# taz.de -- Das EM-Auftaktspiel in Basel: Schweiz weint heiße Tränen | |
> Im ersten Spiel der Euro 2008 verliert Gastgeber Schweiz nicht nur 0:1 | |
> gegen Tschechien - sondern auch seinen Kapitän Alexander Frei durch | |
> Verletzung. | |
Bild: Nach einer Halbzeit für den Schweizer Kapitän schon Schluss: Alexander … | |
Euro-Gastgeber Schweiz ist mit einem unglücklichen 0:1 gegen Tschechien in | |
die Euro 2008 gestartet. Im ersten Spiel des Turniers machten die Schweizer | |
am Samstagabend in Basel ein ansprechendes Spiel gegen ein blasses, aber - | |
wie man so sagt - effektives Team der Tschechischen Republik, das ohne den | |
verletzten Tomas Rosicky antrat. Vaclav Sverkos von Banik Ostrava erzielte | |
den Siegtreffer zum 1:0 (71.). Nach einem Abwehrfehler der Schweizer kam er | |
frei vor Keeper Diego Benaglio zum Schuß und bezwang ihn glücklich mit | |
einem halbgetroffenen Volley. | |
Sverkos war nach einer Stunde für Jan Koller eingewechselt worden. Der | |
Stürmer, zuletzt beim 1. FC Nürnberg, konnte immerhin gesund vom Feld | |
gehen. Sein Konterpart dagegen nicht. Es war nicht schön anzusehen, wie | |
Alexander Frei weinend vom Platz humpelte, das linke Knie dick verpackt. In | |
Basel war da erst Halbzeit, aber für Frei war bereits Ende. | |
Der Mittelstürmer war in einem Zweikampf vom Tschechen Krygera am Knie | |
getroffen worden. Danach wirkte der St. Jakob Park in Basel kollektiv | |
betreten. Später wird sich herausstellen, dass ein Teil des Innenbandes im | |
Knie abgerissen ist - was das Aus auch für den Rest der EM bedeutet. | |
Frei ist der Kapitän, der Chef und der Führungsspieler der Schweizer Nati. | |
Und nicht zu vergessen: Der Rekordtorschütze mit 35 Länderspieltreffern. Er | |
hatte auch die besten Chancen in der ersten Halbzeit. Einmal klärte | |
Tschechiens Keeper Cech mit dem Fuß (20.), einmal wehrte er einen | |
25-Meterschuss ab, mit dem Frei den besten Schweizer Konter abschloss. | |
Wer soll künftig die Tore schießen? Marco Streller, der andere Stürmer, | |
oder Hakan Yakin, den Trainer Jakob Kuhn zur Halbzeit für Frei ins Spiel | |
brachte? Yakin hatte nach 65 Minuten die Chance - und nutzte sie nicht. Zu | |
diesem Zeitpunkt kam Frei just auf Krücken Richtung Bank gehumpelt. Die | |
größte Chance für die tapfer anrennenden Schweizer vergab Jakob Vonlanthen, | |
der einen von Cech zu kurz abgewehrten Ball gegen die Latte knallte (80.) | |
In der Nachspielzeit wollten die Schweizer noch einen Handelfmeter, | |
kriegten ihn aber nicht. Wäre auch nicht berechtigt gewesen. | |
Die Schweiz machte eigentlich kein schlechtes Spiel und stand sehr kompakt | |
- bis auf ein entscheidendes Mal. Wolfsburgs Torhüter Diego Benaglio | |
strahlte Sicherheit aus und bekam von den Tschechen wenig Ernsthaftes zu | |
halten. Vor ihm arbeiteten Arsenals Senderos und Müller effektiv in der | |
Abwehrzehntrale. | |
Linksverteidiger Magnin (VfB Stuttgart) ist ein weiterer Schlüsselspieler. | |
Er kam kaum zu Flankenläufen, in die Geschichtsbücher geht er dennoch ein: | |
Als derjenige, dem bei diesem Turnier die erste gelbe Karte unter die Nase | |
gehalten wurde (60.). Und in der Endphase war er es, der die Schweizer | |
unermüdlich nach vorne trieb - als die Tschechen nach dem Führungstor sich | |
nur noch hinten rein stellten. | |
Warum die Tschechen dieses Spiel gewonnen haben? Vielleicht weil Fußball | |
der "stetige Kampf gegen den Zufall ist", wie Jose Mourinho einmal bemerkte | |
- und die Schweizer für diesmal den Kampf verloren haben. | |
Im nächsten Spiel trifft die Schweiz am Mittwoch an selber Stelle auf die | |
Türkei und muss gewinnen, um im Turnier zu bleiben. Die Tschechen dagegen | |
können sich dann gegen Portugal bereits für das Viertelfinale | |
qualifizieren. | |
7 Jun 2008 | |
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