. Die Rollen sind dabei wie gewohnt verteilt: | |
| In der Frage, ob Deutschland nun doch [1][Kampfpanzer] an die Ukraine | |
| abgeben sollte, machen FDP und Grüne Druck, während die SPD bremst. | |
| „Es gibt keine Änderung der Grundsätze unserer Lieferungen“, sagte am | |
| Montag eine Sprecherin von Bundeskanzler Olaf Scholz. Ebendies hatten | |
| Vertreter*innen der Koalitionspartner zuvor gefordert, weil in den | |
| Verhandlungen über sogenannte Ringtausch-Vereinbarungen bislang keine | |
| Erfolge erzielt wurden. | |
| Die Gespräche verliefen „konstruktiv“ und seien „zum Teil weit | |
| fortgeschritten“, sagte dagegen die Regierungssprecherin. Man gehe davon | |
| aus, dass es bald zu Abschlüssen komme. | |
| Auch der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner widersprach den Forderungen der | |
| Koalitionspartner. „Aus guten Gründen hat der Kanzler deutsche Alleingänge | |
| ausgeschlossen und ebenso gut begründet haben bislang weder die USA, | |
| Großbritannien, Frankreich und Italien noch Deutschland westliche | |
| Kampfpanzer oder Kampfflugzeuge an die Ukraine geliefert“, sagte Stegner, | |
| der im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags sitzt, der taz. „Der Ringtausch | |
| ist zugesagt und wird bei gutem Willen aller Seiten peu à peu | |
| funktionieren.“ | |
| ## „Verengung auf Waffenlieferungen“ falsch | |
| Ohnehin bleibe die „[2][Verengung auf Waffenlieferungen]“ falsch. Dagegen | |
| sei das Abkommen über den See-Export ukrainischen Getreides, das in der | |
| vergangenen Woche geschlossen wurde, ein „Signal der Hoffnung für weitere | |
| diplomatische, ökonomische und humanitäre Initiativen als Alternative zu | |
| rein militärischer Unterstützung eines Dauerkriegs“. | |
| Die Bundesregierung hatte im April [3][Ringtausch-Vereinbarungen] mit | |
| osteuropäischen Nato-Staaten angekündigt: Sie sollten Waffensysteme | |
| sowjetischer Bauart an die Ukraine abgeben und als Ersatz Panzer aus | |
| Deutschland bekommen. Verhandlungen über entsprechende Vereinbarungen | |
| verlaufen aber zäh. | |
| Zuletzt kam aus der polnischen PiS-Regierung Kritik an Berlin: Polen hat | |
| der Ukraine nach eigenen Angaben bislang über 200 Panzer zur Verfügung | |
| gestellt. Als Ausgleich habe die Bundesregierung 20 Leopard-2-Panzer | |
| angeboten, deren Lieferung sich über 12 Monate strecke. Benötigt würden | |
| nach Ansicht Warschaus allerdings mindestens 44 der Kampfpanzer. | |
| Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) entgegnete am Freitag in einem | |
| Interview mit der Bild-Zeitung zwar, dass von Beginn an klar gewesen sei, | |
| dass „wir natürlich nicht von heute auf morgen mit einem Fingerschnips | |
| jeden einzelnen Panzer ersetzen können“. Die Bundesregierung prüfe aber, | |
| warum der Ringtausch nicht klappe und „ob wir dann andere Unterstützung | |
| leisten müssen“. | |
| Baerbocks Parteikollegin Katrin Göring-Eckardt zeigte sich daraufhin offen | |
| für die direkte Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine. Ähnlich äußerten | |
| sich aus der FDP die Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmerman | |
| und Generalsekretär Bijan Djir-Sarai. | |
| Während die Bundesregierung bisher Kampf- und Schützenpanzer zurückhält, | |
| werden andere schwere Waffen geliefert. So sind inzwischen die ersten | |
| Gepard-Flugabwehrpanzer in der Ukraine eingetroffen. „Die ersten drei | |
| Geparden kamen heute von Deutschland“, sagte Verteidigungsminister Oleksij | |
| Resnikow am Montag. | |
| Insgesamt soll die Ukraine 30 Gepard-Panzer erhalten. Noch sind aber nicht | |
| alle davon instand gesetzt. Ebenfalls schon eingetroffen sind sieben | |
| deutsche Panzerhaubitzen, angekündigt sind zudem unter anderem drei | |
| Mehrfachraketenwerfer. | |
| 25 Jul 2022 | |
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| ## AUTOREN | |
| Tobias Schulze | |
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