| # taz.de -- Rot-grüner Koalitionsvertrag in Hamburg: Ambitionslose Biomarktpar… | |
| > Bei der vergangenen Bürgerschaftswahl in Hamburg haben die Grünen 24 | |
| > Prozent geholt. Doch an der Landespolitik ändert das wenig. | |
| Bild: Nicht so viel Grund, stolz zu sein: Vorstellung des Koalitionsvertrags, S… | |
| Eine Abmachung auf Augenhöhe sieht anders aus als der Hamburger | |
| Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen. Zwar konnten die Grünen mit | |
| ihrem Wahlergebnis [1][von 24,2 Prozent] selbstbewusst in die Verhandlungen | |
| starten. Trotzdem haben sie sich an der konservativen Hamburger SPD die | |
| Zähne ausgebissen. Die hatte klargemacht, wo der Hammer hängt, und gedroht, | |
| zur CDU zu gehen, wenn die Grünen zu frech werden würden. | |
| So bekommt Hamburg nun keinen unabhängigen Polizeibeauftragten, | |
| Schwarzfahren wird nicht entkriminalisiert, und der Verkauf von Cannabis | |
| bleibt ebenfalls eine Straftat. Auch ein Winternotprogramm für alle, in dem | |
| etwa obdachlose Osteuropäer*innen nicht abgewiesen werden, bleibt eine | |
| unerfüllte Forderung der Grünen. | |
| Immerhin bekommen sie nun die Verkehrsbehörde zugeschlagen. „Hamburg wird | |
| Fahrradstadt“ steht großspurig im [2][Koalitionsvertrag]. Das wird | |
| allerdings auch Zeit, schließlich regiert die Partei seit 2015 mit – was | |
| man der Stadt aber nicht ansieht. Wer anhand des Straßennetzes erraten | |
| müsste, wer in den letzten Jahren in Hamburg regiert hat, würde auf die CDU | |
| tippen. Auch sonst haben die Grünen in der vergangenen Legislatur keine | |
| echten Akzente gesetzt. | |
| Dass sich das nicht ändern wird, spricht zwischen den Zeilen aus dem neuen | |
| Vertrag heraus, in dem sich die Koalitionär*innen für Erfolge der | |
| Vergangenheit loben und ein „Weiter so“ proklamieren. So soll auch das | |
| Ankerzentrum, das beschönigend „Ankunftszentrum“ heißt, seinen | |
| „erfolgreichen Betrieb“ fortsetzen. Dass die Biomarktpartei sich nicht | |
| besonders für Sozialpolitik interessiert, hatte sie im Wahlkampf deutlich | |
| gemacht. Da war viel von Wirtschaft, Digitalisierung und Innovation die | |
| Rede, wenig von Geringverdiener*innen, Geflüchteten, Alleinerziehenden. | |
| Darf man enttäuscht sein vor der grünen Ambitionslosigkeit? Nein. Mehr war | |
| von den Hamburger Grünen, der Partei für die umweltbewussten | |
| Gutverdiener*innen, nicht zu erwarten. Vorwerfen sollte man es ihnen | |
| trotzdem. | |
| 2 Jun 2020 | |
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| [2] https://www.spd-hamburg.de/fileadmin-hamburg/user_upload/Koalitionsvertrag2… | |
| ## AUTOREN | |
| Katharina Schipkowski | |
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