| # taz.de -- Kommentar Parteispenden-Watch: Offenlegen, wer wen bezahlt | |
| > Derzeit kontrollieren die Parteien in Deutschland ihre Finanzen selbst. | |
| > Das ist nicht gut. Deshalb muss es eine öffentliche Kontrolle geben. Und | |
| > zwar direkt durch den Wähler. | |
| Parteispenden sind nötig, weil die Parteien sich möglichst unabhängig vom | |
| Staat finanzieren sollen. Parteispenden sind aber auch gefährlich, weil die | |
| Spender etwas für ihre Spende haben wollen. Das Spendenwesen an Parteien | |
| und ihre Funktionäre muss deshalb offenliegen, damit alle sehen können, wer | |
| hier wen bezahlt. | |
| Mit dieser Offenheit jedoch liegt es im Argen. Die Regierung soll die | |
| Parteien nicht über Finanzinspektoren unter ihrer Fuchtel haben, das wäre | |
| schlecht für die Demokratie. Aber derzeit kontrollieren die Parteien in | |
| Deutschland ihre Finanzen letztendlich selbst. Und das ist auch nicht gut | |
| so. | |
| Der Ausweg aus diesem Dilemma ist öffentliche Kontrolle, durch den Wähler | |
| direkt. Jede bedeutende Spende muss veröffentlicht werden. Und zwar sofort. | |
| Das widerspricht dem Anspruch mancher Parteispender nach Anonymität. Aber | |
| wer öffentliche und mächtige Institutionen wie die Parteien bezahlt, der | |
| kann sich nicht auf Anonymität berufen. | |
| Derzeit erfährt man von den meisten Spenden gar nichts, ein paar hundert | |
| Spenden über 10.000 Euro werden in einer Riesentabelle etwa eineinhalb | |
| Jahre später veröffentlicht. Nur die über 50.000 Euro gelangen innerhalb | |
| etwa einer Woche ans Licht. Dabei müssen auch nach geltendem Recht alle | |
| Spenden an die Schatzmeister gemeldet werden, es entsteht also durch mehr | |
| Transparenz kein wesentlich größerer Aufwand. In Zeiten des Internets | |
| werden solche Datenmengen für engagierte Bürger leichter durchsuchbar, wie | |
| die Fußnoten bei Exminister zu Guttenberg. Also her mit den Details. | |
| Was ist eine relevante Spende? Eher ab 1.000 als ab 10.000 Euro, das zeigen | |
| bekannte Beispiele. Sonst werden die Gaben verteilt auf verschiedene | |
| Personen. Außerdem gilt es, die vielen Schlupflöcher abzudichten und | |
| schwammige Definitionen zu klären. | |
| Erfahrungsgemäß tat sich beim zuständigen Parteiengesetz immer nur nach | |
| schlagzeilenträchtigen Skandalen etwas, und dann nicht genug. Auch nach | |
| Beschwerden internationaler Organisationen geht das große Vertuschen der | |
| deutschen Mandatsträger weiter. Dass die Daten bei den jeweiligen | |
| Bundesschatzmeistern auf den Computern bereitliegen, aber nur einem | |
| winzigen Kreis zugänglich sind, schmerzt ziemlich. Da wünscht man sich das | |
| nächste Datenleck herbei. Denn es braucht mal wieder einen Skandal für eine | |
| Reform. | |
| 17 Jun 2011 | |
| ## AUTOREN | |
| Reiner Metzger | |
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