| # taz.de -- Streik der Lokführer: Güterverkehr muss warten | |
| > Die Lokführergewerkschaft will Reisende nicht zu sehr mit Streiks nerven | |
| > und lieber die Industrie belasten. Dennoch sollen vor allem private | |
| > Personenzüge ausfallen. | |
| Bild: Kommt sie oder kommt sie nicht, die Bahn? | |
| BERLIN taz | Die Lokführergewerkschaft GDL will noch diese Woche mit den | |
| angekündigten Streiks beginnen. Der Schwerpunkt der bundesweiten Streiks | |
| soll jedoch auf dem Güterverkehr liegen. Im Vergleich zu früheren Streiks | |
| wäre das eine neue Strategie. | |
| "Wir sind uns unserer Verantwortung diesen Menschen gegenüber bewusst", | |
| sagte ein GDL-Sprecher gegenüber der taz. Die GDL wolle so Reisende und | |
| PendlerInnen entlasten. Dennoch werde auch im Personenverkehr gestreikt, | |
| die GDL wolle jedoch 12 Stunden vor Streikbeginn über die bevorstehenden | |
| Ausfälle informieren. | |
| Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte dennoch die Streikgefahr, nachdem | |
| hunderttausende Reisende bereits bei drei Warnstreikwellen Ausfälle und | |
| Verspätungen hinnehmen mussten. Die Deutsche Bahn kündigte an, Tickets | |
| einfacher umzutauschen, sollten Züge ausfallen. "Wir setzen jedoch primär | |
| weiter auf Verhandlungen", sagte ein Bahn-Sprecher. Die GDL entgegnete, das | |
| letzte Lohnangebot der DB für den Flächentarifvertrag liege bei 90 Prozent | |
| der Angestellten unter den bestehenden Tarifverträgen. | |
| Mit der starken Konzentration auf den Güterverkehr der Deutschen Bahn | |
| wollen die Streikenden "ein deutlicheres Signal setzen", sagt ein | |
| GDL-Sprecher. Anstatt der Reisenden würden die Unternehmen stärker | |
| belastet, vor allem die Stahl- und Autoindustrie wären betroffen, warnt die | |
| Bahn. Außerdem würden die Kohlelieferungen zu den Kraftwerken | |
| beeinträchtigt. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ließ verlauten: | |
| "Die GDL muss sich der Auswirkungen ihrer Streiks für die deutsche | |
| Wirtschaft bewusst sein." | |
| In einer Urabstimmung hatten 90 Prozent der GDL-Mitglieder für einen Streik | |
| gestimmt, wie die Gewerkschaft am Montag bekannt gab. Die | |
| LokomotivführerInnen fordern einen Flächentarifvertrag mit gleichen Löhnen | |
| für Beschäftigte der Deutschen Bahn und ihrer privaten Konkurrenz, die | |
| weitaus weniger verdienen. | |
| Die privaten Unternehmen weigern sich jedoch strikt, über den | |
| Flächentarifvertrag weiter zu verhandeln. Daher würden die Arbeitskämpfe | |
| insbesondere im Personenverkehr der privaten Konkurrenten der Bahn | |
| ausgeweitet, sagte Sven Grünwoldt, stellvertretender Vorsitzender der GDL, | |
| am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". | |
| Drei der sechs größten privaten Nahverkehrsunternehmen sind | |
| Tochterunternehmen großer europäischer Staatseisenbahnen. Daher sieht | |
| Grünwoldt Erfolgschancen, auch wenn mit den insgesamt 26 privaten | |
| Unternehmen einzeln verhandelt werden müsse. Der Streik könnte sich über | |
| mehrere Wochen hinziehen. "Die Streikkasse ist gut gefüllt, wir stellen uns | |
| auf einen mehrwöchigen Arbeitskampf ein", erklärte Grünwoldt. Unbefristet | |
| soll jedoch nicht gestreikt werden. | |
| 8 Mar 2011 | |
| ## AUTOREN | |
| Nina Marie Bust-Bartels | |
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