| # taz.de -- Kommentar Stadtluft: Wie der Autokanzler | |
| > Bürgermeister Olaf Scholz hat Maßnahmen wie Umweltzonen oder City-Maut | |
| > für Teufelszeug erklärt. Dabei spielt die Angst vor autofahrenden | |
| > WählerInnen ebenso eine Rolle wie die traditionelle technikgläubige | |
| > Kleingeistigkeit der Sozialdemokratie. | |
| Bild: Emissionen mehr als 60 Prozent über Grenzwert: Luftmessstation in der St… | |
| Mit dem frischen Wind ist es in Hamburg nicht weit her. Die Luft ist zwar | |
| oft in Bewegung, sauberer aber wird sie davon keineswegs. Für etliche | |
| Schadstoffe werden die Grenzwerte überschritten, welche | |
| Gesundheitsgefährdungen markieren. Und Schuld daran ist der Autoverkehr, | |
| das räumt selbst der Senat ein. Trotzdem bleibt er untätig. | |
| Bürgermeister Olaf Scholz höchstselbst hat verkehrsbeschränkende Maßnahmen | |
| wie Umweltzonen oder City-Maut für Teufelszeug erklärt. Dabei spielt die | |
| Angst vor autofahrenden WählerInnen ebenso eine Rolle wie die traditionelle | |
| technikgläubige Kleingeistigkeit der Sozialdemokratie. Scholz ist jahrelang | |
| beim selbsternannten Autokanzler Schröder in die Lehre gegangen – sowas | |
| wirkt nach. | |
| Hamburg kann für gesunde Atemluft nicht garantieren. Ab 2015 drohen deshalb | |
| Bußgelder der EU in sechsstelliger Höhe – pro Tag. Diese Finanzrisiken | |
| seien unkalkulierbar, gibt der Senat zu, und geht das Risiko dennoch ein. | |
| Wie er das mit der Schuldenbremse in Einklang kriegen will, bleibt sein | |
| Geheimnis. | |
| Und deshalb ist die Notbremse dringend geboten. Das Spazierenfahren von | |
| Verbrennungsmotoren muss harten Beschränkungen unterworfen werden. Diese | |
| Technologie von vorgestern hat in der Stadt der Zukunft nichts zu suchen – | |
| weder in Hamburg noch anderswo. | |
| Die Formel ist simpel: Saubere Luft plus weniger Lärm gleich mehr | |
| Lebensqualität. | |
| 11 Oct 2012 | |
| ## AUTOREN | |
| Sven-Michael Veit | |
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