# taz.de -- Kommentar rot-schwarzer Umweltschutz: Fünf magere Jahre | |
> Vier Stunden haben SPD und CDU über Umwelt, Gesundheit und | |
> Verbraucherschutz verhandelt. Doch was am Ende heraus kam, waren kaum | |
> mehr als vage Aussagen. | |
Bild: Kein schöner Anblick: ein Industrieschlot in Duisburg. | |
Vier Stunden haben SPD und CDU über Umwelt, Gesundheit und | |
Verbraucherschutz verhandelt, von Schneebeseitigung bis Charité alles | |
angesprochen, was man irgendwie damit in Verbindung bringen kann. Doch was | |
am Ende heraus kam, waren kaum mehr als vage Aussagen. | |
Die Klimaschutzziele "fortschreiben", den Luftreinhalteplan "fortsetzen", | |
bei der energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude "Vorbild sein" wolle | |
man. Konkrete Ziele in Sachen Klimaschutz, ambitioniert vielleicht sogar? | |
Ein Klimaschutzgesetz, mit dem man hätte zeigen können, was Rot-Rot zehn | |
Jahre lang nicht geschafft hat? Fehlanzeige. "Berlin bleibt | |
Klimahauptstadt", erklären die künftigen Koalitionäre. Stimmt nur nicht, | |
denn da hat Berlin Nachholbedarf. Man schaue nur auf die unternommenen | |
Anstrengungen zur Nutzung erneuerbarer Energien, wo die Stadt im | |
bundesweiten Vergleich auf den vorletzten Platz landet. | |
Selbst den einen Bereich, bei dem Berlin einmal Vorreiter ist, möchte die | |
CDU aufweichen: die Umweltzone. Ausnahmen statt Verschärfungen soll es | |
geben. Nicht, dass man mehr erwarten könnte, von einer Partei, die bei der | |
CO2-Einsparung nur Zahlen bis 2020 parat hat und einer anderen, die die | |
Verlängerung der Stadtautobahn als Umweltschutzmaßnahme betrachtet. | |
Natürlich: Wer nichts verspricht, kann keine Versprechen brechen. Doch | |
anders als beim Verkaufsverbot für Alkohol oder einer Führerscheinpflicht | |
für Hundehalter lässt sich der Klimawandel nicht einfach zurückdrehen. | |
2 Nov 2011 | |
## AUTOREN | |
Svenja Bergt | |
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