| # taz.de -- Neuwahlen in Thailand angekündigt: Rechter Regierungschef löst Pa… | |
| > Thailands Ministerpräsident Anutin kündigt Neuwahlen an – mitten in einer | |
| > Krise. Zuletzt flammte der Grenzkonflikt mit Kambodscha wieder auf. | |
| Bild: Rechter Baumagnat: Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul | |
| afp | Inmitten des wieder entbrannten Grenzkonflikts mit Kambodscha hat der | |
| thailändische Regierungschef Anutin Charnvirakul das Unterhaus aufgelöst | |
| und damit Neuwahlen in die Wege geleitet. Die Mitglieder der | |
| Parlamentskammer würden neu gewählt, hieß es am Freitag in einem Dekret, | |
| das im königlichen Amtsblatt des südostasiatischen Landes veröffentlicht | |
| wurde. Unterdessen dauerten die Kämpfe an der Grenze zwischen Thailand und | |
| Kambodscha weiter an. | |
| Der rechtsgerichtete Baumagnat Anutin [1][war erst im September zum | |
| Regierungschef gewählt worden], nachdem seine Vorgängerin Paetongtarn | |
| Shinawatra vom Verfassungsgericht ihres Amtes enthoben worden war. Die | |
| größte Oppositionskraft, die Volkspartei, stellte sich damals hinter Anutin | |
| und seine konservative Bhumjaithai-Partei. Sie knüpfte ihre Unterstützung | |
| allerdings an die Bedingung, dass das Parlament binnen vier Monaten | |
| aufgelöst wird und Neuwahlen stattfinden. Der Schritt kam für viele | |
| Beobachter dennoch unerwartet: Mit der Auflösung war erst nach Weihnachten | |
| gerechnet worden. | |
| Im Dekret zur Auflösung des Parlaments wurde die Tatsache, dass Anutin | |
| einer Minderheitsregierung vorsitzt, als Begründung für die Maßnahme | |
| angeführt. Eine solche Regierung könne angesichts der zahlreichen | |
| Herausforderungen „die Staatsgeschäfte nicht kontinuierlich, effizient und | |
| stabil weiterführen“, hieß es dort. Neuwahlen seien daher die „angemessene | |
| Lösung“. | |
| Zugleich hatte die oppositionelle Volkspartei am Donnerstag angekündigt, | |
| einen Misstrauensantrag gegen Anutin im Parlament einbringen zu wollen. | |
| Hintergrund war der Vorwurf, die Regierungspartei Bhumjaithai habe bei | |
| einer entscheidenden Abstimmung über Verfassungsänderungen gegen die | |
| Vereinbarung mit der Volkspartei verstoßen. | |
| ## Anutin: „Habe auf Opposition gehört“ | |
| Regierungschef Anutin erklärte nach der Verkündung der Auflösung des | |
| Parlaments, er habe auf die Opposition gehört. „Sie haben gesagt, dass sie | |
| mich nicht mehr unterstützen würden und mich angerufen, das Parlament | |
| aufzulösen. Ich habe lediglich ihrer Anfrage Folge geleistet“, sagte er vor | |
| Journalisten in Bangkok. | |
| Nach thailändischem Recht müssen Neuwahlen 45 bis 60 Tage nach der | |
| Auflösung des Parlaments abgehalten werden. Der Urnengang wird somit | |
| zwischen Ende Januar und Anfang Februar erwartet. | |
| Die Anordnung zur Auflösung des thailändischen Repräsentantenhauses | |
| erfolgte weniger als eine Woche [2][nach dem Wiederaufflammen von Thailands | |
| Grenzkonflikt mit Kambodscha]. Die Kämpfe hielten am Freitag weiter an. Die | |
| thailändische Armee feuerte nach Angaben des kambodschanischen | |
| Verteidigungsministeriums mit Maschinengewehren auf kambodschanische | |
| Positionen. Reporter der Nachrichtenagentur AFP hörten am Freitag | |
| ununterbrochen Artilleriefeuer an der Grenze. | |
| Seit dem erneuten Ausbruch der Kämpfe wurden nach Behördenangaben insgesamt | |
| mindestens 20 Menschen getötet. Etwa 600.000 Menschen, die meisten davon in | |
| Thailand, wurden bereits aus ihrer Heimat vertrieben. | |
| ## Grenzstreit mit Kambodscha | |
| Zwischen Kambodscha und Thailand schwelt seit Jahrzehnten ein Streit über | |
| die Grenzziehung im sogenannten Smaragd-Dreieck, wo die thailändische | |
| Provinz Surin und die kambodschanische Provinz Oddar Meanchey sowie Laos | |
| aneinander grenzen. Hintergrund des Konflikts ist eine unklare Grenzziehung | |
| aus der Kolonialzeit. Am Sonntag war der Konflikt wieder aufgeflammt. | |
| Bangkok und Phnom Penh werfen sich gegenseitig vor, die Angriffe wieder | |
| aufgenommen zu haben. | |
| Erst Ende Oktober hatten die beiden südostasiatischen Nachbarländer unter | |
| Vermittlung der USA ein Abkommen unterzeichnet, das einen langfristigen | |
| Frieden sichern sollte. Thailand setzte die Umsetzung des Friedensabkommens | |
| vor knapp einem Monat jedoch aus. | |
| US-Präsident Donald Trump wiederholte am Donnerstagabend in Washington | |
| seine Behauptung, [3][acht Kriege beendet zu haben], wozu er auch den | |
| Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha zählt. „Was Thailand und | |
| Kambodscha angeht, werde ich wohl ein paar Telefonate führen müssen, aber | |
| wir werden das wieder in Ordnung bringen“, sagte er. Trump hatte ein | |
| Gespräch mit den Regierungschefs Thailands und Kambodschas angekündigt, bei | |
| dem er ein Ende der Kampfhandlungen fordern wolle. | |
| 12 Dec 2025 | |
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