| # taz.de -- Nach US-Einreiseverbot: Brite verklagt Trump-Regierung | |
| > Die US-Regierung erlässt Einreiseverbote gegen Gruppen, die sich für | |
| > Digitalgesetze und gegen Hass im Netz einsetzen. Jetzt wehrt sich ein | |
| > Betroffener | |
| Bild: Imran Ahmed leitet die NGO Center for Countering Digital Hate (CCDH) | |
| afp/taz | Der wegen angeblicher Zensur im Internet mit einem | |
| US-Einreiseverbot belegte Brite Imran Ahmed hat Mitglieder der Regierung in | |
| Washington verklagt. „Ich kämpfe gegen meine unrechtmäßige Abschiebung aus | |
| meinem Heimatland“, erklärte Ahmed, der Leiter der | |
| Nichtregierungsorganisation [1][Center for Countering Digital Hate] (CCDH) | |
| mit Sitz in London und Washington, am Mittwoch. Ahmed ist im Besitz einer | |
| dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung für die USA, einer sogenannten Green | |
| Card. | |
| Ahmed, dessen Organisation sich im Internet gegen Hassrede und | |
| Desinformation einsetzt, reichte vor einem Bundesgericht in New York Klage | |
| gegen US-Außenminister Marco Rubio, die US-Unterstaatssekretärin für | |
| öffentliche Diplomatie Sarah Rogers, US-Justizministerin Pam Bondi und | |
| US-Heimatschutzministerin Kristi Noem ein. In Gerichtsunterlagen hieß es, | |
| Ahmed drohe „die unmittelbare Gefahr einer verfassungswidrigen Festnahme, | |
| Strafhaft und Ausweisung“ aus den USA. | |
| Ein Bundesrichter erließ eine einstweilige Verfügung, die Ahmeds Verhaftung | |
| oder Inhaftierung untersagte. Die nächste Anhörung in dem Fall ist für | |
| Montag angesetzt. | |
| Das US-Außenministerium beharrte auf Anfrage hin auf seiner Position. „Der | |
| Oberste Gerichtshof und der Kongress haben wiederholt klargestellt: Die USA | |
| sind nicht verpflichtet, Ausländern die Einreise in unser Land oder den | |
| Aufenthalt hier zu gestatten“, erklärte das Ministerium. | |
| ## „Komplize“ des früheren US-Präsidenten | |
| US-Unterstaatssekretärin Rogers hatte zuvor im Onlinedienst X erklärt, | |
| Ahmed sei sanktioniert worden, weil er ein „wichtiger Komplize“ bei den | |
| Bemühungen der Regierung des früheren US-Präsidenten Joe Biden gewesen sei, | |
| „die Regierung als Waffe“ gegen US-Bürger einzusetzen. Ahmed betonte, es | |
| sei seine Lebensaufgabe, „Kinder vor den Gefahren unregulierter | |
| Onlinedienste und künstlicher Intelligenz zu schützen und die Verbreitung | |
| von Antisemitismus im Internet zu bekämpfen.“ | |
| Am Dienstag [2][hatte das US-Außenministerium fünf Menschen in Europa, | |
| darunter die beiden Geschäftsführerinnen von HateAid, Anna-Lena von | |
| Hodenberg und Josephine Ballon, als „radikale Aktivisten“ eingestuft]. | |
| HateAid hilft Betroffenen, sich gegen digitale Gewalt zur Wehr zu setzen. | |
| Anfang Dezember hatte HateAid in einer Petition gemeinsam mit weiteren | |
| Organisationen die Bundesregierung aufgefordert, die von Elon Musk geführte | |
| Plattform X zu verlassen. Die Regierung in Washington wirft ihnen „Zensur“ | |
| im Internet vor. | |
| Die HateAid-Geschäftsführerinnen vermuten, dass ihr Einsatz für die | |
| Umsetzung von EU-Digitalgesetzen wie dem „Digital Services Act“ (DSA) der | |
| Grund für die Sanktionen ist, wie sie [3][in einem Interview mit dem | |
| Nachrichtenmagazin Spiegel erklärten]. Beide wurden mit einer | |
| Einreisesperre belegt. | |
| Ebenfalls betroffen sind die Britin Clare Melford sowie der ehemalige | |
| EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton. Breton wirkte maßgeblich am Digital | |
| Services Act und an der europäischen KI-Verordnung (AI Act) mit. | |
| 26 Dec 2025 | |
| ## LINKS | |
| [1] https://counterhate.com/ | |
| [2] /Organisation-gegen-Hass-im-Netz/!6141191 | |
| [3] https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/hateaid-man-gibt-sich-nicht-ein… | |
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