| # taz.de -- Nachrichten im Nahost-Krieg: EU-Kommission schlägt weitreichende S… | |
| > Die EU-Kommission schlägt wegen des Gaza-Kriegs vor, den Freihandel mit | |
| > Israel auszusetzen. Hunderttausende auf der Flucht. Papst fordert | |
| > Waffenstillstand. | |
| Bild: Vertriebene Palästinenser fliehen aus dem nördlichen Gazastreifen entla… | |
| Papst: „Du sollst nicht töten“ | |
| Papst Leo XIV. hat in der Diskussion um die Bodenoffensive in Gaza an das | |
| 5. Gebot aus der Bibel erinnert: „Du sollst nicht töten“, [1][schrieb der | |
| Papst auf X]. Jeder Mensch habe eine unantastbare Würde, die es zu achten | |
| und zu bewahren gelte, so der Papst weiter. | |
| Zudem erklärte er seine „tiefe Verbundenheit mit dem palästinensischen Volk | |
| in Gaza“ und rief auf „zu einem Waffenstillstand, zur Freilassung der | |
| Geiseln, zu einer diplomatischen Verhandlungslösung und zur vollständigen | |
| Einhaltung des humanitären Völkerrechts.“ (taz) | |
| Israelisches Militär öffnet Korridor für Flucht aus Stadt Gaza | |
| Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben einen neuen Korridor an | |
| der Küste des Gazastreifens geöffnet, über den Einwohnerinnen und Einwohner | |
| die Stadt Gaza nach Süden verlassen können. Militärsprecher Avichay Adraee | |
| teilte in den sozialen Medien mit, die Route werde vom heutigen Mittwoch an | |
| für zwei Tage offen sein. | |
| Viele Palästinenserinnen und Palästinenser im Norden des Gazastreifens | |
| waren offenbar am Mittwoch von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem | |
| israelische Angriffe nach Angaben der palästinensischen | |
| Telekommunikationsaufsicht mit Sitz im Westjordanland die Internet- und | |
| Telefonverbindungen am Morgen gekappt hatten. (ap) | |
| EU-Kommission schlägt weitreichende Sanktionen vor | |
| Als Reaktion auf die Entwicklungen im Gazastreifen schlägt die Europäische | |
| Kommission den EU-Staaten das Verhängen weitreichender Sanktionen gegen | |
| Israel vor. Nach dem Willen der Behörde unter der Leitung von Ursula von | |
| der Leyen sollten unter anderem Freihandelsvorteile gestrichen und | |
| Strafmaßnahmen gegen extremistische israelische Minister und Siedler | |
| veranlasst werden. Kommissionspräsidentin von der Leyen erklärte: „Die | |
| entsetzlichen Dinge, die sich täglich im Gazastreifen abspielen, müssen | |
| aufhören.“ Es brauche eine sofortige Waffenruhe, ungehinderten Zugang für | |
| humanitäre Hilfe und die Freilassung aller von der Hamas festgehaltenen | |
| Geiseln. | |
| Für die Maßnahme gibt es unter den EU-Mitgliedstaaten derzeit jedoch keine | |
| ausreichende Unterstützung. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas will zudem | |
| Sanktionen gegen zwei israelische Minister sowie gegen gewalttätige Siedler | |
| und Hamas-Mitglieder verhängen. Auch diese Schritte müssen von den | |
| EU-Staaten beschlossen werden. | |
| Ziel des Vorstoßes ist es, Israel zu einem Kurswechsel bei seinem Vorgehen | |
| im Gazastreifen zu bewegen. Aus Sicht der Kommission verstößt das Land mit | |
| seiner Militäroffensive und der daraus resultierenden humanitären | |
| Katastrophe gegen die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht. | |
| Die Bundesregierung hat sich nach Angaben von Regierungssprecher Stefan | |
| Kornelius noch nicht entschieden, ob sie EU-Sanktionen gegen Israel | |
| unterstützen wird. Die EU-Kommission werde Vorschläge noch am Mittwoch | |
| vorlegen. „Die Bundesregierung hat sich noch keine abschließende Meinung | |
| darüber gebildet“, sagt der Sprecher. Sanktionen müssten zielgerichtet | |
| sein. | |
| Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte bereits vor der offiziellen | |
| Vorstellung an Deutschland und Italien appelliert, die Pläne für | |
| europäische Handelssanktionen gegen Israel zu unterstützen oder alternativ | |
| andere Druckmittel vorzuschlagen. „Wenn wir uns einig sind, dass die Lage | |
| unhaltbar ist und wir die israelische Regierung zum Kurswechsel bringen | |
| wollen, dann müssen wir klären: Was können wir dafür tun?“, sagte sie in | |
| einem Interview des Senders Euronews. Wer vorgeschlagene Maßnahmen als | |
| Reaktion auf Israels Vorgehen im Gazastreifen nicht unterstütze, solle | |
| bitte Alternativen nennen. (reuters/dpa) | |
| Hilfsorganisationen warnen vor Katastrophe in Gaza-Stadt | |
| Nach dem Beginn von Israels höchst umstrittener Bodenoffensive in der Stadt | |
| Gaza fordern Hilfsorganisationen die internationale Gemeinschaft zum | |
| dringenden Handeln auf. „Die Staaten müssen alle ihnen zur Verfügung | |
| stehenden politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Mittel einsetzen, | |
| um zu intervenieren“, hieß es in einer im Namen von rund zwei Dutzend | |
| Hilfsorganisationen von „Save the Children“ veröffentlichten Mitteilung. | |
| UN-Generalsekretär António Guterres sagte: „Was heute in Gaza passiert, ist | |
| entsetzlich“. Die Stadt Gaza im Norden werde von Israel systematisch | |
| zerstört. | |
| Es handle sich um Gewalt in einem Ausmaß, wie er es seit seiner fast | |
| neunjährigen Amtszeit als Generalsekretär in keinem Konflikt erlebt habe, | |
| sagte Guterres in New York. „Die Wahrheit ist, dass dies moralisch, | |
| politisch und rechtlich unerträglich ist.“ In der von „Save the Children“ | |
| veröffentlichten Mitteilung hieß es anklagend: „Unsere Warnungen wurden | |
| ignoriert, und Tausende weitere Menschenleben stehen weiterhin auf dem | |
| Spiel“. (dpa) | |
| 48 Stunden „Evakuierungsroute“ nach Süden | |
| Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte laut „Times of Israel“, | |
| bisher seien fast 400.000 Menschen den Aufrufen der Armee gefolgt und | |
| hätten die zur Kampfzone erklärte Stadt verlassen. Das sind aber erst | |
| weniger als die Hälfte der schätzungsweise rund eine Million Bewohner der | |
| Stadt. | |
| Am Morgen gab ein israelischer Armeesprecher in arabischer Sprache auf der | |
| Plattform X die vorübergehende Öffnung einer „Evakuierungsroute“ Richtung | |
| Süden bekannt und wies diese in einer beigefügten Karte aus. Sie gelte ab | |
| heute 12.00 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr MESZ) für genau 48 Stunden. Die | |
| Menschen dürften sich nur auf der ausgewiesenen Straße bewegen, hieß es. | |
| Die Maßnahme diene dazu, das Verlassen der Stadt Gaza Richtung Süden zu | |
| erleichtern, schrieb der Sprecher. (dpa) | |
| Israels Armee erwartet monatelange Kämpfe in Stadt Gaza | |
| Nachdem das israelische Sicherheitskabinett im August gegen den Widerstand | |
| der Militärspitze die Einnahme der Stadt Gaza gebilligt hatte, begann die | |
| Armee ihre Bodenoffensive dort in der Nacht zum Dienstag mit Tausenden | |
| Soldaten. Sie könnte nach Angaben von Armeesprecher Effie Defrin viele | |
| Monate dauern. (dpa) | |
| ## Japan plant keine Anerkennung eines Palästinenserstaates | |
| Japan will einen Palästinenserstaat einem Medienbericht zufolge vorerst | |
| nicht anerkennen. Grund dafür sei die Rücksicht auf die Beziehungen zu den | |
| USA und die Sorge, dass Israel seine Haltung verschärfen könnte, berichtet | |
| die Zeitung „Asahi“ unter Berufung auf Regierungskreise. Mehrere westliche | |
| Staaten wie Großbritannien und Frankreich planen diesen Schritt hingegen. | |
| Innerhalb der G7 hatten sich jedoch auch Deutschland und Italien gegen eine | |
| sofortige Anerkennung ausgesprochen. | |
| UN-Untersuchungskommission wirft Israel Völkermord in Gaza vor | |
| Israel verübt laut einer UN-Untersuchungskommission im Gaza-Streifen | |
| Völkermord an den Palästinenserinnen und Palästinensern. Die Kommission | |
| forderte Israel und alle Staaten am Dienstag in Genf auf, den Völkermord zu | |
| beenden und die Verantwortlichen zu bestrafen. Israels Regierung wies die | |
| Anschuldigungen umgehend als gefälscht zurück. Angesichts der israelischen | |
| Offensive auf Gaza-Stadt warnte indes die EU-Kommission abermals vor einer | |
| Verschärfung der humanitären Katastrophe. | |
| Die UN-Untersuchungskommission für die besetzten palästinensischen Gebiete, | |
| einschließlich Ostjerusalem, und Israel veröffentlichte [2][einen Bericht, | |
| der den Zeitraum seit Beginn des Nahost-Krieges vor knapp zwei Jahren | |
| umfasst]. Darin kommen die Ermittler unter Vorsitz der südafrikanischen | |
| Juristin Navi Pillay zu dem Schluss, dass die israelischen Behörden und | |
| Sicherheitskräfte vier der fünf in der Konvention über die Verhütung und | |
| Bestrafung des Genozids definierten Völkermordhandlungen begangen haben. | |
| Konkret handele es sich um Tötung, Verursachung schwerer körperlicher oder | |
| seelischer Schäden, vorsätzliche Schaffung von Lebensbedingungen, die auf | |
| die vollständige oder teilweise Zerstörung der palästinensischen | |
| Bevölkerung abzielten, und schließlich die Verhängung von Maßnahmen zur | |
| Verhinderung von Geburten, hieß es. Aus Erklärungen israelischer ziviler | |
| und militärischer Behörden sowie aus dem Verhaltensmuster der | |
| Sicherheitskräfte gehe hervor, dass die „Völkermordhandlungen mit der | |
| Absicht begangen wurden, die Palästinenser im Gaza-Streifen als Gruppe ganz | |
| oder teilweise zu vernichten“. (epd) | |
| 17 Sep 2025 | |
| ## LINKS | |
| [1] https://x.com/Pontifex_de/status/1968283796085633468 | |
| [2] https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/sess… | |
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