| # taz.de -- Wahlen in Uganda: Der alte Präsident und sein junger Herausforderer | |
| > Ugandas Präsident Yoweri Museveni tritt nach fast 40 Jahren im Amt zur | |
| > Wiederwahl an. Menschenrechtsgruppen sprechen von repressivem | |
| > Wahlkampfklima. | |
| Bild: Wahlkampfkonvoi von Ugandas Oppositionsführer Bobi Wine in Mukono, 9. Ja… | |
| In Uganda tritt Präsident Yoweri Museveni am 15. Januar zu einer siebten | |
| gewählten Amtszeit an. Der ehemalige Guerillaführer, der seit 1986 regiert, | |
| wurde zuletzt [1][2021 gewählt] – er erhielt 58,4 Prozent, gegen 35,1 | |
| Prozent für seinen Hauptgegner Robert Kyaluganyi, allgemein als „Bobi Wine“ | |
| bekannt. Bobi Wine siegte in der Hauptstadt Kampala und Umgebung, Museveni | |
| im Rest des Landes. | |
| Die beiden treffen auch diesmal aufeinander. Museveni ist 81 Jahre alt, | |
| Bobi Wine 43. Menschenrechtsgruppen kritisieren im Wahlkampf Entführungen | |
| von Oppositionsaktivisten, Angriffe auf Journalisten und Behinderung von | |
| Oppositionskundgebungen. Die UN-Menschenrechtskommission sprach in einem | |
| [2][neuen Bericht] von „repressiver und diskriminierender“ Gesetzgebung | |
| sowie Überwachung und Einschüchterung von Regierungsgegnern. Bobi Wines | |
| Partei NUP (National Unity Platform) spricht von einer „langen Liste von | |
| Führern und Aktivisten“, die Opfer staatlicher Übergriffe geworden seien. | |
| Die Hauptoppositionskraft moniert auch, dass die Wahlkommission ihr nicht | |
| wie vorgeschrieben das Wahlregister 14 Tage vor den Wahlen zur Verfügung | |
| gestellt hat, um es auf Unregelmäßigkeiten prüfen zu können, etwa | |
| verstorbene Wahlberechtigte oder Doppeleintragungen. | |
| Das Regierungslager bezeichnet Bobi Wine wiederum als „Diener und | |
| Marionette von Imperialisten“, der sich „respektlos“ benehme. In den | |
| vergangenen Monaten wurden NUP-Aktivisten mehrfach Angriffe auf Ugandas | |
| Polizei vorgeworfen. Präsident Museveni erklärte im Wahlkampf, er habe | |
| Uganda Frieden und Wohlstand gebracht. „Wer Gewalt verspricht, ist ein | |
| Feind von Wohlstand, Arbeit und Entwicklung“, sagte er. | |
| ## „Lange Liste von Aktivisten“ seien Opfer staatlicher Gewalt | |
| Das ugandische Informationsministerium dementierte Berichte, die Regierung | |
| werde im Vorfeld der Wahlen das Internet abschalten, und rief zugleich die | |
| Medien dazu auf, sich in ihrer Berichterstattung ausschließlich auf | |
| „verifizierte Informationen und offizielle Quellen“ zu beziehen. Bürger | |
| sollten sich „online und offline verantwortungsvoll verhalten“, so das | |
| Ministerium. | |
| Ugandas größte unabhängige Tageszeitung Monitor [3][kommentierte am | |
| Sonntag], Musevenis Wahlsieg stehe fest und wenn er korrekt zustandekomme, | |
| sei dagegen nichts einzuwenden. „Aber wenn von Anfang an Wähler Misstrauen | |
| gegen den gesamten Vorgang hegen und die Wahlkommission ihre Sorgen nicht | |
| ausräumt, sondern sich in einer anscheinend sehr parteiischen Weise | |
| verhält, muss der Wahlausgang umstritten sein. Eine umstrittene Wahl ist | |
| sehr bedauerlich.“ | |
| Im benachbarten Tansania war die Wiederwahl von Präsidentin Samia Suluhu | |
| Hassan Ende Oktober von erheblicher staatlicher Gewalt begleitet gewesen. | |
| 700 Menschen kamen nach unabhängigen Angaben ums Leben, die Opposition | |
| sprach von über 1.000. Die Wahlen im angrenzenden Mosambik im Oktober 2024 | |
| hatten ebenfalls zu Gewalt mit über 400 Toten geführt. | |
| Mitarbeit: Hassan Onyango | |
| 11 Jan 2026 | |
| ## LINKS | |
| [1] https://en.wikipedia.org/wiki/2021_Ugandan_general_election | |
| [2] https://www.ohchr.org/sites/default/files/statements/20260109-press-rel-lau… | |
| [3] https://www.monitor.co.ug/uganda/oped/commentary/why-stakes-are-high-in-thu… | |
| ## AUTOREN | |
| Dominic Johnson | |
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