| # taz.de -- Polens Grenzregion zu Belarus: Zugang weiter eingeschränkt | |
| > Polen hat den Ausnahmezustand de facto verlängert. Die Restriktionen für | |
| > Journalist*innen und Helfer*innen dauern an. Zehntausende Menschen | |
| > harren aus. | |
| Bild: Weiterhin rigoros abgeschottet: Polnische Sicherheitsbeamte an der Grenze… | |
| Warschau afp | Polen schränkt den Zugang zum Grenzgebiet mit Belarus | |
| weiterhin ein. Die am Dienstag von Präsident Andrzej Duda unterzeichnete | |
| Regelung ermöglicht es der Regierung, den Zugang zu bestimmten Teilen der | |
| drei Kilometer breiten Grenzregion je nach Lage zu sperren. Damit wird der | |
| umstrittene Ausnahmezustand, der in der Nacht zu Mittwoch automatisch | |
| auslief, de facto verlängert. | |
| Nach polnischem Recht kann der Ausnahmezustand nur für eine Dauer von | |
| maximal drei Monaten verhängt werden. Warschau hatte ihn im September als | |
| Reaktion auf [1][tausende Migranten, die über Belarus] in die Europäische | |
| Union gelangen wollen, ausgerufen. Damit war auch [2][Journalisten und | |
| Hilfsorganisationen der Zugang] zum Grenzgebiet untersagt. Polen errichtete | |
| zudem einen Stacheldrahtzaun und stationierte tausende Soldaten entlang der | |
| 400 Kilometer langen Grenze. | |
| Der polnische Senat hatte sich dafür ausgesprochen, Medien und | |
| Hilfsorganisationen Zugang zur Grenze zu verschaffen, die Abgeordneten | |
| lehnten den Änderungsvorschlag am Dienstag jedoch ab. Journalisten können | |
| künftig lediglich eine Ausnahmegenehmigung beim Grenzschutz beantragen. | |
| Die neue Regelung tritt mit der Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft. | |
| Nach Ansicht der Opposition und von Menschenrechtsorganisationen räumt sie | |
| der Regierung zu viel Macht ein und verstößt gegen die polnische | |
| Verfassung. | |
| ## 10.000 Menschen an der Grenze | |
| Polnische Medien schätzen, dass mindestens zwölf Menschen [3][im | |
| Grenzgebiet gestorben] sind. In Belarus halten sich nach Einschätzung des | |
| polnischen Grenzschutzes weiterhin rund 10.000 Menschen auf, die in die EU | |
| gelangen möchten. Ihren Angaben zufolge registrierten sie innerhalb von 24 | |
| Stunden 134 Versuche, die Grenze zu überwinden. An der Notunterkunft in | |
| einer Logistikhalle in Brusgi direkt an der Grenze zu Polen harrten weiter | |
| viele Menschen aus. Viele benötigten medizinische Hilfe. | |
| Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte erklärt, dass | |
| „Belarus diese Situation ohne Rücksicht auf die menschlichen Folgen | |
| herbeigeführt hat“ und „Polen die Verantwortung für das akute Leid in der | |
| Grenzregion mitträgt“. Beide Länder hätten „schwere | |
| Menschenrechtsverletzungen“ gegenüber Migranten begangen. | |
| 1 Dec 2021 | |
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