| # taz.de -- Juso-Chef Sascha Vogt über die SPD: „Der Fiskalpakt darf so nich… | |
| > Juso-Chef Sascha Vogt über Koalitionen mit Piraten nach der | |
| > Bundestagswahl und Bedingungen für die Zustimmung zum Fiskalpakt im | |
| > Deutschen Bundestag. | |
| Bild: Jusos protestieren gegen Banken. | |
| taz: Herr Vogt, die Piraten sind im Aufwind. Kann man die neue Partei | |
| überhaupt stoppen? | |
| Sascha Vogt: Viele Wähler der Piraten suchen eine Alternative zur | |
| schwarz-gelben Regierung. Sie wollen Veränderungen. Daraus folgt: Die SPD | |
| muss deutlich machen, dass wir die eigentliche Alternative sind. Dann wird | |
| auch der Höhenflug der Piraten zu Ende gehen. | |
| Halten Sie eine Zusammenarbeit oder gar Koalitionen mit der Piratenpartei | |
| für möglich? | |
| Es ist doch zumindest bei den anstehenden Landtagswahlen noch nicht einmal | |
| geklärt, ob die Piraten das überhaupt selbst wollen. Und wer | |
| Holocaustleugner in der Partei duldet und das auch noch als | |
| Meinungsfreiheit verkauft, hat in einer Regierung nichts zu suchen. Erst | |
| einmal muss die SPD darauf schauen, selbst starke Ergebnisse zu bekommen. | |
| Und dann wird man sehen. | |
| Und mit Blick auf die Bundestagswahl im Jahr 2013? | |
| In eineinhalb Jahren kann sich nach der Bundestagswahl eine völlig andere | |
| Situation ergeben. Ich bin gegen Ausschließeritis. Das gilt auch für die | |
| Piraten. | |
| Die SPD gibt momentan kein modernes Bild ab, dümpelt in Umfragen wenige | |
| Prozentpunkte über dem letzten Bundestagswahlergebnis. Was läuft falsch? | |
| Die SPD hat sich inhaltlich ganz gut berappelt. Jetzt müssen wir es | |
| schaffen, dass die Menschen uns auch glauben, dass wir es ernst mit dem | |
| Politikwechsel meinen. Das muss schon in diesem Jahr klar werden. Das | |
| heißt, dass weder das Steuerabkommen mit der Schweiz noch der Fiskalpakt so | |
| kommen dürfen. | |
| Soll die SPD eine Zustimmung zum Fiskalpakt an die Einführung einer | |
| Finanztransaktionssteuer knüpfen? | |
| Der SPD-Bundesvorstand hat auf unsere Initiative beschlossen, dass es die | |
| Zustimmung nur dann gibt, wenn die Bundesregierung die Blockade bei der | |
| Finanztransaktionssteuer aufgibt. Diesen Antrag habe ich nicht zum Spaß | |
| gestellt. Um es deutlich zu machen: Eigentlich müssten wir diesen | |
| Fiskalpakt grundsätzlich ablehnen. Die Finanztransaktionssteuer ist das | |
| absolute Minimum. Ohne die muss die SPD ihn auf jeden Fall ablehnen. | |
| Die Finanztransaktionssteuer als Bedingung? | |
| Es gibt eine Reihe von politischen Instrumenten, die möglich sind. Klar | |
| ist: Wir brauchen Wachstumsimpulse in Europa. Der einseitige neoliberale | |
| Sparkurs ist doch schon gescheitert. Und da sehe ich die | |
| Finanztransaktionssteuer als einen wichtigen Baustein. | |
| 20 Apr 2012 | |
| ## AUTOREN | |
| Gordon Repinski | |
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