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# taz.de -- Toter Flüchtling Al-Aziz: Sachsen bestreitet Verweigerung
> Haben sächsische Behörden die Kostenübernahme für den an Epilepsie
> erkrankten Flüchtling verweigert? Das Sozialministerium weist dies
> zurück.
Bild: Der Tharandter Wald, Fundort der Leiche
Berlin taz | Das sächsische Staatsministerium für Soziales und
Verbraucherschutz bestreitet, dass das Sozialamt Pirna die Kostenübernahme
für die Medikamente des an Epilepsie erkrankten Asylbewerbers Schabas Saleh
Al-Aziz verweigert habe. „Im Gegenteil“, schreibt das Sozialministerium für
Soziales und Verbraucherschutz in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der
sächsischen Linken-Abgeordneten Juliane Nagel. „Die beantragten
Kostenübernahmen wurden stets zeitnah, meist am nächsten Werktag, erteilt.“
Die Antwort liegt der taz vor.
Al-Aziz war bekannt geworden, weil er in einem Supermarkt im sächsischen
Arnsdorf verprügelt und gefesselt worden war und wenige Tage vor dem
Prozess gegen die Männer tot in einem Wald gefunden wurde. In seinem Umfeld
wurde gemutmaßt, dass er im Wald einen epileptischen Anfall erlitten hat
und daraufhin erfror. Dies vermuteten unter anderem eine betreuende Ärztin
sowie ein Heimleiter. Die taz.am wochenende hatte den Fall im
[1][ausführlich recherchiert].
Eine Ärztin, die Schabas Saleh Al-Aziz damals behandelte, erinnert sich
anders als die Behörden: Im Fall von Al-Aziz habe das Sozialamt Pirna in
der Regel die Kostenübernahme für die Epilepsiemedikamente verweigert,
sagte sie der taz. Die Folge war, dass er wiederholt mit epileptischen
Anfällen in die Notaufnahme eines Freitaler Krankenhauses eingeliefert
wurde.
„Was habe ich alles veranstaltet, um das Sozialamt Pirna zur
Kostenübernahme zu bewegen“, sagte sie. „Nur unter großen Schwierigkeiten
konnte ich das Sozialamt dazu bewegen. Ich musste Kosten-Nutzen-Rechnungen
aufstellen.“
11 Aug 2017
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## AUTOREN
Steffi Unsleber
## TAGS
Sachsen
Schwerpunkt Flucht
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Lesestück Recherche und Reportage
Dresden
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