| # taz.de -- Winfried Kretschmann in der „sonntaz“: „Die Menschen wollen H… | |
| > Winfried Kretschmann sprach mit der „sonntaz“ über Erwartungen an | |
| > Politiker, nervende Journalisten und Merkels Handy. | |
| Bild: „Ich bin ein Provinzpolitiker.“ Winfried Kretschmann beim „Närrisc… | |
| Die taz hat Baden-Württembergs grünen Ministerpräsidenten Winfried | |
| Kretschmann ist zum Gespräch getroffen. Ein offener Austausch, bei dem wir | |
| Journalisten gar nicht gut wegkommen. Es ging aber nicht nur um | |
| Medienkritik, sondern auch um den aufgeheizten Politbetrieb in Berlin, die | |
| Kurzatmigkeit des grünen Parteirats und Krisenpolitik per SMS. Lesen Sie | |
| hier einige der stärksten Aussagen. | |
| Winfried Kretschmann über... | |
| ... Journalisten und Klischees: „Medien haben die Tendenz, eine gigantische | |
| Klischeemaschine zu sein. Wenn man diese Klischees nicht erfüllt, können | |
| Journalisten damit schwer umgehen. Die gleichen Klischees werden wieder und | |
| wieder durchgenudelt.“ | |
| ... über Journalisten und ihre Eile: „Die Alternative für Politiker ist | |
| oft: Entweder ich sage etwas, auch wenn ich wenig weiß. Oder ich | |
| recherchiere, denke nach und komme in den Medien nicht vor. Wenn ich das | |
| zum Prinzip mache, bin ich bald weg vom Fenster.“ | |
| ... über Journalisten und den neuen Papst: „Ich musste kürzlich den neuen | |
| Papst kommentieren. Obwohl ich den früheren Erzbischof von Buenos Aires gar | |
| nicht kannte. Ich wusste überhaupt nicht, wer das ist. Wenn ich, der | |
| politische Oberkatholik der Nation, nichts zum neuen Papst sage, denken | |
| viele: Der hat was gegen den. Auch zu schweigen wird ja sofort wieder | |
| interpretiert. Deshalb muss ich die deutung des Schweigens mitdenken.“ | |
| ... über Journalisten und Interviews - auch wenn es jetzt sehr unangenehm | |
| für uns wird: „Dieses zusammenhanglose Zitieren aus Interviews erzieht uns | |
| Politiker zu etwas Falschem. Wenn wir dreimal erlebt haben, dass uns aus | |
| dem Zusammenhang gerissene Sätze um die Ohren gehauen wurden, biegt man in | |
| die Spur gestanzter Phrasen ein.“ | |
| ... Berlin: „Ich bin ein Provinzpolitiker, mich hat es nie nach Berlin | |
| gezogen. Dieses Kurzatmige ist sehr präsent in Berlin. Und es wird immer | |
| schlimmer durch Smartphones und all diese wunderbaren Geräte.“ | |
| ... die zwei Jahre, die er im Parteirat der Grünen saß: „Ich war wirklich | |
| froh, als ich davon wieder erlöst war. Der Horizont war nach rückwärts eine | |
| Woche, nach vorne 14 Tage.“ | |
| ... Angela Merkel und ihr Handy: „Sie ist eine Politikerin der Krisen, eine | |
| Krisenmanagerin. Wer weiß, was unsere Bundeskanzlerin will? Wohin will sie? | |
| Niemand weiß es. Dazu passt das Medium: in der Krise schnell handeln, | |
| reagieren, moderieren. SMS passt zu diesem Regierungsstil und zu Merkels | |
| Politikertypus.“ | |
| Warum Winfried Kretschmann den Zeiten nachtrauert, in denen es noch nicht | |
| mal Fax-Geräte gab, was er zur Glaubwürdigkeit des SPD-Kanzlerkandidaten | |
| Peer Steinbrück sagt und warum Politiker keine Vorbilder sein müssen, | |
| erzählt Kretschmann im Gespräch der [1][aktuellen sonntaz]. Am Kiosk, | |
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| 23 Mar 2013 | |
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| ## AUTOREN | |
| Ulrich Schulte | |
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