| # taz.de -- +++ Ticker Räumung Lützerath +++: Demonstrierende ziehen ab | |
| > Viele Demonstrierende verlassen die Gegend um Lützerath. | |
| > Aktivist:innen beklagen Polizeigewalt. Die Polizei spricht von | |
| > Verletzten auf beiden Seiten. | |
| Bild: Füße im Schlamm und Auge in Auge mit dem Gegenüber: So sah es um Lütz… | |
| ## 21:45 Uhr: „Verletzte auf beiden Seiten“ | |
| Bei Zusammenstößen zwischen Klima-Demonstranten und der Polizei sind am | |
| Samstag nach Polizeiangaben Menschen verletzt worden. Es habe Verletzte auf | |
| beiden Seiten gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Samstagabend der | |
| Deutschen Presse-Agentur. Die genaue Zahl der Verletzten und die näheren | |
| Umstände wurden zunächst nicht bekannt. Die Polizei setzte Wasserwerfer und | |
| Schlagstöcke ein. | |
| Nach Polizeiangaben attackierten einzelne Demonstranten auch Einsatzwagen | |
| der Polizei und warfen Pyrotechnik in Richtung der Beamten. Ein Sprecher | |
| erklärte, Reifen seien zerstochen und Außenspiegel abgetreten worden. (dpa) | |
| ## 18:05 Uhr: Die Reihen der Demonstrierenden lichten sich | |
| Die Reihen vor dem Ortseingang nach Lützerath haben sich gelichtet, viele | |
| Demonstrierende machen sich auf den Heimweg. Einige Hundert harren weiter | |
| an westlichen Seite von Lützerath Richtung Abrisskante aus. Die Sonne ist | |
| inzwischen untergegangen, Flut- und Blaulichter erhellen die Szenerie. | |
| (taz) | |
| ## 17:25 Uhr: Mensch mit Rettungshubschrauber abtransportiert | |
| Wie verschiedene Teilnehmer:innen der Demonstration berichten, soll | |
| eine Person aus Reihen der Aktivist:innen bei einem Polizeieinsatz so | |
| schwer verletzt worden sein, dass sie mit einem Rettungshubschrauber | |
| abtransportiert werden musste. | |
| In der Telegram-Gruppe „Aktionsticker Lützerath“ heißt es dazu: | |
| „Nummerierte Wichte schlagen Menschen vor den Zäunen der Zerstörung | |
| krankenhausreif. Die Bilder sind so verstörend, dass wir sie hier nicht | |
| teilen wollen. Eine Person wurde soeben mit dem Rettungshubschrauber ins | |
| Krankenhaus gebracht.“ | |
| Unterdessen sollen sich laut des „Aktionstickers“ weiterhin zwei | |
| Aktivist:innen in den Bäumen aufenthalten und die Räumung verzögern. | |
| (taz) | |
| ## 17:15 Uhr: Polizei fordert Menschen auf, Bereich nahe Lützerath zu | |
| verlassen | |
| Die Polizei hat Demonstranten aufgefordert, sich aus dem unmittelbaren | |
| Bereich am Braunkohleort Lützerath zurückzuziehen. Die Polizei werde das | |
| Areal an einem Zaun, der die Ortschaft abriegelt, andernfalls räumen und | |
| „unmittelbaren Zwang“ anwenden, sagte ein Sprecher am Samstagnachmittag. | |
| Per Lautsprecher drohte die Polizei mit dem weiteren Einsatz von | |
| Wasserwerfern sowie körperlicher Gewalt, wie eine dpa-Reporterin | |
| berichtete. Nach ihrer Beobachtung hielten sich am Nachmittag noch mehrere | |
| Hundert Demonstranten in dem Bereich des Zauns auf. (dpa) | |
| ## 16:40 Uhr: Tower wird geräumt, Lage aktuell ruhig | |
| Der Telegram-„Aktionsticker Lützerath“ berichtet, dass der „Tower“, in… | |
| sich Aktivist:innen auf dem Gelände verschanzt haben, geräumt wird: | |
| „Die Cops haben einige Menschen aus dem Tower jetzt bis vors ehemalige | |
| Holztor geschleift und #Luetzi Menschen nehmen sie in Empfang! Viele | |
| Menschen gehen über den Wall Richtung Lützi um die Polizei zurück zu | |
| drängen und skandieren ‚Haut ab!‘ in Richtung der Polizei.“ | |
| Das aktuell letzte Bild zeigt die sich auf eine Entfernung von rund zwanzig | |
| Meter gegenüberstehenden Ketten der Polizei und der Aktivist:innen. Dazu | |
| heißt es: „Die Ruhe vor dem Sturm“. | |
| Aktuell, so heißt es aus Kreisen der Demonstirerenden, sei die Situation | |
| „Statisch“. Polizei habe alle Kräfte am Zaun zusammengezogen, es sei kein | |
| Durchkommen. Viele machten sich auf den Weg nach Hause. Währenddessen | |
| laufen am Kundgebungsort noch Konzerte. (taz) | |
| ## 16:33 Uhr: Ermittlungen wegen Vorfall an der NRW-Landesvertretung in | |
| Berlin | |
| Nach einem Polizeieinsatz an der Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen | |
| in Berlin hat der Polizeiliche Staatsschutz am Samstag Ermittlungen wegen | |
| Diebstahls und Sachbeschädigung aufgenommen. Die mutmaßlichen Täter | |
| hinterließen nach Angaben der Polizei aus Berlin den Schriftzug „Lützi | |
| bleibt“ auf einem Fenster des Gebäudes. | |
| Nach den bisherigen Ermittlungen soll sich eine Gruppe aus etwa zehn | |
| Menschen an dem Gebäude aufgehalten haben. Personen aus dieser Gruppe | |
| entfernten demnach einen Buchstaben aus dem vor dem Gebäude montierten | |
| Schriftzug „NRW EU“. Als Polizeikräfte eintrafen, seien die Mitglieder der | |
| Gruppe geflüchtet. Dabei hätten sie eine Sackkarre mit dem abmontierten | |
| Buchstaben hinterlassen. Die Polizei nahm den Angaben zufolge zwei | |
| tatverdächtige Männer in der Nähe vorübergehend fest. (epd) | |
| ## 16:27 Uhr: Polizei setzt vor Lützerath Wasserwerfer ein | |
| Die Polizei hat Wasserwerfer gegen Demonstranten kurz vor dem abgeriegelten | |
| Dorf Lützerath im rheinischen Braunkohlerevier eingesetzt. Das beobachtete | |
| eine dpa-Reporterin am Samstag. Hunderte Demonstranten standen der Polizei | |
| vor Lützerath gegenüber. Aus ihren Reihen erklang immer wieder der Ruf „Auf | |
| nach Lützerath! Auf nach Lützerath!“ Zuvor waren die Klima-Demonstranten | |
| bei einer Kundgebung mit Tausenden Teilnehmern von einem Sprecher auf dem | |
| Podium aufgefordert worden, bis nach Lützerath vorzudringen. (dpa) | |
| ## 16:03 Uhr: Hunderte von Demonstranten vor Lützerath | |
| Am Rande einer großen Demonstration gegen den rheinischen Braunkohletagebau | |
| hat sich die Stimmung am Samstag zunehmend aufgeheizt. In angespannter | |
| Atmosphäre standen sich am Nachmittag Hunderte Polizisten und Hunderte | |
| Demonstranten unmittelbar vor dem Dorf Lützerath gegenüber. Aus den Reihen | |
| der Demonstranten erklang immer wieder der Ruf „Auf nach Lützerath! Auf | |
| nach Lützerath!“ | |
| Ein Polizeisprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir stehen mit dem | |
| Rücken zum Zaun. Hinter uns stehen die Wasserwerfer. Die Androhung ist | |
| erfolgt, dass die Wasserwerfer eingesetzt werden. Jetzt müssen wir | |
| abwarten, was passiert.“ Die Demonstranten erhielten derzeit immer noch | |
| weiteren Zulauf. „Wir wenden jetzt schon unmittelbaren Zwang an, wenn Leute | |
| in die Richtung gehen.“ (dpa) | |
| ## 15:50 Uhr: Handgemenge mit der Polizei | |
| Wenige Hundert Meter vor Lützerath kommt es vermehrt zu Handgemengen | |
| zwischen Demonstrierenden und der Polizei, die sich in Ketten direkt | |
| gegenüberstehen. Die Polizei fährt Wasserwerfer auf und droht über | |
| Lautsprecheransagen mit unmittelbarem Zwang. | |
| Auch tausende Menschen, die bis jetzt noch bei der Kundgebung waren, kommen | |
| nun in Richtung des Zaunes. Über einen Wall haben sich jetzt viele von | |
| einer zweiten Seite Lützerath angenähert. Eine Polizeikette, die Menschen | |
| vom zaun fernhalten soll, kann nicht verhindern, dass immer mehr zum Zaun | |
| vorstoßen. Lützerath ist von zwei Seiten umstellt. | |
| Die Polizei nutzt unterdessen Transporter des Energieversorgungskonzerns | |
| RWE, um Demonstrierende abzutransportieren. Auf den Lastwagen, durch deren | |
| Fenster in den Containern auf der Ladefläche sich Aktivist:innen | |
| erkennen lassen, prangt das Logo des Konzerns. (taz) | |
| ## 14:54 Uhr: Aktivistinnen durchbrechen Bauzaun | |
| Mehrere Aktivist:innen haben den Bauzaun durchbrochen und sind in | |
| Richtung Tagebau durchgedrungen. Der Telegram-“Aktionsticker Lützerath“ | |
| vermeldet, dass eine Person in Untersuchungshaft genommen wurde und hinter | |
| dem Bauzaun „gefährlich und ohne Beobachter_innen“ geräumt werde. Die | |
| Polizei versperrt auch Vertreter:innen der Presse weiter den Zugang. | |
| (taz) | |
| ## 14:49 Uhr: Polizei: Demonstranten wollen nach Lützerath | |
| Am Rande des rheinischen Braunkohletagebaus haben am Samstag einige | |
| Klima-Demonstranten versucht, vom Kundgebungsort Keyenberg in das von der | |
| Polizei abgesperrte Lützerath vorzudringen. „Wir versuchen, sie daran zu | |
| hindern“, sagte ein Polizeisprecher. Einige Vermummte hielten sich | |
| unterdessen am Rande des Tagebaus auf, sagte er. Es sei auch Pyrotechnik in | |
| Richtung Einsatzkräfte geflogen. | |
| Die vor Lützerath stehende Polizei hielt nach Beobachtung einer | |
| dpa-Reporterin Hunde und Wasserwerfer bereit. Ein Sprecher auf der | |
| Kundgebungsbühne hatte zuvor dazu aufgerufen, nach Lützerath vorzudringen | |
| und sich dabei von der Polizei nicht aufhalten zu lassen. Das von | |
| Aktivisten besetzte Dorf Lützerath wird seit Mittwoch von der Polizei | |
| geräumt, damit der Energiekonzern RWE die darunter liegende Kohle abbaggern | |
| kann. Die seit Samstagmittag laufende Kundgebung mit Tausenden Teilnehmern | |
| richtet sich dagegen. (dpa) | |
| ## 14:40 Tumulte und Auseinandersetzungen | |
| Es kommt zu Tumulten zwischen der Polizei und Demonstrierenden. Während die | |
| Einsatzkräfte immer wieder Ansagen machen, die wegen des Windes kaum zu | |
| verstehen sind, versuchen die Teilnehmenden weiter vorzudringen. Die | |
| Polizei verbietet selbst Pressevertreter:innen den Zugang zum Feld, | |
| es wird von tätlichen Angriffen von Polizisten auf Journalisten berichtet, | |
| dabei soll mindestens ein Journalist verletzt worden sein. | |
| Polizeiketten werden überrannt, Aktivist:innen schießen mit | |
| Feuerwerksraketen in Richtung der Polizist:innen. Die Polizei reagiert mit | |
| Pfefferspray. Mitunter kommt es zu Schlagstockeinsätzen gegen | |
| Demonstrierende. Unterdessen rückt die Demo immer weiter vor in Richtung | |
| Bauzaun. (taz) | |
| 14:18 Uhr: Polizei: Personen in Tagebau eingedrungen | |
| Bei der Demonstration nahe Lützerath im Rheinischen Revier sind einige | |
| Menschen nach Polizeiangaben in den Tagebau eingedrungen. „Entfernen Sie | |
| sich sofort aus dem Gefahrenbereich!“, schrieben die Einsatzkräfte bei | |
| Twitter. | |
| Zudem hätten Menschen versucht, durch eine Polizeiabsperrung an die | |
| Tagebaukante zu gelangen. Die Personen seien größtenteils vermummt gewesen, | |
| erklärten die Einsatzkräfte. „Um dies zu verhindern, wenden wir | |
| unmittelbaren Zwang an“, hieß es. Die Polizei forderte die Menschen auf, | |
| keine Polizeikräfte anzugehen und sich kooperativ zu verhalten. (dpa) | |
| 14:12 Uhr: Hunderte bei Demo an Tagebaukante – Polizeipräsident „entsetzt�… | |
| Bei einer großen Demonstration für die Erhaltung des Dorfes Lützerath haben | |
| sich am Samstag Hunderte Teilnehmer unmittelbar an die Kante des | |
| rheinischen Braunkohletagebaus gestellt. „Ich bin absolut entsetzt, wie | |
| normale Versammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmer sich dazu hinreißen | |
| lassen, hier den absoluten Gefahrenbereich zu betreten“, sagte der Aachener | |
| Polizeipräsident Dirk Weinspach der Deutschen Presse-Agentur. Ein | |
| Aufenthalt unmittelbar am Steilhang der Tagebaukante sei sowieso schon | |
| gefährlich, jetzt aber ganz besonders, weil der Boden durch Dauerregen | |
| aufgeweicht sei. Ein Polizeisprecher schätzte die Gesamtzahl der | |
| Demoteilnehmer auf 8000 bis 10 000. | |
| Eine Sprecherin auf der Kundgebungsbühne sagte, es gebe einen | |
| Wasserrohrbuch in der Nähe der Tagebaukante. Es bestehe dort | |
| Einsturzgefahr. Deshalb müsse unbedingt ein Sicherheitsabstand eingehalten | |
| werden. | |
| Ein anderer Sprecher auf der Kundgebungsbühne sagte, er finde es legitim, | |
| wenn die Teilnehmer versuchten, in das abgesperrte Lützerath vorzudringen. | |
| „Lasst euch von der Polizei nicht aufhalten. Wir sind mächtig. Wir sind auf | |
| der Seite der Gerechtigkeit. Wir lassen uns von diesem repressiven System | |
| nicht aufhalten. Wir stoppen diesen Tagebau. Macht alles, was ihr für | |
| richtig haltet.“ Das von Aktivisten besetzte Dorf Lützerath wird seit | |
| Mittwoch von der Polizei geräumt, damit der Energiekontern RWE die darunter | |
| liegende Kohle abbaggern kann. (dpa) | |
| ## 13:57 Uhr: Demonstrierende wollen friedlich bleiben | |
| In und um Lützerath herrscht Dauerregen. Die Demonstration formiert sich | |
| über viele kleinere Waldwege, über die sich die Teilnehmenden ihren Weg | |
| bahnen. Die Stimmung ist locker, gut und friedlich, aus Reihen der | |
| Demonstrierenden ist immer wieder zu hören, dass eine gewalttätige | |
| Konfrontation mit der Polizei auf jeden Fall vermieden werden soll. | |
| Aus Süddeutschland sind Teilnehmerinnen der Gruppe Omas for Future | |
| angereist, außerdem sind auch viele Familien und ältere Menschen auf den | |
| Wegen zu sehen. Ab und an kommt es vor, dass die Polizei die Menschen von | |
| den Wegen in die Felder schickt, um mit ihren Einsatzwagen durchzukommen. | |
| In der Telegram-Gruppe „Aktionsticker Lützerath“ heißt es, dass die | |
| Information kursiere, es seien 80.000 Menschen vor Ort. Bilder aus der | |
| Gruppe zeigen, dass die Polizei wohl Reiterstaffeln vor Ort hat. Dazu heißt | |
| es: „Die Pferde solidarisieren sich mit uns – eines warf symbolisch einen | |
| Cop herunter“. (taz) | |
| ## 13:01 Uhr: Veranstalter rechnen mit 25.000 Demonstrierenden | |
| Über Wanlo sind Polizeihubschrauber zu hören, die Wege und Hügel stehen | |
| voll mit Autos. Am Kreisverkehr Richtung Kellenberg sind an die hundert | |
| Menschen unterwegs zur Demo, es gibt eine autonome Teeküche, Sachspenden | |
| und aufgestellte Toiletten. Weiter Richtung Startpunkt der Demo sind die | |
| Straßen schon komplett voll mit Menschen. Intern rechnen die Veranstalter | |
| inzwischen mit 25.000 Teilnehmer:innen. (taz) | |
| ## 12:52 Uhr: Lützerath-Demo Herausforderung für Einsatzkräfte | |
| Die Demonstration bei Lützerath im Rheinischen Revier wird nach | |
| Einschätzung von Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach eine | |
| Herausforderung für die Einsatzkräfte. „Es werden, nach allem, was wir | |
| wissen, sehr, sehr viele Menschen kommen“, sagte Weinspach am frühen | |
| Samstagmittag in Lützerath. Er rechnete mit mehr Teilnehmern, als vom | |
| Veranstalter angezeigt. Die Polizei hatte im Vorfeld etwa 8000 Menschen | |
| erwartet. | |
| Weinspach warnte vor Versuchen, ins von Aktivisten besetzte Lützerath oder | |
| in den Tagebau Garzweiler II einzudringen. In den sozialen Netzwerken habe | |
| es immer wieder Aufrufe gegeben, im Rahmen der Demo nach Lützerath oder in | |
| den Tagebau „durchzubrechen“, sagte er. „Das werden wir mit allen uns zur | |
| Verfügung stehenden Mitteln verhindern. Ich kann nur hoffen, dass es dazu | |
| nicht kommt, denn sonst werden wir sehr unschöne Bilder haben.“ (dpa) | |
| ## 12:35 Uhr: Theologen unterstützen friedlichen Protest | |
| Theologen aus Deutschland und Österreich solidarisieren sich mit dem | |
| friedlichen Protest gegen die Räumung und Abbaggerung des Weilers Lützerath | |
| für die Braunkohlegewinnung. Die rund 20 Erstunterzeichnerinnen und | |
| Unterzeichner einer am Samstag veröffentlichten Petition betonen die | |
| Bedeutung friedlicher Protestaktionen und fordern ein Moratorium für die | |
| Räumung Lützeraths. Unter ihnen sind aus Niedersachsen auch die | |
| katholischen Theologieprofessoren Andreas Lienkamp von der Universität | |
| Osnabrück und Stefan Silber von der Universität Vechta. | |
| „Die Ausweitung des Tagebaus Garzweiler II ist Gewalt gegen zahlreiche | |
| Menschen, insbesondere im globalen Süden, und unsere gesamte Mitschöpfung“, | |
| heißt es in der auf dem Portal „y-nachten.de“ veröffentlichten Petition. | |
| Die Ausweitung des Braunkohletagebaus auf Lützerath sei trotz der | |
| Energiekrise nicht notwendig und breche die völkerrechtliche Verpflichtung, | |
| das 1,5-Grad- Ziel einzuhalten. (epd) | |
| ## 12:09 Uhr: Thunberg kritisiert Grüne | |
| Greta Thunberg hat die deutschen Grünen wegen ihrer Unterstützung für den | |
| Abriss von Lützerath und das Abbaggern der unter dem Dorf liegenden Kohle | |
| kritisiert. Konzerne wie RWE müsse man eigentlich dafür zur Rechenschaft | |
| ziehen, wie sie mit Menschen umgingen. „Dass die Grünen mit solchen | |
| Unternehmen Kompromisse schließen, zeigt, wo ihre Prioritäten liegen“, | |
| sagte die schwedische Klimaaktivistin am Samstag in einem Interview der | |
| Deutschen Presse-Agentur in Erkelenz. Sie selbst sei nie mit einer grünen | |
| Partei verbunden gewesen. | |
| Führende grüne Politiker wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und | |
| seine NRW-Kollegin Mona Neubaur verteidigen den Abriss von Lützerath damit, | |
| dass die darunter liegende Kohle zur Aufrechterhaltung der | |
| Energiesicherheit in der derzeitigen Krise gebraucht werde. Thunberg sagte | |
| dazu: „Die Kohle, die hier im Boden ist, wird die Preise nicht sofort | |
| senken. Wer so denkt, hat einfach keinen Bezug zur Realität.“ | |
| Die 20-Jährige ist nach Deutschland gekommen, um den Protest gegen die | |
| Räumung und den Abriss von Lützerath zu unterstützen. „Ich bin hier schon | |
| früher gewesen, und da sah es noch völlig anders aus“, sagte sie. „Es ist | |
| sehr traurig das zu sehen. Es ist jetzt ein ganz anderer Ort.“ Zu der | |
| Kraterlandschaft des rheinischen Braunkohlereviers sagte sie: „Es sieht | |
| wirklich aus wie Mordor. Es zeigt, wozu Menschen unter den falschen | |
| Bedingungen fähig sind. Es zeigt, wogegen wir kämpfen, was wir verhindern | |
| wollen.“ In Tolkiens Roman „Herr der Ringe“ ist Mordor das Reich und die | |
| Basis des bösen Sauron. (dpa) | |
| ## 11:13 Uhr: Grüne Jugend kritisiert Polizeieinsatz | |
| Die Grüne Jugend hat das Vorgehen der Polizei bei der Räumung des Dorfes | |
| Lützerath am Rande des rheinischen Braunkohletagebaus kritisiert. „Die | |
| Berichte, die wir aus dem Dorf bekommen, sind nicht zu rechtfertigen“, | |
| teilte die Landessprecherin der Grünen Jugend NRW, Nicola Dichant, am | |
| Samstag mit. „Bilder von Polizeieinsätzen, die Aktivist*innen massiv | |
| gefährden, Sanitäter*innen, die von der Polizei aus dem Dorf geschmissen | |
| werden, und Presse, die nicht beobachten darf. Das ist das Gegenteil von | |
| einem deeskalativen Einsatz.“ (dpa) | |
| ## 11:12 Uhr: Räumung von Lützerath geht weiter | |
| Die Polizei hat am Samstagvormittag die Räumung des von Aktivisten | |
| besetzten Braunkohleortes Lützerath fortgesetzt. „Die Arbeiten gehen | |
| weiter“, sagte ein Polizeisprecher. Einsatzkräfte kletterten auf Bäume, auf | |
| denen Menschen ausharrten, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Nach Angaben | |
| des Energiekonzerns RWE laufen zudem Vorbereitungen, um Aktivisten aus | |
| einem Tunnel zu holen. Laut Polizei ist der Einsatz an dem Tunnel übergeben | |
| worden. Es handle sich um eine „Rettung“, die nun in den Händen von RWE und | |
| THW liege, sagte ein Polizeisprecher. | |
| „Wir gehen davon aus, dass es ihnen gut geht“, sagte Bente Opitz von der | |
| Initiative „Lützerath lebt“. Die Aktivisten hätten genug zu Essen und | |
| könnten mehrere Tage in dem Tunnel ausharren. Nach Angaben von „Lützerath | |
| lebt“ sind noch mehrere Dutzend Aktivisten in Lützerath, auf Dächern und in | |
| Bäumen. Die Polizei machte zur Anzahl der verbliebenen Aktivisten zunächst | |
| keine Angaben. „Oberirdisch sind wir so gut wie durch“, hatte ein Sprecher | |
| am Morgen gesagt. Es gebe noch etwa 15 „Strukturen“ der Aktivistinnen und | |
| Aktivisten, darunter Baumhäuser und Verschläge, hieß es. (dpa) | |
| ## 10:40 Uhr: GLS-Bank-Vorstandsprecherin: „Stoppen Sie diese Räumung.“ | |
| Auch am Tag vier der umstrittenen Räumung des Ortes Lützerath im | |
| rheinischen Braunkohlegebiet Garzweiler II reißen Forderungen nach einem | |
| sofortigen Räumungsstopp nicht ab. Der Anblick der Kohlegrube in Lützerath | |
| sei schwer zu ertragen, erklärte die Vorstandssprecherin der | |
| sozial-ökologischen GLS-Bank, Aysel Osmanoglu, am Samstag in Bochum. | |
| Deswegen appelliere sie an die Verantwortung und die Verantwortlichen des | |
| Energieunternehmens RWE. „Es ist noch nicht zu spät, für eine | |
| zukunftsträchtige Wirtschaftsweise zu sorgen. Stoppen Sie diese Räumung.“ | |
| (epd) | |
| ## 10:00 Uhr: Überfüllte Züge in Köln | |
| Während sich in Keyenberg schon zahlreiche Aktivist:innen vor Auftakt | |
| der Demo versammelt haben, geht es für viele, die aus Richtung Köln noch | |
| dorthin reisen wollen, am Hauptbahnhof der Domstadt vorerst nicht weiter. | |
| Ein Zug nach Erkelenz war schnell dermaßen überfüllt, dass Fahrgäste nicht | |
| mehr mitkommen konnten. Am Bahnsteig wartet dementsprechend schon eine | |
| Menge von Menschen, die einen ganzen nächsten Zug voll machen könnte, auf | |
| den nächsten Anschluss. (taz) | |
| ## 9:38 Uhr Florian Wüst lehnt Moratorium ab | |
| Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sieht keine | |
| Möglichkeit eines Moratoriums bei der Räumung des Dorfes Lützerath im | |
| rheinischen Braunkohlerevier. „Wir haben ja die Debatten alle geführt“, | |
| sagte er im Interview der Woche im Deutschlandfunk, das am Samstag in | |
| Auszügen verbreitet wurde. In einem Rechtsstaat sei eine Sache an einem | |
| bestimmten Punkt entschieden, „und dieser Punkt ist mit den Beschlüssen und | |
| mit den Urteilen eben erreicht“, unterstrich der CDU-Politiker. | |
| Wüst sagte, er habe Verständnis dafür, dass die jungen Leute das Thema | |
| setzen würde. Die Politik müsse aber abwägen, es sei notwendig, „diese | |
| Kohle jetzt in Anspruch zu nehmen“. „Dafür steigen wir früher aus und | |
| emittieren am langen Ende weniger“, erklärte der Ministerpräsident. | |
| Forderungen, selbst sich ein Bild vor Ort zu machen, wies er zurück: „Ich | |
| habe auch eher den Eindruck, dass ich da nicht sonderlich viel helfen | |
| kann“, sagte Wüst. (dpa) | |
| ## 8:10 Uhr: Polizei will Räumung am Morgen fortsetzen | |
| Die Polizei will die Räumung des von Aktivisten besetzten Braunkohleortes | |
| Lützerath am Samstagmorgen fortsetzen. „Oberirdisch sind wir so gut wie | |
| durch“, sagte ein Sprecher am Morgen. Es gebe noch etwa 15 „Strukturen“ d… | |
| Aktivistinnen und Aktivisten, darunter Baumhäuser und Verschläge, hieß es. | |
| Zudem werde weiter versucht, in einen Tunnel vorzudringen, in dem zwei | |
| Menschen ausharren sollen. | |
| Die Einsatzkräfte hatten die Räumung von Lützerath am Freitagabend erneut | |
| abgebrochen. Die Nacht verlief nach Polizeiangaben „ruhig“. Es habe keine | |
| Zwischenfälle gegeben. Aktivisten in Baumhäusern weckten sich am frühen | |
| Samstagmorgen gegenseitig mit Rufen. Weite Teile des Geländes seien mit | |
| Flutlicht ausgeleuchtet. (dpa) | |
| ## 3:03 Uhr: Polizei erwartet 8000 Teilnehmer bei Demo | |
| Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg nimmt am Samstag an einer | |
| Kundgebung gegen den Abriss des Dorfes Lützerath zur Braunkohleförderung | |
| teil. Zu der Demonstration im Nachbarort Keyenberg, der wie Lützerath zu | |
| Erkelenz gehört, erwartet die Polizei 8000 Teilnehmer. Das Motto der | |
| Demonstration ist „Räumung verhindern! Für Klimagerechtigkeit“. | |
| Programmbeginn mit Bands und Liveacts ist nach Veranstalterangaben um 11.00 | |
| Uhr, die Demo selbst beginnt um 12.00 Uhr. Aus 50 Städten und 14 | |
| Bundesländern würden Teilnehmer erwartet, teilte Fridays for Future mit. | |
| Das Verwaltungsgericht Aachen hatte am Freitag entschieden, dass die | |
| Veranstalter die Demonstration nahezu wie geplant durchführen können und | |
| Auflagen zu einem anderen Austragungsort der Polizei gekippt. Nur der | |
| Einsatz von Traktoren bei der Veranstaltung wurde auf Wunsch der Polizei | |
| untersagt. | |
| „Die Situation in Lützerath ist eine riesige internationale Blamage für die | |
| Bundesregierung“, sagte Thunberg vorab der dpa. „Seit Jahren verteidigen | |
| Menschen Lützerath, als Teil einer globalen Gerechtigkeitsbewegung. Die | |
| Tatsache, dass Menschen aktiv werden, ist ein Zeichen der Hoffnung.“ Die | |
| 20-Jährige rief alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich an der Demonstration | |
| zu beteiligen. | |
| [1][Thunberg hatte am Freitag nach Angaben der Polizei in Begleitung einer | |
| Bundestagsabgeordneten der Grünen den Ort Lützerath besucht]. Das | |
| Bundestagsbüro von Kathrin Henneberger bestätigte am Abend, dass Thunberg | |
| die Abgeordnete begleitet habe, die demnach als Parlamentarische | |
| Beobachterin vor Ort ist. Thunberg hatte dabei das Vorgehen der Polizei bei | |
| der Räumung des Dorfes scharf kritisiert. „Es ist empörend, wie die | |
| Polizeigewalt ist“, sagte die Klimaaktivistin aus Schweden. (dpa) | |
| ## 2:01 Uhr: Klimaforscher Latif fordert mehr Tempo bei Klimawende | |
| Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif fordert von der Bundesregierung mehr | |
| Tempo bei der Klimawende. „Es muss an vielen Stellen Kohlendioxid | |
| eingespart werden. So gab es gerade einen Verkehrsgipfel im Kanzleramt – | |
| ohne Ergebnisse. Hier ist viel zu tun, denn gerade der Straßenverkehr | |
| leistet bisher gar nichts zur Senkung der Treibhausgase“, [2][sagte der | |
| Meteorologe der Rheinischen Post]. | |
| Mit Blick auf die Proteste gegen die Abbaggerung des Dorfes Lützerath am | |
| Rande des Braunkohletagebaus Garzweiler II sagte Latif, dass der Erhalt des | |
| Ortes und der Verzicht auf den Kohleabbau dort lediglich einen „kleinen | |
| Beitrag“ zur CO2-Reduzierung in Deutschland leisten könne. Für das | |
| Weltklima sei die Verbrennung der Kohle unter dem Ort „völlig irrelevant“. | |
| Latif: „Ein Verzicht auf den Abbau würde uns dem 1,5-Grad-Ziel für die | |
| maximale Erderwärmung keinen Schritt näherbringen.“ | |
| Gleichwohl unterstrich der Klimaforscher, dass Deutschland eine | |
| „historische Verantwortung“ zur Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes habe. | |
| Bei den CO2-Emissionen in der Vergangenheit liege Deutschland im weltweiten | |
| Vergleich auf Platz fünf. „Deutschland hat also die Pflicht, beim | |
| Klimaschutz voranzugehen“, sagte er der Zeitung. | |
| Aus klimapolitischer Sicht wäre auch ein früherer Ausstieg aus der | |
| Braunkohle angebracht gewesen, betonte Latif. Zwar seien andere Aspekte wie | |
| Strukturwandel und der Erhalt der Arbeitsplätze wichtig. „Trotzdem stimme | |
| ich mit den jungen Menschen überein, dass wir unsere selbstgesteckten | |
| Klimaschutz-Ziele mit diesem Tempo auf keinen Fall erreichen“, mahnte der | |
| Wissenschaftler. (epd) | |
| ## 0:07 Uhr: Neubaur verteidigt Räumung | |
| Die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) hat | |
| die Räumung des Ortes Lützerath für den Braunkohleabbau verteidigt. Es gehe | |
| dabei um die Energieversorgungssicherheit, „wir müssen das schlimmste | |
| Szenario gut vorbereitet haben“, sagte sie am Freitag in der WDR-Sendung | |
| „Aktuelle Stunde“. Dazu gehöre auch die „Zuhilfenahme von sehr | |
| klimaschädlicher Braunkohleverstromung zu sichern“. Sie betonte, den Grünen | |
| sei insgesamt in Sachen Klimaschutz etwas Großes gelungen, nämlich den | |
| Kohleausstieg im Westen um acht Jahre auf 2030 vorzuziehen. | |
| Zu Kritik aus der eigenen Partei am Abriss des Dorfes Lützerath am Tagebau | |
| Garzweiler sagte sie: „Ich empfinde das nicht als in den Rücken fallen. Ich | |
| fühle mich nicht verraten.“ In einer demokratischen Partei müsse man | |
| miteinander diskutieren, das sei auch eine Qualität der Grünen. Die | |
| Besetzung der Parteizentrale der NRW-Grünen in Düsseldorf in dieser Woche | |
| durch Klimaaktivisten beschäftige sie. „Das lässt mich nicht kalt. Zu | |
| sehen, wie Menschen, die für Klimaschutz eintreten sich nicht wiederfinden | |
| in dem, was wir als Erfolg erreichen konnten.“ Mit ähnlichen Worten hatte | |
| sich Neubaur auch [3][in einem Interview mit der taz] zu den Protesten | |
| gegen die Räumung von Lützerath geäußert. (dpa) | |
| 14 Jan 2023 | |
| ## LINKS | |
| [1] /-Ticker-Raeumung-Luetzerath-/!5908609 | |
| [2] https://rp-online.de/politik/analyse-und-meinung/klimaforscher-mojib-latif-… | |
| [3] /Mona-Neubaur-ueber-Luetzerath/!5905274 | |
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| taz-Podcast „klima update°“: Die Klima-News der Woche | |
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| Bescheid. Mehr Klima-News im öffentlich-rechtlichen TV. | |
| Räumung von Lützerath: „Danke, dass du hier warst“ | |
| Die Räumung von Lützerath ging in den ersten Tagen mit hunderten von | |
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| bewegt. | |
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| Aktivisten in einem Tunnel bremsen die Polizei in Lützerath aus. Ein | |
| Ex-Aktivist weiß wie es ist, bei einer Räumung unter der Erde auszuharren. |