| # taz.de -- Debatte um Innere Sicherheit: Friedrich entdeckt die rechte Gewalt | |
| > Innenminister Friedrich warnt nach dem Attentat von Oslo vor "Nationalen | |
| > Autonomen" und vor linksextremer und islamistischer Gewalt. Die | |
| > Opposition reagiert mit Spott. | |
| Bild: Friedrich warnt vor gewaltbereiten Rechtsextremisten in Deutschland - und… | |
| BERLIN taz | In die Debatte über innere Sicherheit hat sich jetzt auch | |
| Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) eingeschaltet. In der | |
| Rheinischen Post beklagte er eine "Zunahme gewaltbereiter | |
| Rechtsextremisten". Ihm bereiteten besonders die "Nationalen Autonomen" | |
| Sorge. "Selbst wenn wir präventiv die Szene noch so intensiv beobachten, | |
| lässt sich nie ausschließen, dass sich Einzelne unbeobachtet selbst | |
| radikalisieren", sagte er. Das gelte "nicht nur für die | |
| rechtsextremistische Szene, sondern auch für die linksextremistische oder | |
| islamistische". | |
| Vertreter der Opposition reagierten mit Spott auf diese Äußerungen. "Für | |
| seine Entdeckung, dass es gewaltbereite Rechte gibt, müsste man Friedrich | |
| zum Blitzmerker des Monats ernennen", sagte Jan Korte, | |
| Bundestagsabgeordneter der Linken, zur taz. Der Innenpolitiker verwies auf | |
| die mehr als 130 Menschen, die seit 1990 in der Bundesrepublik von Rechten | |
| ermordet worden sind. "Herr Friedrich ist noch im Azubi-Stadium", sagte | |
| Wolfgang Wieland, innenpolitischer Sprecher der Grünen, zur taz. "Den würde | |
| ich nicht für einen Kenner halten." | |
| Ein Sprecher Friedrichs betonte vor Journalisten in Berlin, man dürfe die | |
| Warnung des Ministers nicht als Reaktion auf die Ereignisse in Norwegen | |
| verstehen. Man müsse trennen zwischen den Ereignissen dort und den | |
| innenpolitischen Debatten hier, die es auch schon vorher gegeben habe. Ein | |
| Sprecher des Bundesjustizministeriums bezeichnete es als "im Moment nicht | |
| angemessen, reflexartig konkrete Maßnahmen zu fordern". | |
| Diese Forderungen gibt es aber reichlich. Der Bund Deutscher | |
| Kriminalbeamter sprach sich für einen Alarmknopf im Internet aus, damit | |
| Internetznutzer extremistische Inhalte sofort melden können. Der | |
| CSU-Europaabgeordnete Manfred Weber forderte eine europaweite Sperrung | |
| extremistischer Webseiten. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles verlangte | |
| mehr Polizisten, die die rechtsextreme Szene im Internet beobachten sollen. | |
| Politiker verschiedener Parteien sprachen sich erneut für ein Verbot der | |
| rechtsextremen NPD aus. Und die Deutsche Polizeigewerkschaft hätte zudem am | |
| liebsten eine Datei, in der auffällige Menschen gespeichert werden. | |
| Auch die von der Union erneuerte Forderung, die Vorratsdatenspeicherung | |
| wieder einzuführen, sorgte für Streit in der Regierungskoalition. Die FDP | |
| lehnt die anlasslose Speicherung von Telefon- und Internetdaten ab. | |
| 27 Jul 2011 | |
| ## AUTOREN | |
| Sebastian Erb | |
| ## TAGS | |
| Schwerpunkt Überwachung | |
| Islamismus | |
| Schwerpunkt Deniz Yücel | |
| ## ARTIKEL ZUM THEMA | |
| Keine Parteienfinanzierung für NPD: Union will die Rechten wegsparen | |
| Niedersachsens Innenminister Schünemann will der NPD den Geldhahn zudrehen | |
| und so die rechtsextreme Szene schwächen. Das ist schwieriger, als er | |
| denkt. | |
| Norwegen nach den Attentaten: "Mich beeindruckt der Zusammenhalt" | |
| Die Wahlnorwegerin Rebekka Borsch über die plötzliche Emotionalität ihrer | |
| Landsleute, die politischen Folgen der Anschläge und die zunehmende | |
| Islamophobie. | |
| FDP-Politikerin Piltz über Sicherheitsdebatte: "Die Hysterie ist unverständli… | |
| Die FDP-Innenpolitikerin Gisela Piltz warnt nach den Anschlägen in Norwegen | |
| vor voreiligen Forderungen zur Kontrolle des Internets. Und sie grenzt sich | |
| deutlich vom Extremismusbegriff der Union ab. | |
| Journalist Hannes Stein über seine Islamkritik: "Ich verteidige die offene Ges… | |
| Rechtsradikale Islamkritiker verfolgen ein Phantasma namens christliches | |
| Abendland, meint Hannes Stein. Ihm geht es aber um das Recht, sich über | |
| alle Religionen lustig machen zu dürfen. | |
| Kommentar zu Innenminister Friedrich: Fußfesseln für Blogger! | |
| Blödsinn verzapfen, Blödsinn fordern – auf deutsche Innenpolitiker ist | |
| Verlass. Derzeit auf Innenminister Friedrich, der von Norwegen auf die | |
| "Autonomen Nationalisten" kommt. |