| # taz.de -- Verkehrskonzept im italienischen Perugia: Von unten nach oben mit d… | |
| > Wer in der mittelalterlichen Stadt Perugia vom Tal auf den Berg will, | |
| > nimmt am besten die Minimetrò. Das ist eine weltweit einzigartige | |
| > Kleinbahn. | |
| Bild: Die Wagen der Minimetrò schlängeln sich den Berg hinauf und wieder hinu… | |
| Prossima fermata: Cupa! Eine weibliche Stimme sagt die nächste Station an: | |
| Cupa. Es ist die vorletzte auf der Fahrt mit der Minimetrò in [1][Perugia, | |
| der Hauptstadt der Region Umbrien in Mittelitalien], von ganz unten in der | |
| Stadt bis ganz nach oben. Perugia ist eine etruskische Stadt, die – wie so | |
| viele Orte in Italien – auf einen Hügel gebaut wurde. Wer vom Bahnhof ins | |
| historische Stadtzentrum will, kann ein kleines Fitnessprogramm einlegen | |
| und über zahlreiche Treppen und kleine Gassen nach oben laufen. Man kann | |
| aber auch die Minimetrò nehmen, die erste ihrer Art weltweit. | |
| Die Minimetrò hat nur sieben Stationen, sie braucht aber auch nicht mehr, | |
| um die Wohnviertel im Tal mit der Altstadt auf dem Hügel zu verbinden. | |
| Dazwischen liegen 3 Kilometer und 161 Höhenmeter, alle 30 Sekunden hält | |
| einer der 25 Wagen an den Stationen, jede der fahrerlosen Kabinen kann 40 | |
| Personen mitnehmen. In der Woche ist die Minimetrò von 7 bis 21.30 Uhr | |
| unterwegs, an den Wochenenden fährt sie bis 2 Uhr nachts. | |
| Die Minimetrò ist nicht nur ein einzigartiges Transportmittel, weil sie so | |
| zuverlässig, schnell und bequem ist, sondern vor allem, weil Perugia damit | |
| etwas geschaffen hat, was andere Städte (nicht nur in Italien) auch gern | |
| hätten: eine [2][weitgehend autofreie Innenstadt] mit einer unkomplizierten | |
| [3][ÖPNV]-Anbindung an entfernte Stadtviertel. | |
| 1998 beschloss die Stadt ein nachhaltiges Verkehrskonzept mit Minimetrò, | |
| Rolltreppen, Fahrstühlen, drei Jahre später wurde die Baugenehmigung für | |
| die Bahn erteilt. Deren Bau begann 2003, fünf Jahre später war die | |
| Minimetrò fertig. Seitdem befördert sie jeden Tag etwa 10.000 Menschen. | |
| ## Autos bleiben schon mal stecken | |
| Ursprünglich sollte die Minimetrò komplett unterirdisch fahren, der Plan | |
| wurde glücklicherweise verworfen, denn so eine Fahrt mit der Kleinbahn für | |
| 1,50 Euro ist ein Erlebnis an sich. Die Wagen schlängeln sich den Berg | |
| hinauf und wieder hinunter, durch kurze Tunnel, vorbei an Hochhäusern, | |
| Verwaltungsgebäuden, einem Kino, dem Bahnhof Fontivegge – zehn Minuten für | |
| eine Strecke. Wer an einer der beiden Endstationen im Waggon bleibt, | |
| erlebt, wie der sich dreht und auf die Gegenbahn geschoben wird – ein | |
| endloser Kreislauf. | |
| Das funktioniert, weil die Bahn über ein umlaufendes Stahlseil betrieben | |
| wird, das unter den Wagen verläuft. Alles kann man während der Fahrt durch | |
| die Fenster genau verfolgen. Wenn die Bahn gleichzeitig um eine Kurve und | |
| bergabwärts fährt, hat man für einen kurzen Moment das Gefühl, in einer | |
| Achterbahn zu sein, die eine flache Kurzstrecke absolviert. | |
| Die Perugini lieben ihre Minimetrò – und sie lieben ihr autobefreites | |
| Zentrum. Von morgens ab 7 Uhr bis tief in die Nacht sind die Piazza IV | |
| Novembre und die angrenzenden Straßen mit all den Bars, Pizzaständen, | |
| Restaurants belebt. Ohnehin ist Autofahren in der mittelalterlichen Stadt | |
| mit ihren schmalen, hügeligen und kurvenreichen Straßen kein Vergnügen, | |
| größere Wagen bleiben schon mal stecken. | |
| 27 Dec 2025 | |
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| ## AUTOREN | |
| Simone Schmollack | |
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