| # taz.de -- +++ Nachrichten im Nahost-Krieg +++: Netanjahu lässt Blinken abbli… | |
| > Israels Regierungschef lehnt eine Feuerpause in Gaza weiter ab. | |
| > US-Außenminister Blinken mahnt, mehr zu tun, um die Zivilbevölkerung zu | |
| > schützen. | |
| Bild: US-Außenminister Antony Blinken (l) und Israels Premierminister Benjamin… | |
| ## Netanjahu weist Forderung nach Kampfpause zurück | |
| Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat einen | |
| vorübergehenden Waffenstillstand im Gazastreifen ausgeschlossen. Der | |
| militärische Einsatz gegen die Hamas werde fortgesetzt, bis die von | |
| Extremisten verschleppten Geiseln freigelassen würden, sagte Netanjahu am | |
| Freitag nach einem Treffen mit US-Außenminister Antony Blinken. Blinken | |
| hatte auf eine humanitäre Kampfpause im Gazastreifen gedrängt. | |
| In einer Erklärung vor Reportern sagte Netanjahu, Israel halte an seinem | |
| Vorgehen fest. Es lehne einen vorübergehenden Waffenstillstand ab, der | |
| keine Rückkehr der von der Hamas aus Israel verschleppten Geiseln umfasse. | |
| Am 7. Oktober waren Terroristen der im Gazastreifen regierenden Hamas und | |
| anderer extremistischer Gruppen in den Süden Israels eingefallen und hatten | |
| dort nach israelischen Angaben mehr als 1400 Menschen massakriert. Die | |
| Extremisten verschleppten rund 240 Menschen in den Gazastreifen. Israel hat | |
| mit Luftangriffen auf das Küstengebiet reagiert, die nach Darstellung des | |
| von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen | |
| bislang mehr als 9200 Palästinenser das Leben kosteten. (ap) | |
| ## US-Außenminister: Müssen Zivilisten besser schützen | |
| US-Außenminister Antony Blinken hat im Krieg gegen die islamistische Hamas | |
| einen besseren Schutz palästinensischer Zivilisten angemahnt. „Wir müssen | |
| mehr tun, um die palästinensische Zivilbevölkerung zu schützen“, sagte | |
| Blinken nach einem Treffen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu | |
| am Freitag in Tel Aviv. Er habe bei seinem Besuch in Israel deutlich | |
| gemacht, dass es darauf ankomme, wie das Land den Krieg gegen die im | |
| Gazastreifen herrschende Hamas führe. | |
| Es sei wichtig, „richtig und rechtmäßig“ vorzugehen, denn alles andere | |
| würde auch der Hamas und anderen Terrorgruppen in die Hände spielen, sagte | |
| Blinken. Aber es werde es keine „Partner für Frieden“ geben, wenn die | |
| humanitäre Katastrophe alles überschatte, warnte er. | |
| Er habe mit den israelischen Politikern über „konkrete Schritte“ | |
| gesprochen. „Wir haben Mechanismen ermittelt, die es ermöglichen, | |
| Treibstoff in Krankenhäuser und andere Bedarfsstellen im Süden zu bringen“, | |
| sagte Blinken. Die USA teilten jedoch Israels Bedenken „in Bezug auf eine | |
| massive Abzweigung von Treibstoff im nördlichen Gazastreifen“. | |
| UN-Organisationen zufolge wird die Lieferung von Treibstoff dringend | |
| benötigt, um etwa Generatoren von Krankenhäusern zu betreiben. Israel | |
| fürchtet hingegen, dass die islamistische Hamas den Treibstoff für | |
| militärische Zwecke missbrauchen könnte. | |
| Generell habe sich Israel verpflichtet, humanitäre Hilfe zu ermöglichen. Er | |
| sei zuversichtlich, dass die Unterstützung für Menschen, die humanitäre | |
| Hilfe bräuchten, zunehmen werde. Gleichwohl betonte er Israels „Recht und | |
| Pflicht“, sich zu verteidigen. | |
| Zuvor war Blinken mit Israels Präsident Izchak Herzog zusammengekommen und | |
| hatte an einer Sitzung des Kriegskabinetts teilgenommen. Es war bereits | |
| sein vierter Besuch in Israel seit Kriegsbeginn am 7. Oktober. (dpa) | |
| ## Hisbollah-Chef Nasrallah: „Alle Optionen sind auf dem Tisch“ | |
| Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hat mit einer noch größeren Beteiligung | |
| seiner Bewegung im Libanon am Krieg mit Israel gedroht. „Alle Optionen sind | |
| auf dem Tisch“, sagte Nasrallah in einer Rede am Freitag. „Alle | |
| Möglichkeiten an unseren libanesischen Fronten sind in Reichweite.“ | |
| Eine Eskalation hänge vom Verlauf des Kriegs im Gazastreifen ab sowie von | |
| Israels Verhalten gegenüber dem Libanon. Die Interessen und Soldaten der | |
| USA – der wichtigste Verbündete Israels – würden im Fall eines regionalen | |
| Kriegs Opfer und größte Verlierer solch einer Eskalation sein. (dpa) | |
| ## Angehörige: Strafanzeige bei Haager Tribunal | |
| Die Angehörigen von neun israelischen Opfern des Großangriffs der | |
| radikalislamischen Hamas haben nach Angaben ihres Anwalts beim | |
| Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag eine Strafanzeige | |
| wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen eingereicht. Wie Rechtsbeistand | |
| François Zimeray am Freitag erklärte, fordern die Familien eine Verfolgung | |
| von Hamas wegen Völkermords sowie den Erlass von Haftbefehlen gegen | |
| Anführer der im Gazastreifen herrschenden Gruppe. | |
| Sämtliche Opfer, wegen deren Tötung nun der IStGH angerufen wird, seien | |
| Zivilisten, erklärte Zimeray weiter. In der Anzeige werde unter anderem | |
| darauf verwiesen, dass die Hamas-Kämpfer ihre Taten nicht leugneten und sie | |
| „ausführlich dokumentiert und Aufzeichnungen davon weiterverbreitet“ | |
| hätten. Die Fakten könnten daher nicht bestritten werden. | |
| Er sei „stets zurückhaltend“ bei „übertriebenen Bezeichnungen“ für | |
| Ereignisse, sagte Zimeray im französischen Radiosender Radio Classique. | |
| Seine Kollegen und er seien jedoch zu dem Schluss gekommen, dass der | |
| Vorwurf des Völkermords in diesem Fall vor Gericht bestand habe. | |
| Die Staatsanwälte am IStGH bestätigten am Freitag den Eingang einer | |
| „Mitteilung“. Das Büro von Chefankläger Karim Khan erklärte, es gebe | |
| grundsätzlich keine Kommentare über „derartige Mitteilungen“ ab. (afp) | |
| ## USA warnen Iran und Hisbollah vor Aggressionen | |
| US-Außenminister Antony Blinken hat den Iran und die Hisbollah im Libanon | |
| davor gewarnt, eine weitere Front im Konflikt zwischen Israel und der | |
| islamistischen Hamas zu öffnen. „Wir setzen uns dafür ein, Aggressionen von | |
| jedweder Seite abzuschrecken“, sagte er am Freitag bei einem Besuch in | |
| Israel. Er verwies auch auf die Stationierung mehrerer Kriegsschiffe im | |
| östlichen Mittelmeer. Ob die USA im Falle der Eröffnung einer zweiten Front | |
| auch selbst in den Konflikt eingreifen werden, sagte er nicht. (dpa) | |
| ## Israel warnt seine Bürger vor Auslandsreisen | |
| Angesichts der weltweiten Zunahme antisemitischer Vorfälle seit Beginn des | |
| Nahost-Kriegs hat Israel seine Bürger vor Auslandsreisen gewarnt. Der | |
| Nationale Sicherheitsrat der Regierung appellierte in einer Erklärung am | |
| Freitag an die Israelis, „die Notwendigkeit von Auslandsreisen zu | |
| überdenken“. Zur Begründung hieß es, die israelischen Behörden beobachtet… | |
| eine „deutliche Zunahme des Antisemitismus“ sowie „lebensgefährliche | |
| gewalttätige Angriffe auf Israelis und Juden in der ganzen Welt“. | |
| Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen | |
| Palästinenserorganisation Hamas vor vier Wochen haben auch in Deutschland | |
| die antisemitischen Vorfälle zugenommen. Bei einem der weltweit | |
| drastischsten antisemitischen Vorfälle hatte am vergangenen Sonntag eine | |
| Menge in der russischen Kaukasusrepublik Dagestan auf der Jagd nach | |
| jüdischen Passagieren einen Flughafen gestürmt. (afp) | |
| ## Baerbock warnt Hisbollah vor Angriff auf Israel | |
| Außenministerin Annalena Baerbock hat die schiitische Hisbollah im Libanon | |
| vor einem großangelegten Angriff auf Israel gewarnt. Auch die Menschen im | |
| Libanon wollten nur in Frieden leben und keine weitere Eskalation in der | |
| Region, sagte die Grünen-Politikerin am Freitag nach einem Treffen mit | |
| ihrem armenischen Kollegen Ararat Mirsojan in der Hauptstadt Eriwan. Sie | |
| ergänzte: „Deswegen ist es so unglaublich wichtig, dass alle Akteure | |
| gemeinsam dafür sorgen, dass ein Flächenbrand in der Region verhindert | |
| wird.“ | |
| Mit Blick auf die humanitäre Lage im Gazastreifen verlangte Baerbock eine | |
| Umsetzung der auch von der EU geforderten humanitären Pausen zur Versorgung | |
| der Zivilbevölkerung. „Humanitäre Hilfe ist ein Gebot der Menschlichkeit. | |
| Es muss dafür humanitäre Pausen und humanitäre Korridore geben“, sagte sie. | |
| Dafür hätten sich alle 27 EU Staaten gemeinsam stark gemacht „und daran | |
| arbeiten wir auch rund die Uhr vor Ort“. Die Hamas spiele „mit dem Leid | |
| auch der unschuldigen Männer, Frauen und Kinder in Gaza, indem sie sie als | |
| menschliche Schutzschilde missbraucht“, so Baerbock. (dpa) | |
| ## Schottischer Regierungschef: Schwiegereltern ausgereist | |
| Den Schwiegereltern des schottischen Regierungschefs Humza Yousaf ist | |
| inzwischen die Ausreise aus dem Gazastreifen gelungen. Das teilte Yousaf am | |
| Freitag per Kurznachrichtendienst X (vormals Twitter) mit. Die Eltern | |
| seiner Frau Nadia El-Nakla hätten das Gebiet am Grenzübergang Rafah am | |
| Morgen verlassen, hieß es in der Mitteilung. | |
| Das Paar war für einen Verwandtenbesuch nach Gaza gereist und dort nach dem | |
| Terror-Angriff der Hamas auf Israel und Israels folgenden Militäreinsatz | |
| steckengeblieben. Die vergangenen vier Wochen beschrieb Yousaf als | |
| „Alptraum“. Insgesamt sollte am Freitag knapp 100 Briten die Ausreise aus | |
| dem Gazastreifen gewährt werden, berichteten britische Medien unter | |
| Berufung auf palästinensische Behörden. | |
| „Obwohl wir tiefe persönliche Erleichterung verspüren, bricht uns das | |
| andauernde Leid der Menschen in Gaza das Herz“, schrieb Yousaf weiter. Er | |
| erneuerte seinen Aufruf zu einem sofortigen Waffenstillstand und der | |
| Einrichtung eines humanitären Korridors, „damit erhebliche Mengen an | |
| Hilfsgütern, einschließlich Treibstoff zu einer Bevölkerung gelangen | |
| können, die schon viel zu lange unter kollektiver Bestrafung leidet“, so | |
| der Politiker der Schottischen Unabhängigkeitspartei SNP weiter. Er | |
| forderte auch die Freilassung aller Geiseln. (dpa) | |
| ## Irlands Regierungschef: Israels Reaktion ähnelt Rache | |
| Irlands Regierungschef Leo Varadkar sieht Israels Vorgehen im Gazastreifen | |
| kritisch. Israel habe wie jeder Staat das Recht, sich zu verteidigen und | |
| die Hamas zu verfolgen, damit sie einen solchen Angriff nicht wieder | |
| begehen könne. „Aber was ich mittlerweile sehe, ist nicht nur | |
| Selbstverteidigung“, sagte Varadkar vor Journalisten bei einem Besuch in | |
| Südkorea, wie ein Video des Rundfunksenders RTÉ am Freitagmorgen zeigte. Es | |
| sehe eher wie Rache aus. Seiner Meinung nach sei das nicht der Weg, wie | |
| Israel seine Freiheit und Sicherheit in Zukunft garantieren werde. | |
| Varadkar hatte bereits wenige Tage nach dem Terrorangriff auf Israel am 7. | |
| Oktober Verhältnismäßigkeit angemahnt und gewarnt, die internationale | |
| Unterstützung für Israel könnte schwinden, wenn das Land bei seiner | |
| Reaktion gegen die Hamas zu weit geht. (dpa) | |
| ## US-Regierung für temporäre Feuerpause | |
| US-Außenminister Antony Blinken startet einen neuen Versuch, in der | |
| eskalierenden Lage im Gazastreifen eine Feuerpause zur Versorgung der | |
| Zivilbevölkerung herbeizuführen. Blinken landete am Freitagmorgen in Tel | |
| Aviv, während die israelischen Streitkräfte eigenen Angaben zufolge | |
| Gaza-Stadt mittlerweile eingekesselt haben. Ziel Israels ist es nach wie | |
| vor, die radikalislamische Hamas als Vergeltung für das Massaker vom 07. | |
| Oktober zu vernichten. Die USA fordern angesichts der dramatischen | |
| humanitären Lage im Gazastreifen aber eine Feuerpause, um die Menschen mit | |
| dem Nötigsten zu versorgen. | |
| Blinken will bei seinem zweiten Besuch in Israel binnen eines Monats mit | |
| Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu konkrete Schritte ausloten, die | |
| Folgen für die Zivilbevölkerung zu mildern. Im Gazastreifen fehlt es an | |
| allem, Nahrungsmittel, Treibstoff, Wasser und an medizinischer Versorgung. | |
| Die US-Regierung hat betont, eine Feuerpause sollte lediglich temporär und | |
| lokal begrenzt gelten. Das grundsätzliche Recht Israels auf | |
| Selbstverteidigung stellt die Regierung in Washington nicht infrage. | |
| „Wenn ich ein palästinensisches Kind – ein Junge, ein Mädchen – sehe, d… | |
| aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes gezogen wird, das trifft mich | |
| genauso ins Herz wie wenn ich ein Kind aus Israel oder sonstwo sehe“, sagte | |
| Blinken vor seiner Abreise zu Journalisten. „Und das ist etwas, bei dem wir | |
| die Verpflichtung haben, darauf zu reagieren.“ Nach Angaben der von der | |
| Hamas kontrollierten palästinensischen Gesundheitsbehörde im Gazastreifen | |
| sind bei den israelischen Angriffen bislang mindestens 9061 Menschen | |
| getötet worden. In dem Küstengebiet leben rund 2,3 Millionen Menschen. | |
| (rtr) | |
| ## Wieder Angriffe auf Gaza in der Nacht | |
| Am Donnerstag hatte der israelische Regierungschef Netanjahumitgeteilt, | |
| dass die Truppen Gaza-Stadt mittlerweile umzingelt hätten. Das Militär | |
| erklärte, es habe auch in der Nacht zum Freitag Ziele in Gaza aus der Luft, | |
| vom Meer aus und mit Artillerie beschossen. Dabei seien mehrere | |
| Hamas-Kämpfer getötet worden, darunter auch ein Kommandeur. In Gaza-Stadt | |
| hat Hamas ihren Sitz. Die radikalislamische Organisation hat ihre | |
| Infrastruktur in Gaza vor allem in einem weitläufigen Tunnelsystem | |
| organisiert, das das israelische Militär besonders im Visier hat. | |
| Die Vereinigten Arabischen Emirate warnten vor der Gefahr eines regionalen | |
| Flächenbrands. „Während wir weiter daran arbeiten, diesen Krieg zu stoppen, | |
| können wir die regionalen Auswirkungen und die Notwendigkeit, die | |
| überhitzte Situation abzukühlen, nicht ignorieren“, sagte Nura al-Kaabi, | |
| Staatsministerin für auswärtige Angelegenheiten, in Abu Dhabi. Die Gefahr | |
| einer weiteren Eskalation sei real. Befürchtet wird vor allem, dass die vom | |
| Iran unterstützte radikalislamische Hisbollah vom Libanon aus in den | |
| Konflikt eingreifen könnte. Hisbollah-Führer Sajjed Hassan Nasrallah wollte | |
| sich am Freitag erstmals öffentlich zu den aktuellen Entwicklungen äußern. | |
| Am Grenzübergang Rafah vom Gazastreifen nach Ägypten warteten weitere | |
| ausländische Staatsbürger und Verletzte auf ihre Ausreise. Am Mittwoch war | |
| der Grenzübergang erstmals geöffnet worden, mindestens 320 Menschen hatten | |
| ausreisen können. Nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt konnte bislang eine | |
| niedrige einstellige Zahl deutscher Staatsbürger aus dem Gazastreifen über | |
| den Grenzübergang Rafah ausreisen. Eine niedrige dreistellige Zahl | |
| registrierter deutscher Staatsbürger befinde sich derzeit noch im | |
| Gazastreifen, hieß es aus dem Ministerium weiter. (rtr) | |
| ## Erdogan: „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ | |
| Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat erneut Kritik am Vorgehen | |
| Israels im Gazastreifen geäußert. „Seit genau 28 Tagen werden in Gaza | |
| Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen“, sagte Erdogan am Freitag. | |
| Der türkische Staatschef hatte die islamistische Hamas zuvor als | |
| Befreiungsorganisation bezeichnet und Israel „Barbarismus“ vorgeworfen. | |
| (dpa) | |
| ## Armee meldet nächtliche Angriffe | |
| Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht zum Freitag | |
| neue Angriffe im Gazastreifen ausgeführt. Es seien „eine Reihe | |
| terroristischer Einheiten“ bekämpft worden, die Panzerabwehrraketen und | |
| Sprengkörper eingesetzt hätten, teilte die israelische Armee mit. | |
| Israel hat seit einigen Tagen seine Angriffe auf den von der | |
| radikalislamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen verstärkt. Zuletzt | |
| meldete die israelische Armee die Umzingelung von Gaza-Stadt mit | |
| Bodentruppen. (afp) | |
| ## Israelische Armee meldet Umzingelung von Gaza-Stadt | |
| Nach verstärkten Angriffen auf den Gazastreifen in den vergangenen Tagen | |
| hat die israelische Armee eigenen Angaben zufolge Gaza-Stadt umzingelt. | |
| „Unsere Soldaten haben die Umzingelung der Stadt Gaza, des Zentrums der | |
| Terrororganisation Hamas, abgeschlossen“, sagte Militärsprecher Daniel | |
| Hagari am Donnerstagabend. Die radikalislamische Hamas drohte ihrerseits, | |
| dass die israelischen Soldaten im Gazastreifen „in Leichensäcken“ nach | |
| Hause zurückkehren würden. Später am Abend verkündete Israel, alle | |
| palästinensischen Arbeiter in Israel in den Gazastreifen zurückzuschicken. | |
| Die israelischen Soldaten hätten sich in der Region um Gaza-Stadt „direkte | |
| Gefechte mit Hamas-Terroristen“ geliefert, sagte Militärsprecher Hagari | |
| zunächst. Die Soldaten hätten „die Terroristen mit Hilfe von | |
| Artilleriefeuer und Panzern“ bekämpft. Nach Angaben des Militärs wurden | |
| „dutzende“ feindliche Kämpfer getötet. Am Abend dann verkündete die Armee | |
| die Umzingelung von Gaza-Stadt. | |
| Der militärische Arm der Hamas drohte nahezu zeitgleich, der Einmarsch in | |
| den Gazastreifen werde sich für die israelischen Truppen zum „Fluch“ | |
| entwickeln. „Noch mehr ihrer Soldaten werden in Leichensäcken nach Hause | |
| kehren“, erklärte ein Sprecher der Essedin-al-Kassam-Brigaden. | |
| Nach Angaben der Hamas wurden bei einem der israelischen Angriffe im | |
| Flüchtlingslager Dschabalia im Norden von Gaza-Stadt nahe einer UN-Schule | |
| am Donnerstag mindestens 27 Menschen getötet. Zudem gebe es eine „große | |
| Anzahl“ an Verletzten, erklärte das von der Hamas geleitete | |
| Gesundheitsministerium. Die Zahlenangaben ließen sich zunächst nicht | |
| unabhängig verifizieren. | |
| Israel hatte das Flüchtlingslager Dschabalia bereits zuvor in dieser Woche | |
| angegriffen und sein Vorgehen mit einem darunterliegenden Tunnelsystem der | |
| Hamas begründet. Die Hamas erklärte, dass bei den Angriffen auf Dschabalia | |
| am Dienstag und Mittwoch 195 Menschen getötet worden seien. (afp) | |
| ## Angriffe der Hisbollah | |
| Abseits des Gazastreifens lieferten sich am Donnerstag die israelische | |
| Armee und die libanesische Hisbollah heftige Gefechte. Israel meldete einen | |
| „breiten Angriff“ auf Stellungen der Schiitenmiliz im Nachbarland, die | |
| Hisbollah attackierte nach eigenen Angaben „zeitgleich 19 israelische | |
| Stellungen“. Die Hisbollah gab an, in ihren eigenen Reihen seien vier | |
| Menschen getötet worden. | |
| Für Freitag wird eine Rede von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah erwartet. Es | |
| gibt Befürchtungen, dass die Hisbollah eine neue Front zur Unterstützung | |
| der Hamas eröffnen und der Krieg sich auf weitere Länder in der Region | |
| ausweiten könnte. (afp) | |
| ## Neue Gewalt im Westjordanland | |
| Auch aus dem Westjordanland wurden Tote gemeldet. Das palästinensische | |
| Gesundheitsministerium erklärte am Donnerstag, zwei Menschen seien getötet | |
| worden. Ein israelischer Militärsprecher erklärte der Nachrichtenagentur | |
| AFP, israelische Streitkräfte führten „Terrorismusbekämpfungsmaßnahmen in | |
| dem Gebiet“ aus. (afp) | |
| ## Ausreisen aus Gaza | |
| Angesichts der humanitäre Katastrophe im Gazastreifen wollen viele Menschen | |
| das Gebiet verlassen. Seit Mittwoch konnten über den Grenzübergang Rafah | |
| mehrere verletzte Palästinenser sowie Ausländer nach Ägypten ausreisen. Am | |
| Donnerstag konnten den Vereinten Nationen zufolge 60 verletzte | |
| Palästinenser und rund 400 Ausländer den Gazastreifen über Rafah verlassen. | |
| Die ägyptische Regierung kündigte an, sie wolle „etwa 7000“ Menschen das | |
| Verlassen des Gazastreifens ermöglichen. Am Freitag sollte der | |
| Grenzübergang erneut geöffnet werden. (afp) | |
| ## Palästinenser aus Gaza dürfen nicht länger in Israel arbeiten | |
| Palästinenser aus dem Gazastreifen sollen künftig nicht länger zum Arbeiten | |
| nach Israel kommen dürfen. Dies beschloss das israelische | |
| Sicherheitskabinett am Donnerstagabend. Entsprechende Lizenzen für fast 18 | |
| 000 Palästinenser würden entzogen, hieß es in einer Erklärung vom späten | |
| Donnerstagabend. Jobs in Israel waren im Gazastreifen angesichts der | |
| dortigen trüben Wirtschaftslage und einer Arbeitslosenquote von fast 50 | |
| Prozent heiß begehrt. | |
| Das israelische Sicherheitskabinett verfügte zudem, dass Zahlungen von | |
| Geldern an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA), die für den | |
| Gazastreifen bestimmt seien, künftig eingestellt würden. Obwohl die | |
| militant-islamistische Hamas im Jahr 2007 die Kontrolle über den | |
| Gazastreifen übernahm, bezahlt die PA weiterhin Zehntausende Beamte in dem | |
| Küstengebiet. | |
| Gemäß vorläufigen Friedensabkommen aus den 90er Jahren sammelt Israel | |
| Steuern und Zölle im Namen der PA im besetzten Westjordanland ein und | |
| leitet jeden Monat einen Teil der Gelder an die Autonomiebehörde weiter. | |
| Nun aber erklärte Israels Regierung, dass sie „alle Kontakte mit Gaza | |
| kappen“ werde. (ap) | |
| ## Japan fliegt weitere Asiaten aus Israel aus | |
| Japan hat weitere Landsleute sowie andere Asiaten wegen des Gaza-Krieges | |
| aus Israel ausgeflogen. Wie die Regierung in Tokio am Freitag mitteilte, | |
| brachte ein Flugzeug der japanischen Luftwaffe 46 Passagiere zunächst nach | |
| Jordanien. Unter ihnen befanden sich 20 Japaner, 15 Südkoreaner, vier | |
| Vietnamesen sowie ein Taiwaner. Es war die zweite Evakuierungsaktion Japans | |
| seit Ausbruch des Krieges. Zuvor waren bereits 60 japanische und 18 | |
| südkoreanische Staatsangehörige sowie deren Familienangehörige mit einem | |
| Militärtransporter der japanischen Streitkräfte ausgeflogen worden. | |
| Die japanische Außenministerin Yoko Kamikawa wollte sich unterdessen bei | |
| Gesprächen in Israel und Jordanien für eine Deeskalation des Konflikts | |
| sowie für eine Verbesserung der humanitären Lage im Gazastreifen einsetzen. | |
| Sie wolle zusätzlich an diesem Wochenende bei Gesprächen in Ramallah im | |
| besetzten Westjordanland die „unveränderte Unterstützung“ Japans für | |
| „Palästina einschließlich des Gazastreifens“ übermitteln, teilte Japans | |
| Außenministerium mit. (dpa) | |
| ## US-Repräsentantenhaus bewilligt Israel-Hilfe | |
| Das US-Repräsentantenhaus hat am Donnerstag (Ortszeit) Militärhilfe in Höhe | |
| von 14,5 Milliarden Dollar für Israel bewilligt. Anders als in derartigen | |
| Fällen üblich, verlangte der neue Repräsentantenhausvorsitzende, der | |
| Republikaner Mike Johnson, jedoch, dass die Soforthilfe durch Kürzungen der | |
| Staatsausgaben an anderer Stelle gegenfinanziert werden solle. Das | |
| republikanische Paket verschaffe Israel die nötige Unterstützung zur | |
| Selbstverteidigung, zur Befreiung der von der Hamas festgehaltenen Geiseln | |
| und zur Bekämpfung der militant-islamistischen Gruppe, „während wir | |
| gleichzeitig daran arbeiten, verantwortungsvolle Ausgaben zu gewährleisten | |
| und die Größe der Bundesregierung zu reduzieren“, so Johnson. | |
| Das republikanische Vorhaben wird voraussichtlich nie in Kraft treten. Die | |
| Demokraten kritisierten, dieser Ansatz würde die Hilfe für Israel nur | |
| verzögern. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, | |
| kündigte an, dass der „erstaunlich unseriöse“ Gesetzentwurf keine Chance | |
| haben werde, im Senat verabschiedet zu werden. US-Präsident Joe Biden | |
| sagte, er werde sein Veto gegen den Gesetzentwurf einlegen. Johnsons Ansatz | |
| werde „der Dringlichkeit des Augenblicks nicht gerecht“ und schaffe einen | |
| gefährlichen Präzedenzfall, indem er verlange, dass Notfallmittel aus | |
| Kürzungen an anderer Stelle stammen, hieß es in einer Erklärung des Weißen | |
| Hauses. Die Tatsache, dass der republikanische Plan keine humanitäre Hilfe | |
| für den Gazastreifen vorsehe, sei ein „schwerwiegender Fehler“. | |
| Die ersten substanziellen Gesetzespläne im Kongress zur Unterstützung | |
| Israels im Krieg bleiben weit hinter Bidens Forderung zurück. Der Präsident | |
| hat vom Kongress eine rasche Bewilligung von Finanzmitteln im Umfang von | |
| fast 106 Milliarden Dollar erbeten, die unter anderem an Israel und die | |
| Ukraine sowie in die Sicherung der Südgrenze zu Mexiko fließen sollen. | |
| Etliche Republikaner haben sich indes gegen weitere Hilfen für Kiew | |
| ausgesprochen. (ap) | |
| 3 Nov 2023 | |
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