| # taz.de -- Antiimperialistische Zellen: Überwachung mittels GPS ist erlaubt | |
| > Ein Mitgründer der "Antiimperialistischen Zelle" wurde Ende der 90er | |
| > Jahre per GPS von der Polizei überwacht. Das war zulässig, entschied nun | |
| > der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. | |
| Bild: GPS-Überwachung? Kein Problem bei ausreichendem Tatverdacht, findet der … | |
| FREIBURG taz | Die Überwachung von Verdächtigen mittels GPS-Sendern | |
| verstößt nicht gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Dies hat | |
| jetzt der Straßburger Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) festgestellt. | |
| Er lehnte die Beschwerde des ehemaligen deutschen Linksradikalen Bernhard | |
| Falk ab, der nach seinem Übertritt zum Islam jetzt Bernhard Uzun heißt. | |
| Falk/Uzun hatte mit einem Mitstreiter die "Antiimperialistische Zellen" | |
| (AIZ) gegründet und Bombenanschläge verübt. Nachdem die Polizei das Auto | |
| der beiden mit einem GPS-Sender versah, konnte er mit Hilfe von | |
| Bewegungsbildern überführt werden. Im Jahr 1999 wurde Falk/Uzun wegen | |
| Mordversuchs zu 13 Jahren Haft verurteilt. Das Bundesverfassungsgericht | |
| billigte 2005 die GPS-Überwachung. | |
| Auch der Straßburger Gerichtshof hatte nun keine Einwände. Eine | |
| ausdrückliche gesetzliche Erlaubnis von GPS-Sendern sei nicht erforderlich, | |
| es genüge, wenn in der Strafprozessordnung "technische Mittel" zur | |
| Überwachung zugelassen sind. Auch ein Richtervorbehalt sei nicht nötig. Die | |
| nachträgliche Kontrolle im Strafverfahren reiche aus. | |
| 2 Sep 2010 | |
| ## AUTOREN | |
| Christian Rath | |
| ## TAGS | |
| „Islamischer Staat“ (IS) | |
| Schwerpunkt Überwachung | |
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