| # taz.de -- Hilfsorganisation Mare Liberum: Schiffe dürfen auslaufen | |
| > Ein Hamburger Gericht hat dem Eilantrag von Mare Liberum stattgegeben: | |
| > Verkehrsministerium darf dessen Seenotrettungsschiffe nicht länger | |
| > festsetzen. | |
| Bild: Die Mare Liberum, das Schiff der gleichnamigen Hilfsorganisation, darf wi… | |
| Hamburg dpa | Das Bundesverkehrsministerium darf [1][zwei Schiffe der | |
| Flüchtlingshilfsorganisation Mare Liberum] nicht länger festsetzen. Laut | |
| einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hamburg vom Freitag sind die | |
| sogenannten Festhalteverfügungen rechtswidrig. Das Gericht gab damit einem | |
| Eilantrag des Berliner Vereins Mare Liberum statt, der die | |
| Menschenrechtslage für MigrantInnen an der türkisch-griechischen Seegrenze | |
| beobachtet. | |
| Das Verkehrsministerium hatte Mitte August die beiden Schiffe „Mare | |
| Liberum“ und „Sebastian K“ am Auslaufen gehindert und dies damit begründ… | |
| dass die Organisation nicht über die notwendigen | |
| Schiffssicherheitszeugnisse verfüge. Dabei berief es sich auf eine seit dem | |
| Frühjahr geltende Änderung derSchiffssicherheitsverordnung. | |
| Der Verein warf Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vor, mit der | |
| Änderung [2][gezielt humanitäre Einsätze verhindern zu wollen]. Aus dem | |
| Ministerium hieß es hingegen im August: „Der Rechtsänderung liegen | |
| ausschließlich schiffssicherheitsrechtliche Erwägungen zugrunde.“ | |
| ## „Unanwendbarkeit der geänderten Vorschriften“ | |
| Laut Gericht ist diese Änderung jedoch nicht anwendbar, da sie gegen | |
| EU-Recht verstößt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale | |
| Infrastruktur habe die Änderungen nicht – wie es erforderlich gewesen wäre | |
| – gemäß der Notifizierungsrichtlinie bei der Europäischen Kommission | |
| angewendet, erklärte ein Gerichtssprecher. | |
| Nach der Richtlinie müssen die EU-Staaten die Kommission über jeden Entwurf | |
| einer technischen Vorschrift vor deren Erlass unterrichten. Dies sei nicht | |
| geschehen und „führe zur Unanwendbarkeit der geänderten Vorschriften“. | |
| Gegen die Entscheidung kann das Bundesverkehrsministerium Beschwerde bei | |
| dem Hamburgischen Oberverwaltungsgericht erheben. | |
| 2 Oct 2020 | |
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