| # taz.de -- Geplantes Steuerabkommen: Verhandeln mit der Steueroase | |
| > Angeblich verschieben deutsche Steuerbetrüger Schwarzgeld aus der Schweiz | |
| > nach Fernost. Berlin verhandelt mit Singapur über ein neues Abkommen. | |
| Bild: Asiatische Finanzmetropole: Mit Singapur soll es ein neues Steuerabkommen… | |
| BERLIN dpa | Die Bundesregierung strebt im Kampf gegen Steuerbetrug ein | |
| neues Abkommen mit Singapur an. Finanzminister Wolfgang Schäuble will am | |
| Sonntag nächster Woche (14. Oktober) in dem südostasiatischen Stadtstaat | |
| über ein neues Auskunfts-Abkommen verhandeln. | |
| Das Abkommen mit der Finanzmetropole dient nach Angaben der Bild-Zeitung | |
| dazu, mehr Kenntnisse über nach Singapur verschobenes deutsches Schwarzgeld | |
| zu erhalten. Hintergrund sei auch das umstrittene Steuerabkommen mit der | |
| Schweiz. | |
| Die Bundesregierung hat nach eigener Aussage bisher allerdings keine | |
| Hinweise auf Schwarzgeld-Transfers deutscher Bankkunden aus der Schweiz ins | |
| Ausland, um das geplante Steuerabkommen zu unterlaufen. | |
| „Fakten, die belegen, dass der Abschluss des deutsch-schweizerischen | |
| Steuerabkommens zu einem vermehrten Vermögenstransfer von der Schweiz nach | |
| Singapur oder anderen Destinationen geführt hat, liegen der Bundesregierung | |
| nicht vor“, heißt es in einer Ende September bekanntgewordenen Antwort des | |
| Finanzministeriums auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten im Bundestag, | |
| Barbara Höll. | |
| ## Unklarheit über Höhe der Vermögen | |
| Nach früheren Medienberichten sollen Schweizer Banken deutschen | |
| Steuerbetrügern helfen, Vermögen noch vor Inkrafttreten des geplanten | |
| Steuerabkommens Anfang 2013 nach Fernost zu verschieben. Die Schweizer | |
| Großbank UBS wies diese Vorwürfe stets zurück. | |
| In der Antwort des Finanzministeriums heißt es, Äußerungen der Regierung | |
| von Singapur sowie der UBS seien so zu deuten, „dass Singapur nur in | |
| untergeordneter Weise als Standort für Vermögensanlagen, die der deutschen | |
| Besteuerung entzogen werden, dient“. | |
| Die Bundesregierung habe keine Erkenntnisse über die Höhe der in Singapur | |
| verwalteten Vermögen beziehungsweise Geldtransfers deutscher | |
| Steuerpflichtiger in die asiatische Finanzmetropole. | |
| Die Revisionsbemühungen mit Singapur sind nach Angaben des | |
| Finanzministeriums von Ende September fortgeschritten. Das neue | |
| Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit Singapur solle „neueren Entwicklungen | |
| und modernen Standards angepasst werden“, heißt es in der | |
| Ministeriumsantwort. | |
| ## Abkommen über Steuern jeder Art | |
| Zu internationalen Standards gehöre auch, den gegenseitigen | |
| Auskunftsaustausch in Steuersachen gemäß dem Musterabkommen der | |
| Industrieländerorgansiation OECD zu vereinbaren. | |
| Das bestehende Doppelbesteuerungsabkommen mit Singapur aus dem Jahr 2004 | |
| bezieht sich laut Finanzministerium nur auf Steuern, die unter die | |
| Vereinbarung fallen. Das OECD-Musterabkommen dagegen umfasse Steuern jeder | |
| Art. Ein Auskunftsaustausch nach dem geltenden Singapur-Abkommen beschränke | |
| sich zudem auf Personen, die in einem der beiden Vertragsstaaten ansässig | |
| sind. | |
| Laut OECD-Vorgabe bestehe zudem auch dann die Pflicht zur | |
| Informationsbeschaffung, wenn der Vertragsstaat die Angaben nicht für | |
| eigene Zwecke benötige. Ferner dürfe ein Bankgeheimnis keinen | |
| Hinderungsgrund darstellen. | |
| Auf der Grundlage des bestehenden Doppelbesteuerungsabkommens wurde laut | |
| Finanzministerium bisher ein Amtshilfeersuchen an Singapur gestellt. Der | |
| sonstige Rechtshilfeverkehr in Strafsachen mit Singapur erfolge | |
| vertragslos. Seit dem Jahr 2000 habe es 29 ein- und ausgehende | |
| Rechtshilfeersuchen zwischen beiden Ländern gegeben. | |
| 6 Oct 2012 | |
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