| # taz.de -- Bundes-Rahmen-Tarifvertrag für Bahn und Private: Lokführer drohen… | |
| > Im Tarifkonflikt zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und den | |
| > Bahnunternehmen sind die Fronten verhärtet. Die Eisenbahner warnen die | |
| > Bahn vor "Spielchen". | |
| Bild: Stellvertretender GDL-Chef: "Ich warne die Bahn davor, das gleiche Spiel … | |
| Im Tarifkonflikt zwischen den Bahnunternehmen und der Gewerkschaft | |
| Deutscher Lokomotivführer (GDL) stehen die Zeichen auf Sturm. "Macht uns | |
| die Bahn kein vernünftiges Angebot, werden wir uns wehren - das halten wir | |
| lange durch", sagte der stellvertretende GDL-Chef Norbert Quitter der | |
| Bild-Zeitung am Wochenende. "Ich warne die Bahn davor, das gleiche Spiel zu | |
| treiben wie 2007/08." Vor drei Jahren hatten sich Deutsche Bahn und GDL | |
| einen mehrmonatigen Tarifkampf geliefert, bei dem es zu bundesweiten | |
| Streiks und massiven Beeinträchtigungen im Bahnverkehr gekommen war. Am | |
| Ende hatte die GDL einen Tarifvertrag erhalten - und sich damit als Faktor | |
| in der Tariflandschaft des deutschen Eisenbahnwesens etabliert. | |
| Die GDL strebt einen Bundes-Rahmen-Lokführertarifvertrag für rund 26.000 | |
| Lokführer an, den sowohl die bundeseigene Deutsche Bahn AG als auch die | |
| sechs größten privaten Bahnkonkurrenten – Abellio, Arriva, Benex, Keolis, | |
| Veolia und Hessische Landesbahn – unterzeichnen sollen. Im Januar waren | |
| sowohl die Tarifverhandlungen mit der DB als auch mit den privaten | |
| DB-Konkurrenten gescheitert. Die GDL fordert ein einheitliches | |
| Entgeltniveau auf dem Niveau der DB als Marktführer; bei dem bundeseigenen | |
| Verkehrskonzern strebt die Gewerkschaft ein Lohnplus Fünf-Prozent-Plus an. | |
| Daneben verlangt die GDL besseren Schutz vor Arbeitsplatzverlust. Hier geht | |
| es der Gewerkschaft vor allem um eine tarifvertragliche Absicherung für den | |
| Fall, dass ein Lokführer gesundheitsbedingt keine Züge mehr fahren darf. | |
| Deshalb sollten Qualifizierungsmaßnahmen zur notwendigen beruflichen | |
| Umorientierung arbeitgeberseitig unterstützt und eventuelle | |
| Einkommensdifferenzen zu dem Beruf, der anschließend ausgeübt werden muss, | |
| annähernd ausgeglichen werden. "Hier kam uns die DB keinen Millimeter | |
| entgegen", so GDL-Chef Claus Weselsky. | |
| Ihren Forderungen will die GDL zunächst mit Warnstreiks Nachdruck | |
| verleihen. Die genauen Termine und Orte sollen "rechtzeitig vorher" | |
| angekündigt werden; vor Mitte Februar ist nicht mit Streiks zu rechnen. | |
| Klar ist bereits, dass die Berliner S-Bahn, ein DB-Tochterunternehmen, in | |
| die Arbeitskampfmaßnahmen einbezogen werden soll. Hier vertritt die GDL | |
| nach eigenen Angaben rund 80 Prozent der Lokführer. Die Berliner sind | |
| Ungemach bei der S-Bahn bereits gewohnt - seit zweieinhalb Jahren fährt das | |
| von der DB heruntergewirtschaftete Unternehmen nur ein eingeschränktes | |
| Angebot. Bis Ende Februar gilt ein stark ausgedünnter Winternotfahrplan, | |
| nachdem im schneereichen Dezember reihenweise Züge auf Grund technischer | |
| Probleme ausgefallen waren. | |
| 6 Feb 2011 | |
| ## AUTOREN | |
| Richard Rother | |
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