| # taz.de -- Sächsischer VS-Chef über Pegida: „Gehen so weit wie das Gesetz�… | |
| > Warum beobachtet der sächsische Verfassungsschutz Pegida und Legida | |
| > nicht? VS-Chef Gordian Meyer-Plath über Prüfverfahren, Rechte und Linke. | |
| Bild: Vorerst kein Fall für den sächsischen Verfassungsschutz: Pegida-Demonst… | |
| taz: Herr Meyer-Plath, Ihr Landesamt will Pegida und deren Ableger derzeit | |
| nicht beobachten. Ist die Bewegung nicht extrem genug? | |
| Gordian Meyer-Plath: Der Einstufung als Beobachtungsobjekt geht ein | |
| intensives Prüfverfahren voraus, in dem nach den Vorgaben des sächsischen | |
| Verfassungsschutzgesetzes und der Rechtsprechung Be- und Entlastendes | |
| gegenüber gestellt werden. Derzeit sind Pegida Dresden und Legida (Leipzig) | |
| keine Beobachtungsobjekte des Verfassungsschutzes in Sachsen. | |
| Es geht offenbar um Auslegungsfragen der Aufgabenbeschreibung im | |
| Verfassungsschutzgesetz. Befürchten Sie, dass Sie durch Verwaltungsgerichte | |
| zurückgepfiffen werden könnten? | |
| Die Einstufung als Beobachtungsobjekt kann mit Grundrechtseingriffen | |
| verbunden sein. Demzufolge prüft das LfV Sachsen fortlaufend seine | |
| Zuständigkeit auf gesetzlicher Grundlage. Grundsätzlich ist vorschnelles | |
| Verhalten immer anfällig für eine Überprüfung durch die | |
| Verwaltungsgerichtsbarkeit. | |
| Pegida ist nur der öffentlichste Teil einer Neuen Rechten. Ihre Kollegen in | |
| Hessen beobachten jetzt die „Identitären“. Und Sie? | |
| Die „Identitäre Bewegung“ ist derzeit kein Beobachtungsobjekt des | |
| sächsischen Verfassungsschutzes. Der sächsische Verfassungsschutz geht | |
| immer so weit, wie das Gesetz es vorsieht. | |
| Die linke Landtagsopposition meint, das Landesamt wisse nicht, wie die | |
| linke und die rechte Szene tickten. Deshalb sei die Polizei von | |
| Ausschreitungen beider Seiten in Heidenau oder in Leipzig überrascht | |
| worden. | |
| Im Verfassungsschutz-Bericht 2014 haben wir darauf hingewiesen, dass | |
| durchaus im Zusammenhang mit der Flüchtlings- und Asylproblematik mit | |
| gewalthaften Ausschreitungen gerechnet werden muss. Von der Mobilisierung | |
| zum Teil rechtsextremistischer Hooligans am 11. Januar war die Polizei | |
| informiert. Dass aufgrund der Dynamik des Geschehens nicht im Einzelfall | |
| gesagt werden kann, wo genau gewalthaftes Verhalten sich darstellen wird, | |
| ist sicherlich unschwer nachvollziehbar. | |
| Der trotz Ihrer warnenden Faxe erfolgte Überfall auf Leipzig-Connewitz | |
| lässt auf eine mangelhafte Zusammenarbeit mit der Polizei schließen. | |
| Dass es zu Ausschreitungen gekommen ist, hat nichts mit einer | |
| unzulänglichen Kooperation zu tun. Vielmehr haben Verfassungsschutz und | |
| Polizei auch in diesem Fall im Rahmen des gesetzlich Zulässigen | |
| vertrauensvoll zusammengearbeitet. | |
| Die Linken-Abgeordnete Köditz bezeichnet Ihren Verfassungsschutz als | |
| „rechts blind, links doof“. Messen Sie mit zweierlei Maß, wenn Sie das | |
| Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ in die Nähe gewalttätiger Extremist… | |
| rücken? | |
| Auch hier bleibt festzuhalten: Als rechtsstaatlich handelnde Behörde | |
| beobachtet das LfV Sachsen links- wie rechtsextremistisch motivierte | |
| Bestrebungen gegen Schutzgüter der freiheitlich-demokratischen Grundordnung | |
| auf gesetzlicher Grundlage. Wenn Links- oder Rechtsextremisten | |
| nicht-extremistische Veranstaltungsformate nutzen, weisen wir gemäß unserer | |
| Informationsverpflichtung die Öffentlichkeit darauf hin. | |
| Die Thüringer CDU will V-Leute in Flüchtlingsunterkünften einsetzen. | |
| Vernünftig? | |
| Der Einsatz von V-Personen ist ein rechtsstaatlich zulässiges Mittel der | |
| verdeckten Informationsbeschaffung. Über seine Nutzung in der | |
| Öffentlichkeit zu spekulieren, verstieße gegen professionelle Standards der | |
| dienstlichen Aufgabenwahrnehmung. | |
| 29 Jan 2016 | |
| ## AUTOREN | |
| Michael Bartsch | |
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