| # taz.de -- Und noch ein Schlag gegen rechts | |
| > Einordnung der sächsischen AfD als „gesichert rechtsextrem“ wird laut | |
| > Verwaltungsgericht beibehalten | |
| Von David Muschenich | |
| Das Verwaltungsgericht Dresden hat einen Eilantrag der AfD Sachsen | |
| abgelehnt, mit dem die Partei verhindern wollte, dass der sächsische | |
| Verfassungsschutz sie als „gesichert rechtsextrem“ einordnet und | |
| beobachtet. Wie das Gericht am Dienstag veröffentlichte, gebe es genügend | |
| Anhaltspunkte, die die Einschätzung des Verfassungsschutzes rechtfertigten. | |
| Ziele der AfD richteten sich demnach „gegen die Menschenwürde bestimmter | |
| Personengruppen sowie gegen das Demokratieprinzip“, bestätigte das | |
| Verwaltungsgericht Dresden. Sie wolle zum Beispiel deutschen | |
| Staatsangehörigen mit Migrationshintergrund nur einen rechtlich | |
| abgewerteten Status zuerkennen. | |
| Sowohl führende Mitglieder der AfD als auch Mitglieder der Basis stellten | |
| öffentlich Grundrechte infrage. Zudem sei eine Zusammenarbeit mit | |
| rechtsextremen Organisationen nachweisbar, die sich unter anderem | |
| antisemitisch äußerten – so trat etwa der bisherige Compact-Chefredakteur | |
| Jürgen Elsässer mehrfach bei Veranstaltungen der AfD auf. Insofern sei es | |
| rechtens, dass der Verfassungsschutz in Sachsen den Landesverband als | |
| gesichert rechtsextreme Bestrebung einstufe. | |
| Die Behörde veröffentlichte im Dezember 2023, die AfD sei eine „gesichert | |
| rechtsextreme Strömung“. Sachsens AfD-Verband war nach Thüringen und | |
| Sachsen-Anhalt der dritte Landesverband mit einer solchen Einstufung. | |
| Die AfD hatte im Januar die Klage dagegen beim Verwaltungsgericht Dresden | |
| eingereicht. Außerdem beantragte die Partei, dass das Gutachten | |
| veröffentlicht werde. Jörg Urban, Chef der sächsischen AfD, behauptete, | |
| seine Partei stelle die freiheitlich-demokratische Grundordnung gar nicht | |
| in Frage. | |
| In diesem Jahr stand die AfD zum ersten Mal als „größte und relevanteste | |
| rechtsextremistische Partei“ des Freistaats im sächsischen | |
| Verfassungsschutzbericht. Demnach versuche sie, sich weiterhin einen | |
| bürgerlichen Anstrich zu geben, um möglichst viele Stimmen zu bekommen. | |
| Gleichzeitig verwende sie aber „ideologische Kampfbegriffe“ und pflege | |
| Kontakte zu anderen Rechten. Wenn das entlarvt werde, „schaltet die Partei | |
| in eine strategische Opferrolle um“ und leugne oder verharmlose Aussagen. | |
| In Sachsen wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt. Die AfD lag in | |
| Umfragen zuletzt bei etwa 30 Prozent und damit knapp vor der CDU. Die | |
| Entscheidung des Verwaltungsgerichts Dresden ist noch nicht rechtskräftig: | |
| Die AfD kann dagegen Beschwerde beim sächsischen Oberverwaltungsgericht in | |
| Bautzen einreichen. | |
| 17 Jul 2024 | |
| ## AUTOREN | |
| David Muschenich | |
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