| # taz.de -- Proteste in Iran: Es braucht internationalen Druck | |
| > Wieder erheben sich die Menschen in Iran, das Regime reagiert mit Gewalt. | |
| > Die diplomatische Reaktion von Kanzler Merz ist einfach nur lächerlich. | |
| Bild: Und der Westen schaut zu: Proteste in Iran, die niedergeschlagen werden | |
| Es sind [1][verstörende, brutale Bilder aus Iran], die verzögert nach | |
| draußen gelangen, denn seit Tagen ist das Internet im ganzen Land | |
| abgeschaltet. Bruchstückhaft und über Umwege, wie über das | |
| Satelliten-Internetsystem Starlink, erreichen einige Videos und Berichte | |
| dennoch die Außenwelt: Leichensäcke liegen da in Massen nebeneinander. | |
| Sicherheitskräfte schießen gezielt auf teils sehr junge Menschen. | |
| Krankenhäuser sind überfüllt, es fehlt an Ärzt*innen. Gleichzeitig strahlen | |
| Staatsmedien in Iran vermeintliche Geständnisse von inhaftierten | |
| Protestierenden aus: junge Menschen werden im Fernsehen vorgeführt und | |
| gezwungen, von sich zu behaupten, aus dem Ausland bezahlte Agenten zu sein. | |
| Bereits im November 2019 kappte die Islamische Republik bei den | |
| landesweiten Protesten für fast eine Woche das Internet. Laut der | |
| Nachrichtenagentur Reuters wurden damals rund 1.500 Protestierende getötet. | |
| Auch die aktuellen Opferzahlen gehen wohl in die Hunderte. Die Abschottung | |
| ist Teil der Repression: Wenn niemand hinsieht, kann das Ausmaß der Gewalt | |
| vertuscht werden. Genau das geschieht jetzt wieder. | |
| Von der internationalen Gemeinschaft bräuchte es jetzt maximalen Druck, | |
| doch aus Berlin kommt fast nichts. [2][Kanzler Friedrich Merz meldete sich | |
| mit einem routiniert-diplomatischen Satz], statt politische Verantwortung | |
| zu zeigen: Man sei „zutiefst besorgt“, fordere die Behörden auf, „von | |
| Gewalt abzusehen und die Grundrechte der iranischen Bürger zu wahren“. Ein | |
| Statement, das an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist: Deutschland ist | |
| wichtigster EU-Handelspartner des Landes und schiebt dorthin ab. Beides | |
| legitimiert die Täter. Wer wirtschaftlich kooperiert und gleichzeitig | |
| „Besorgnis“ äußert, sendet nur ein Signal: Diese Gewalt hat keine | |
| Konsequenzen. | |
| ## Es bleibt Hoffnung | |
| Es braucht öffentlichen internationalen Druck: die Terrorlistung der | |
| Revolutionsgarde in der EU, gezielte Sanktionen und internationale | |
| Strafverfolgung gegen die Täter, das Ende von Abschiebungen und eine klare | |
| Forderung nach Wiederherstellung des Internetzugangs. Europa sollte helfen | |
| und diejenigen unterstützen, die gerade heimlich verwundete Protestierende | |
| behandeln, die aus Angst vor Verhaftung nicht in ein Krankenhaus können. | |
| Stattdessen lehnt sich die Bundesregierung zurück und beobachtet lediglich. | |
| Es besteht Hoffnung, dass das Regime eines Tages gestürzt wird. An diesem | |
| Tag wird man sich erinnern, wer geschwiegen und wer weggeschaut hat, | |
| während Menschen massakriert wurden. | |
| 11 Jan 2026 | |
| ## LINKS | |
| [1] /Protestwelle-in-Iran/!6144573 | |
| [2] https://www.welt.de/politik/ausland/article69616d7bfa56382de1f65253/massenp… | |
| ## AUTOREN | |
| Daniela Sepehri | |
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