| # taz.de -- Widerstand gegen CDU/SPD-Regierung: „Nicht das, was Berlin brauch… | |
| > Ein breites Bündnis will am Samstag gegen eine CDU-geführte Regierung | |
| > protestieren. Zu befürchten seien große Rückschritte, so Sprecherin Lisa | |
| > Jaspers. | |
| Bild: Proteste von DW Enteignen gegen die Koalitionsgespräche von CDU und SPD | |
| taz: Frau Jaspers, am Samstag wollen Sie mit dem neuen Bündnis | |
| [1][„Rückschrittskoalition stoppen“] gegen eine CDU/SPD-Regierung | |
| protestieren. Welche Rückschritte für die Stadt befürchten Sie? | |
| Lisa Jaspers: Eine progressive Stadtenwicklungs- und Mietenpolitik ist von | |
| dieser Koalition nicht zu erwarten; die steigenden Mieten werden das große | |
| Problem bleiben. Auch behandeln CDU und SPD Klima- und Verkehrspolitik | |
| nicht mit der Priorität, die es braucht, um die notwendigen Maßnahmen gegen | |
| die Klimakrise zu treffen. Dazu kommt die Innenpolitik, in der Kai Wegner | |
| und die CDU besorgniserregende, rechtskonservative Signale senden. Wir | |
| befürchten, dass sich die Lebensrealitäten von Menschen mit weniger | |
| Privilegien und solchen, die Rassismus ausgesetzt sind, noch weiter | |
| verschlechtern und die Stadt weniger inklusiv wird. Das macht uns Angst. | |
| Ist es nicht das, was die Wähler:innen wollten? | |
| Wir sind davon überzeugt, dass die Vision, die wir für die Stadt haben, | |
| eine Mehrheit hat. Bisherige Volksentscheide haben gezeigt, dass die | |
| Stadtbevölkerung wesentlich größere und radikalere Vorstellungen für die | |
| Zukunft hat, als dass, was politisch bislang umgesetzt wurde. Auf der Demo | |
| wollen wir Ansätze zeigen, um Berlin sozial, diskriminierungsfrei und | |
| klimagerecht zu gestalten. | |
| Womit haben Sie größere Probleme: mit den Inhalten oder mit den Personen | |
| bei CDU und SPD? | |
| Beides. Das ist auch nicht voneinander zu trennen. Wenn Kai Wegner und | |
| Franziska Giffey an einem Tisch sitzen, kann man nur pessimistisch sein. | |
| Unsere Bauchschmerzen sind stark mit diesen Personen verbunden, ihrer | |
| bisherigen Politik und ihren Positionen im Wahlkampf. Aber am Ende geht es | |
| um politische Inhalte und da spricht wenig dafür, dass die Stadt das | |
| bekommt, was sie bräuchte. | |
| Liegen jetzt alle Hoffnungen auf den [2][Mitgliederentscheid der SPD] und | |
| einem Nein zum Koalitionsvertrag mit der CDU? | |
| Wir wollen zeigen, dass viele Initiativen und Menschen gemeinsam auf die | |
| Straße gehen, die ihre Stadt mitgestalten wollen. Wir wollen ein Bild von | |
| der Stadt aufmachen, wie wir sie uns wünschen. Eine CDU-geführte Regierung | |
| steht dem im Weg. Wir hoffen, dass das auch vielen SPD-Mitgliedern bewusst | |
| wird. Alle, die sich gegen eine CDU-Regierung aussprechen, sind willkommen. | |
| Aber es wäre verkürzt zu sagen, alles hängt von der SPD ab. | |
| Die SPD-Spitze kommuniziert, dass die Partei bei einer Ablehnung des | |
| Koalitionsvertrages mit der CDU in die Opposition müsste. Dann käme | |
| Schwarz-Grün. Wäre damit etwas gewonnen? | |
| Die Androhung der SPD-Spitze ist wenig nachvollziehbar und hat die | |
| Intention, Parteimitglieder davon abzuhalten, mit Nein zu stimmen. Für uns | |
| steht in jedem Fall fest: Wir sind gegen eine CDU-regierte Stadt. | |
| Könnte eine Koalition von CDU und SPD die sozialen Bewegungen der Stadt | |
| beflügeln? | |
| Die Demo ist der Anfang, danach wird es weitergehen. Mit den vielen | |
| beteiligten Gruppen werden wir Wege besprechen und finden, die Politik | |
| dieser Stadt mitzugestalten. | |
| 15 Mar 2023 | |
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| ## AUTOREN | |
| Erik Peter | |
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