| # taz.de -- Kommentar Grüner Leitantrag zur Eurokrise: Staatstragend wie die C… | |
| > Wie beim Atomausstieg geht es den Grünen in der Eurokrise: Sie fordern | |
| > nur das, was auch anderen Parteien einfällt. Ihnen fehlt das | |
| > Alleinstellungsmerkmal. | |
| Wie beim Atomausstieg geht es den Grünen in der Eurokrise: Sie fordern nur | |
| das, was auch anderen Parteien einfällt. Ihnen fehlt das | |
| Alleinstellungsmerkmal. Der Euro-Leitantrag für den Sonderparteitag war gut | |
| geschrieben und durchdacht - überraschend oder besonders weitreichend war | |
| er nicht. | |
| Ein paar Beispiele: Die Grünen fordern, dass die Griechen ihre | |
| Militärausgaben senken sollen, was zwei Milliarden Euro im Jahr bringen | |
| würde. Darauf sind alle anderen Parteien allerdings auch schon gekommen. | |
| Die Grünen wollen, dass die bewilligten EU-Strukturmittel ausgezahlt | |
| werden, auch wenn die Kofinanzierung aus Griechenland fehlt. Auf diesen | |
| naheliegenden Gedanken ist selbst EU-Kommissar Barroso inzwischen gekommen. | |
| Die Grünen finden, dass Griechenland dringend ein Grundbuch benötigt, um | |
| den Immobilienbesitz wirksam zu besteuern. Das hat der Internationale | |
| Währungsfonds auch schon erkannt - und längst entsprechende Experten nach | |
| Griechenland geschickt. | |
| Die Grünen favorisieren eine Finanztransaktionsteuer, was neuerdings die | |
| CDU ebenfalls für eine gute Idee hält. Und schließlich sind die Grünen für | |
| eine "sanfte Umschuldung", womit sich Finanzminister Schäuble gerade sehr | |
| unbeliebt in der Eurozone gemacht hat. | |
| Manche grüne Vorschläge gehen durchaus weiter als die Ideen der | |
| konservativen Konkurrenz. So fordern die Grünen eine europaweite | |
| Vermögensabgabe; sie wollen eine demokratische Kontrolle des | |
| Euro-Rettungsfonds; sie sind gegen eine schrankenlose Privatisierung in | |
| Griechenland. | |
| Aber diese Details gehen fast unter im staatstragenden Gesamtstil des | |
| Leitantrags. Zurück bleibt der Eindruck, dass die Grünen niemanden | |
| überfordern wollten: weder ihre Wähler noch ihre potenziellen | |
| Koalitionspartner nach der Bundestagswahl 2013. | |
| 26 Jun 2011 | |
| ## AUTOREN | |
| Ulrike Herrmann | |
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