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# taz.de -- 20-Kilogramm-Grenze für Pakete: Post von Wegner
> Pakete ab 20 Kilo sollen Zusteller:innen nicht allein tragen, fordert
> Verdi. Kai Wegner findet eine neue Rolle bei der Post.
Bild: Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) in seiner neuen Rolle bei der…
Berlin taz | Post vom Regierenden Bürgermeister landet selten im
Briefkasten. Einige Berliner:innen dürften sich jetzt aber darauf
freuen. Denn am Dienstagmorgen hievt Kai Wegner (CDU) Pakete auf
Fließbänder in einem DHL-Zustellungszentrum in Charlottenburg und verlädt
sie in Lieferwägen.
Politiker wie der Regierende Bürgermeister sollen nicht glauben, dass so
eine Zustellung erst in ihrem Treppenhaus beginnt, sagt Aris Harkat,
Gewerkschaftssekretär bei Verdi. Die Dienstleistungsgewerkschaft hatte
Wegner zum Termin eingeladen. Verdi will ihn davon überzeugen, dass eine
Person nicht alleine Pakete ausstellen sollte, die 20 Kilogramm oder mehr
wiegen.
Wegner hat eine Verdi-Weste über sein Hemd gestreift, steht in einer
Anlieferstation, umringt von Päckchen, die sich bis an die Decke stapeln.
Maschinen dröhnen. Stück für Stück hievt er die Pakete auf ein Fließband.
Betriebsräte schauen ihm grinsend zu. „Der hat aber ein Tempo drauf“, sagt
einer. Ein anderer bringt ihm eine Sackkarre. Wegner weiß nichts mit ihr
anzufangen. Die Zusteller:innen könnten das Argument nicht mehr hören,
Sackkarren würden ihre Probleme lösen, erklärt ein Betriebsrat.
[1][Bis zu 29-mal müssen Zusteller:innen ein Paket anheben, bevor sie
an der Haustür klingeln – die wenigsten Strecken befänden sich da auf
geradem Wege, erklärt Gewerkschaftssekretär Harkat.] Oft tragen
Zusteller:innen Pakete mehrere Stockwerke hinauf. Wenn die dann über
zwanzig Kilo wiegen, gehe das zu Lasten ihrer Gesundheit. Viele der
Zusteller:innen würden unter Rücken- und Gelenkerkrankungen leiden,
sagt Harkat. Wegner solle auf Schwarz-Rot Druck machen, eine gesetzliche
Begrenzung auf 20 Kilogramm bei Ein-Personen-Zustellungen einzuführen. Zu
zweit gehe eben alles viel leichter.
## Wegner will sich für Regulierung einsetzen
Bei einer bundesweiten Verordnung gehe auch die DHL mit, sagt ein Sprecher
auf taz-Nachfrage. Sie müsse aber eben für alle Zulieferer gelten, damit
kein Wettbewerbsnachteil entstehe. So sei auch ein Tarifvertrag
ausgeschlossen, weil er nicht die vielen Subunternehmen betreffe, die für
die Konkurrenten arbeiten würden.
Warum aber es ausgerechnet Wegner sein soll, der das bundespolitische Thema
vorantreibt, bleibt unbeantwortet. Berlin sei eben ein zentraler
Knotenpunkt für Paketlogistik – da könne Wegner ein wichtiges Signal nach
oben senden, sagt Gewerkschaftssekretär Harkat. Klingt nach: Wir haben
niemand besseres bekommen.
Die Unterstützung des Regierenden Bürgermeisters hat Verdi aber schon mal:
Das viele Schleppen sei „schon belastend“ gewesen, sagt Wegner, „Da glaube
ich, dass wir eine Regulierung brauchen.“ Er wolle bei Parteigremien,
Bundesregierung und Ländern für die 20 Kilogramm Grenze werben. Vielleicht
darf also auch bald Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) Pakete schleppen.
26 Aug 2025
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[1] /Mehr-Beschwerden/!6101529
## AUTOREN
Moritz Tübbecke
## TAGS
Kai Wegner
Arbeitsschutz
Verdi
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