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# taz.de -- Laufzeitverlängerung für AKWs: Regierung nett zur Atomindustrie
> Der Eon-Konzern bewertet das Gespräch im Kanzleramt zur Zukunft der
> Atomkraft positiv. Der Regierungssprecher spielt die Bedeutung des
> Treffens indes herunter. Um brisante Fragen ging es allemal.
Bild: Die beiden RWE-Reaktoren Biblis A und B müssten eigentlich demnächst ab…
BERLIN taz | Vertreter der Atomindustrie sind am Donnerstagabend zufrieden
aus dem Gespräch im Kanzleramt zur Zukunft der Kernkraft gegangen. "Das
Treffen wird von uns eher positiv bewertet", sagte ein Sprecher von
Eon-Energie zur taz. "Es soll weitere Termine geben, denen wir gerne
folgen."
Zu dem Treffen hatte Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU)
Spitzenmanager der vier großen Energieunternehmen Eon, Vattenfall, RWE und
Enbw eingeladen sowie jeweils ein Staatssekretär des Bundesumwelt- und des
Wirtschaftsministeriums.
Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte am Freitag, bei dem Treffen seien
keine politisch-strategischen Entscheidungen gefallen. Über
Laufzeitverlängerungen für Atommeiler sei weder verhandelt noch entschieden
worden. Entscheidungen fielen erst in Verbindung mit dem Energiekonzept,
das die schwarz-gelbe Regierung bis Oktober ausarbeiten will.
Bereits im Vorfeld wurde die Bedeutung des Gesprächs im Kanzleramt von
allen Seiten heruntergespielt. Es handele sich, so hieß es, um ein
routinemäßiges Treffen der Monitoring-Gruppe, die im Jahr 2000 nach der
Entscheidung für den Atomausstieg gegründet wurde. Doch so ganz nach
Routine dürfte das Treffen nicht verlaufen sein. Denn die zentralen
inhaltlichen Fragen bergen Brisanz, für die Atomkonzerne geht es um
Milliarden an Mehreinnahmen.
Im Mittelpunkt stand die Diskussion um Übergangslösungen für die Kraftwerke
Neckarwestheim 1 und Biblis A und B. Nach derzeitiger Rechtslage müssten
die Meiler bereits vor Oktober, also vor dem geplanten Energiekonzept vom
Netz, da ihr Reststromkontingent ohne Gegenmaßnahmen bald aufgebraucht ist.
Über die besprochenen Inhalte wurde am Donnerstag Stillschweigen
vereinbart.
Die Opposition hatte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) im Vorfeld
des Kanzleramtstreffens vorgeworfen, die Laufzeitverlängerung würden
bereits jetzt ausgehandelt, aber erst nach der Landtagswahl in
Nordrhein-Westfalen öffentlich.
23 Jan 2010
## AUTOREN
Nadine Michel
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