Introduction
Introduction Statistics Contact Development Disclaimer Help
# taz.de -- Sinkende Impfbereitschaft: Den Stoff in der Kneipe
> Die Zahl der täglichen Impfungen in Deutschland geht zurück. Doch nur mit
> einer hohen Geimpftenquote ist ein guter Schutz gegen die Delta-Variante
> zu erreichen.
Bild: Überall sollte geimpft werden, z.B. in Kneipen, wie hier bei einem Pilot…
Die Delta-Variante grassiert, die Impfstoffmengen steigen, aber die Zahl
der täglichen [1][Impfungen] geht zurück. Ob es das Gefühl ist, angesichts
niedriger Inzidenzen nicht mehr bedroht zu sein, oder ob es sich um ein
urlaubsbedingtes Impf-Sommerloch handelt, ist offen. Fest steht: Die
Impfbereitschaft in der bundesdeutschen Bevölkerung lässt nach. Das ist
beunruhigend.
Wenn das Tempo der deutschen Impfkampagne nicht wieder an Fahrt gewinnt,
dürfte die Pandemie noch lange dauern. So forderte Jens Spahn, es müsse
„[2][ein Impfruck durch Deutschland gehen]“. Das ist richtig. Doch dafür
braucht es ein viel niedrigschwelligeres Impfangebot.
Das [3][Robert Koch-Institut] hat kürzlich das Ziel für einen guten Schutz
vor einer neuen Welle nach oben korrigiert. Während bisher von einer Quote
zwischen 70 bis 80 Prozent die Rede war, müssen der neuen Einschätzung
zufolge 90 Prozent der über 60-Jährigen und 85 Prozent der 12- bis
59-Jährigen geimpft sein. Gerade bei den Jüngeren zwischen 18 und 59 Jahren
sind es bisher aber nur gut 55 Prozent.
Eine verstärkte und gezieltere Öffentlichkeitsarbeit, wie sie einige
Bundesländer planen, ist sicherlich wichtig, kann aber nicht die einzige
Strategie sein. Das Impfen muss einfacher werden, gerade wenn mehr
Impfstoff verfügbar ist. Statt einen Termin machen zu müssen, sollte man
sich [4][spontan impfen lassen] können. Statt zu einem Impfzentrum fahren
oder einen Arzt aufsuchen zu müssen, sollte überall geimpft werden: in
Fußballstadien oder bei Demos, in Einkaufsstraßen und Bahnhöfen, vor Clubs
und Kneipen.
Die Devise: Wenn die Menschen nicht zur Impfung kommen, kommt die Impfung
zu den Menschen. Auf diese Art wird man vor allem die Jüngeren erreichen,
die sich aus Trägheit nicht haben impfen lassen, weil der Urlaub
verlockender oder die Sorge um Nebenwirkungen zu nervig ist. Einen Impfruck
kann es jedenfalls nur geben, wenn das Impfen noch leichter wird – überall.
8 Jul 2021
## LINKS
[1] /Corona-in-Deutschland/!5783763
[2] /Aktuelle-Nachrichten-in-der-Coronakrise/!5784372
[3] /Robert-Koch-Institut/!5784279
[4] https://www.youtube.com/watch?v=rk_LA-NdEok
## AUTOREN
Julian Jestadt
## TAGS
Bundesministerium für Gesundheit
Schwerpunkt Coronavirus
Gesundheitspolitik
Impfung
Jens Spahn
Dilek Kalayci
Schwerpunkt Coronavirus
Schwerpunkt Coronavirus
Schwerpunkt Coronavirus
## ARTIKEL ZUM THEMA
Unkompliziertes Impfen in Berlin: Schlange stehen für die Spritze
Nicht nur der Erfolg des „Pop-up-Impfens“ auf dem Neuköllner Hermannplatz
zeigt: Kommt der Impfstoff zu den Menschen, sind diese auch dafür bereit.
Aktuelle Nachrichten in der Coronakrise: Viele Geringverdienende ungeimpft
Eine Umfrage zeigt, dass die Impfquote unter armen Menschen niedriger ist
als unter Wohlhabenden. Deutschland kippt viele Einreiseregeln. Die
Inzidenz steigt.
Robert-Koch-Institut: Höhere Impfquote erforderlich
Um einen neuen Anstieg der Infektionen zu verhindern, sollten nach
RKI-Berechnungen auch bei Jüngeren 85 Prozent geimpft werden.
Corona in Deutschland: Mehr Delta-Fälle, weniger Impfungen
Während die Zahl der Delta-Infektionen steigt, wird gleichzeitig weniger
geimpft. Und die Regierung lockert Reisebeschränkungen.
You are viewing proxied material from taz.de. The copyright of proxied material belongs to its original authors. Any comments or complaints in relation to proxied material should be directed to the original authors of the content concerned. Please see the disclaimer for more details.