| # taz.de -- Coronapandemie in Berlin: Streit um landeseigene Teststellen | |
| > An der Vergabe von Aufträgen für landeseigene Corona-Teststellen gibt es | |
| > Kritik. Aus Sicht der Vergabekammer war sie rechtswidrig. | |
| Bild: Tests auf dem Prüfstand: Proben in einem Labor | |
| Berlin dpa | Die Berliner Vergabekammer hat Entscheidungen des Senats bei | |
| der Auftragsvergabe für den Betrieb landeseigener Corona-Teststellen in | |
| Berlin als rechtswidrig kritisiert. Das teilte die Senatsverwaltung für | |
| Wirtschaft am Donnerstag auf Anfrage mit. Das Vergabeverfahren muss demnach | |
| wiederholt werden. Zuerst hatte der RBB darüber berichtet. Die Kammer | |
| beanstandete, dass bei der Vergabe zuletzt nur das Angebot des Unternehmens | |
| 21DX aus München berücksichtigt worden sei. Dagegen hatte sich ein | |
| Konkurrent gewehrt. | |
| „Die Vergabekammer hat beschlossen, dass zum einen der Ausschluss der | |
| Antragstellerin aus dem Vergabeverfahren rechtswidrig war“, so die | |
| Wirtschaftsverwaltung. Zum anderen müsse die Bewertung der Angebote | |
| wiederholt werden. „Die Vergabekammer hat gleichfalls beschlossen, dass die | |
| Interimsvergabe aus dem November rechtswidrig war, da der Antragsgegner nur | |
| ein Unternehmen zur Abgabe eines Angebots aufgefordert hat.“ Die | |
| Entscheidungen seien noch nicht rechtskräftig. | |
| Die Senatsverwaltung für Gesundheit teilte am Donnerstag dazu mit: „Wir | |
| haben die Entscheidungen der Vergabekammer zur Vergabe durch den | |
| Vorgänger-Senat geprüft und werden formal Rechtsmittel dagegen einlegen.“ | |
| Damit könne der Betrieb der senatsbeauftragten Teststellen zunächst | |
| weitergehen. „Darüber hinaus haben wir in Berlin eine breit aufgestellte | |
| Teststelleninfrastruktur, die von der Entscheidung der Vergabekammer | |
| unberührt bleibt.“ Der Senat werde dafür Sorge tragen, dass es auch in | |
| Zukunft qualitativ hochwertige und an die Bedürfnisse angepasste | |
| Testangebote für die Berlinerinnen und Berliner geben werde, hieß es | |
| weiter. | |
| ## Entschieden hatte Senatorin Kalayci | |
| Mit den Fragen der Auftragsvergabe war die Gesundheitsverwaltung unter der | |
| früheren Senatorin Dilek Kalayci (SPD) betraut. Erst in der Woche vor | |
| Weihnachten ist die neue Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) vereidigt | |
| worden. | |
| Der Auftrag für „Einrichtung und Betrieb von stationären Testzentren, | |
| Durchführung der Tests sowie flankierende Dienstleistungen“ war im März | |
| 2021 öffentlich ausgeschrieben worden. Zu einem regulären Zuschlag kam es | |
| wegen eines sogenannten Nachprüfungsantrags von Seiten der Konkurrenz | |
| zunächst nicht, wie die Kammer in ihrem Beschluss vom Dienstag erläutert, | |
| der der dpa vorliegt. | |
| Allerdings ging der Auftrag der Gesundheitsverwaltung mehrfach | |
| interimsmäßig an 21DX. Das Konkurrenzunternehmen, dem die Vergabekammer nun | |
| Recht gegeben hat, wurde Anfang November über den Ausschluss seines | |
| Angebots informiert, weil es die erforderliche Eignung nicht nachgewiesen | |
| habe. Das sah die Vergabekammer jedoch anders. Gegen ihre Entscheidung | |
| könne innerhalb einer Frist von zwei Wochen Beschwerde beim Kammergericht | |
| eingelegt werden, heißt es in dem Beschluss. | |
| 21 Jan 2022 | |
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