| # taz.de -- Kommentar Treffen von Merkel und Putin: Unter vier Augen nichts Neu… | |
| > Fortschritte lassen sich mit einem vertraulichen Gespräch wie kaum | |
| > erzielen. In der Syrien-Frage ist Merkel in einer sehr schwachen | |
| > Position. | |
| Bild: Putin und Merkel in Meseburg. Die Ähnlichkeit der Kellnerin mit Sahra Wa… | |
| Bundeskanzlerin Angela Merkel gilt unter allen westlichen | |
| RegierungschefInnen als diejenige, die den russischen Präsidenten Wladimir | |
| Putin am besten kennt und zu der Putin – zumal in der Ära Trump – noch am | |
| meisten Vertrauen hat. Dennoch ist das Format vertraulicher | |
| Vier-Augen-Gespräche [1][wie in Meseberg] zwischen den beiden wenig | |
| geeignet, tatsächliche Fortschritte zu erzielen. | |
| Dafür gibt es drei wesentliche Gründe: Die seit 2005 von Merkel geführte | |
| Bundesregierung hat sich – teils aus eigenem Willen, teils unter Druck aus | |
| Washington oder aufgrund vermeintlicher „Bündnispflichten“ innerhalb von | |
| Nato und EU – in eine gesamtwestliche Politik gegenüber Moskau eingebunden, | |
| die Fortschritte bei den Konfliktthemen blockiert. Dazu gehören die | |
| Zustimmung Deutschlands innerhalb der Nato zu einer eventuellen | |
| Mitgliedschaft der Ukraine, Georgiens und Moldawiens sowie die | |
| Unterstützung für das in osteuropäischen Nato-Staaten stationierte | |
| „Raketenabwehrsystem“ der USA. | |
| Und bei aller notwendigen Kritik an der völkerrechtswidrigen Annexion der | |
| Krim und der hybriden Kriegsführung Russlands in der Ostukraine sollte | |
| inzwischen allen Beteiligten klar sein, dass die deswegen verhängten | |
| Wirtschaftssanktionen ungeeignet sind, Moskaus Politik zu korrigieren. | |
| Bei dem ja nicht nur aus Washington kritisierten Projekt der | |
| Nord-Stream-Pipeline hat die Regierung Merkel keinen eigenständigen | |
| Handlungsspielraum. Ohne eine Berücksichtigung der Interessen Polens, der | |
| baltischen Staaten und der Ukraine kann es in dieser Frage keine tragfähige | |
| Vereinbarung mit Russland geben. | |
| ## Kostenbeteiligung auch anderer Staaten | |
| Mit Blick auf die von Putin verlangte Beteiligung an den Wiederaufbaukosten | |
| für Syrien und eine dadurch ermöglichte Rückführung syrischer Flüchtlinge | |
| ist Merkel in einer sehr schwachen Position, da sie sich in dieser Frage | |
| schon einmal erpressen ließ, als sie 2016 das schändliche | |
| Flüchtlingsabkommen mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan abschloss. | |
| Ein ähnliches Szenario könnte stattfinden, falls infolge der | |
| Militäroperation der syrischen Streitkräfte zur Vertreibung der | |
| islamistischen Rebellen aus der Provinz Idlib weitere bis zu 2,5 Millionen | |
| Flüchtlinge in die Türkei und weiter in die EU kommen. Daher sollte Merkel | |
| möglichst bald und öffentlich eine Kostenbeteiligung der USA, der Türkei, | |
| Saudi-Arabiens und anderer Staaten einfordern, die durch ihre massive | |
| Unterstützung für islamistische Rebellengruppen Mitverantwortung haben – | |
| neben den syrischen und russischen Luftstreitkräften – für die | |
| Kriegszerstörungen. | |
| 19 Aug 2018 | |
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| ## AUTOREN | |
| Andreas Zumach | |
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