| # taz.de -- Streit um Gesundheitsreform: SPD will alles zurücknehmen | |
| > Falls die SPD die nächste Bundestagswahl gewinnt, will sie die | |
| > Gesundheitsreform wieder zurücknehmen, erklärte ihr Experte Lauterbach. | |
| > Auch die CSU ist weiter sehr enttäuscht. | |
| Bild: Die SPD kennt das Gegenmittel zur Gesundheitsreform: Die Rücknahme. | |
| BERLIN afp | Die SPD will die schwarz-gelbe Gesundheitsreform im Falle | |
| eines Sieges bei der nächsten Bundestagswahl vollständig zurücknehmen. "Von | |
| dieser Reform wird nichts übrig bleiben, wenn wir wieder Verantwortung | |
| übernehmen", sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der | |
| Augsburger Allgemeinen. Dies sei auch die Sicht der Grünen. | |
| Mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung würden die | |
| Krankenversicherungskosten für Kassenmitglieder doppelt so schnell steigen | |
| wie bisher, sagte Lauterbach und kritisierte eine "einseitige Belastung der | |
| Arbeitnehmer". | |
| Der bayerische Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) nannte den am | |
| Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf "aus bayerischer | |
| Sicht enttäuschend". Söder sprach in der Passauer Neuen Presse von | |
| "erheblichen Nachteilen für Patienten und Ärzte" im Freistaat und verlangte | |
| Nachbesserungen bei der Gesundheitsreform zugunsten seines Bundeslandes. | |
| Die Ärzte in Bayern hätten steigende Praxiskosten, das müsse honoriert | |
| werden. Darüber hinaus bestehe "große Sorge, was die Zukunft der | |
| Hausarztverträge betrifft", sagte Söder. Hier gebe es zwar einen | |
| Bestandsschutz bis zum Jahr 2012, aber "wie es danach weitergehen soll, ist | |
| unklar". | |
| 23 Sep 2010 | |
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