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# taz.de -- Der alte und neue Präsident heißt Ouattara
> In der Elfenbeinküste wurde Präsident Ouattara mit knapp 90 Prozent der
> Stimmen wiedergewählt. Es ist die vierte Amtszeit für den 83-Jährigen
Bild: Anhänger*innen des wiedergewählten Präsidenten feiern in den Straßen …
Aus Abidjan Helena Kreiensiek
Eine Visagistin eilt auf die Bühne. Mit einem letzten Tupfer Puder nimmt
sie dem Präsidenten der ivorischen Wahlkommission CEI, Ibrahim Kuibiert
Coulibaly, und CEI-Pressesprecher Émile Ébrottie den letzten Glanz von der
Stirn. Noch ein prüfender Blick in die Kamera, dann wenden sich die beiden
den wartenden Journalistinnen und Journalisten zu.
Was Coulibaly zu sagen hat, überrascht niemanden: Alassane Ouattara, seit
2011 Präsident der Elfenbeinküste, wird ein viertes Mal das Land an der
Westküste Afrikas leiten.
Mit 89,77 Prozent ist der 83-Jährige nach den vorläufigen Ergebnissen der
CEI bei den Präsidentschaftswahlen am 25. Oktober in der Elfenbeinküste
[1][wiedergewählt worden]. „Eine historische Volksabstimmung!“, feierte die
Regierungspartei RHDP den Sieg Ouattaras, die Elfenbeinküste habe sich für
Kontinuität und Entwicklung entschieden.
Der Zweitplatzierte, Jean-Louis Billon, folgt weit abgeschlagen mit 3,09
Prozent. Es ist ein eindeutiges Ergebnis – und dennoch kein Mandat, das auf
breiter Unterstützung basiert. 8,7 Millionen Wahlberechtigte waren
aufgerufen, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Lediglich 50 Prozent
davon suchten jedoch am Samstag ein Wahlbüro auf.
„Für die Elfenbeinküste ist das eine gute Beteiligung“, sagt Georges
Ibrahim Toungara von der „Fondation pour la Démocratie et le Développement�…
(FDD). Die ivorische Stiftung setzt sich für politische Bildung ein und
hatte am Samstag auch [2][Wahlbeobachtungen] durchgeführt.
Lediglich 2010 lag die Wahlbeteiligung bei mehr als 80 Prozent, berichtet
Toungara. Das Jahr, in dem Alassane Ouattara erstmals gewählt wurde und
der amtierende Präsident Laurent Gbagbo seinen Machtverlust monatelang mit
Gewalt zu verhindern versuchte. Mehr als 3.000 Menschen starben im Zuge der
Ausschreitungen, über Monate herrschten auch in der Wirtschaftsmetropole
Abidjan bürgerkriegsähnliche Zustände. Seither schwanke die Wahlbeteiligung
in der Regel zwischen 30 und 40 Prozent, ergänzt Toungara.
Die Explosionskraft der [3][Wahlen von 2010] ist bis heute unvergessen.
Viele Menschen verließen am Wahltag kaum ihr Viertel, manche blieben ganz
zu Hause. Auch wenn es diesmal ruhig blieb, war die Vorsicht am Samstag
spürbar.
Während es im Norden, der Hochburg Alassane Ouattaras, eine starke
Beteiligung gab, blieben im Westen und im Zentrum des Landes die Wahlbüros
leer. Beide Regionen sind den Parteien der Politiker Laurent Gbagbo und
Tidjane Thiam treu. Die Oppositionspolitiker waren in einer umstrittenen
Entscheidung von der Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen
ausgeschlossen worden und hatten dazu aufgerufen.
Angesichts dessen blieb es am Wahltag selbst verhältnismäßig ruhig.
Abgesehen von Verzögerungen bei der Öffnung von Wahllokalen habe es in
einigen Ortschaften Versuche gegeben, Wahlmaterial zu zerstören. Die
ivorische Menschenrechtskommission CNDH bezifferte am Montag die Zahl der
Toten auf sechs in der gesamten Wahlperiode. Eine vergleichsweise niedrige
Zahl. Entsprechend erleichtert zeigte sich CNDH-Präsidentin Namizata
Sangaré bei einer Pressekonferenz, dass die Wahlen weitestgehend gut
verlaufen waren.
Oppositionspolitiker Jean-Louis Billon gratulierte Präsident Ouattara
bereits am Sonntag zu seinem eindeutigen Wahlsieg, auch Gegenkandidatin
Simone Ehivet Gbagbot schloss sich den Glückwünschen nach der Verkündung
der Ergebnisse an. Des Weiteren hatten der ehemalige Regierungssprecher
Ahoua Don Mello und die Ex-Familienministerin Henriette Lagou kandidiert.
Die Resultate werden nun an das ivorische Verfassungsgericht übermittelt.
Dieses hat fünf Tage Zeit, um die Ergebnisse zu überprüfen und zu
bestätigen. Es ist nicht davon auszugehen, dass es zu einer Anfechtung
kommt.
29 Oct 2025
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## AUTOREN
Helena Kreiensiek
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