| # taz.de -- Spreedreieck: Jamaika-Ausschuss noch im Sommer | |
| > Opposition beantragt Untersuchung des Spreedreieckskandals. Laut Grünen | |
| > entstand dem Land beim Verkauf des Grundstücks ein Schaden von 27 | |
| > Millionen Euro . | |
| Bild: Bauprojekt mit umstrittener Geschichte: Entwurfszeichnung des Büroturms … | |
| Die Immobilienaffäre um das sogenannte Spreedreieck am Bahnhof | |
| Friedrichstraße geht weiter. Am Mittwoch gaben Abgeordnete der CDU, Grünen | |
| und FDP bekannt, die Vorgänge um den Verkauf des Grundstücks an den | |
| Investor Harm Müller-Spreer in einem parlamentarischen | |
| Untersuchungsausschuss klären zu wollen. | |
| Die Oppositionsfraktionen kündigten an, einen entsprechenden Antrag bereits | |
| im Mai ins Abgeordnetenhaus einzubringen. Die konstituierende Sitzung des | |
| Untersuchungsausschusses, so der grüne Haushaltsexperte Jochen Esser, soll | |
| noch vor der Sommerpause stattfinden. Ein Jahr lang wollen Schwarze, Grüne | |
| und Gelbe den "Jamaika-Ausschuss" nutzen, um all jene offenen Fragen zu | |
| klären, die Finanzsenator Thilo Sarrazin und Stadtentwicklungssenatorin | |
| Ingeborg Junge-Reyer (beide SPD) in den jüngsten Sitzungen des | |
| Hauptausschusses nicht beantwortet hätten. | |
| Bis zuletzt war offen gewesen, ob es einen solchen Ausschuss tatsächlich | |
| geben würde. Vor allem die FDP wollte zunächst die Anhörungen im Parlament | |
| abwarten, sagte der baupolitische Sprecher der Liberalen, Klaus-Peter von | |
| Lüdeke. "Wir wollten wissen, ob Herr Sarrazin oder Frau Junge-Reyer zur | |
| Aufklärung beitragen." Da dies nicht geschehen sei, stehe die FDP "völlig | |
| hinter dem Ausschuss". | |
| Zu den Anhörungen im Parlament war es gekommen, nachdem das Land eine | |
| Entschädigung von 4 Millionen Euro an den Besitzer des Hotels Melia bezahlt | |
| hatte. Zuvor hatte das Oberverwaltungsgericht entschieden, dass der | |
| Bebauungsplan für das gegenüberliegende Spreedreieck-Gelände ungültig sei. | |
| Der Grund: Die zusätzlichen Geschosse, die die Bauverwaltung Harm | |
| Müller-Spreer genehmigte, würden das Hotel Melia verschatten. Um eine | |
| Schadenersatzforderung an Müller-Spreer zu vermeiden, entschied sich das | |
| Land zur Zahlung an den Hotelbesitzer. Andernfalls, so Finanzsenator | |
| Sarrazin, wären auf das Land noch höhere Kosten zugekommen. Dem Vernehmen | |
| nach hatte der Investor für diesen Fall 100 Millionen Euro gefordert. | |
| Genau das aber bestreitet die Opposition. In Wirklichkeit habe der | |
| Grundstücksskandal Berlin bereits 27 Millionen Euro gekostet. Der | |
| Finanzsenator dagegen sagt, trotz der Zahlungen an den Hoteleigentümer | |
| weise das Land eine positive Bilanz von 3,8 Millionen Euro auf. Im | |
| Ausschuss will die Opposition nun den wirklichen Schaden ermitteln. | |
| Weitere offene Fragen, so der CDU-Haushaltsexperte Florian Graf, seien die | |
| Ausweitung der genehmigten Baufläche für Müller-Spreer von 15.000 auf | |
| 20.500 Quadratmeter sowie die Rolle von Stadtentwicklungssenatorin | |
| Junge-Reyer. Die Grünen kündigten an, "die Story hinter der Story" | |
| herausfinden zu wollen. Dabei dürfte es auch um die Frage gehen, ob und | |
| wieweit der damalige SPD-Bausenator Peter Strieder Investor Müller-Spreer | |
| entgegengekommen ist. | |
| Die SPD hat inzwischen angekündigt, im Untersuchungsausschuss "konstruktiv" | |
| mitzuarbeiten. Gemäß den Mehrheiten im Parlament wird sie aller Voraussicht | |
| nach auch den Ausschussvorsitzenden stellen. | |
| 17 Apr 2008 | |
| ## AUTOREN | |
| Uwe Rada | |
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