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Bild: So stellte sich Claude-Nicolas Ledoux 1785 das Bauernhaus der Zukunft vor…
Morgens aus dem rechteckigen Bett in die quaderförmige Dusche steigen und
dann an den quadratischen Frühstückstisch: Wir sind umgeben von Ecken,
Winkeln und Kanten. Pythagoras wäre stolz auf unsere Leidenschaft für
rechteckiges Design. Aber warum ist das eigentlich so? Warum nicht einfach
in Kugeln wohnen? Das fragte sich wohl auch der Franzose Claude-Nicolas
Ledoux, der 1785 für seine Fantasistadt Chaux ein Haus in Kugelform
zeichnete. Bis jemand seine Idee realisierte, vergingen fast 150 Jahre.
[1][Das weltweit erste Kugelhaus entstand 1928 in Dresden] – in nur acht
Wochen Bauzeit. Es war Teil der Ausstellung „Die Technische Stadt“, die
über 1,8 Millionen Besucher anlockte. An der Fassade und in den fünf
Stockwerken des Hauses warben unter anderem Energiefirmen für ihre
Produkte. Auf knapp dreißig Metern Höhe lag im obersten Geschoss das „Café
Kugelhaus“, von dem die Besucher gute Sicht auf das Ausstellungsgelände
hatten. Nur zehn Jahr später wurde die Kugel wieder abgerissen, weil sich
kein Käufer fand. Auch seither konnten sich ballförmige Bauten kaum
durchsetzen – trotz spektakulärer Ausnahmen, wie den [2][„Bolwoningen“] …
den Niederlanden, in denen seit 1984 Menschen wohnen. Mittlerweile stehen
die 50 Kugelhäuser mit je 55 Quadratmetern unter Denkmalschutz. In Serie
sind solche Wohnkugeln nie gegangen: An einer Straße aufgereiht würden sie
einfach zu viel Platz wegnehmen. Zudem ist es viel komplizierter,
Fensterglas und Möbel abzurunden, als die uns wohlbekannten flachen und
eckigen Varianten zu verwenden. Benjamin Fischer
17 Feb 2024
## LINKS
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kugelhaus_(Dresden)
[2] https://parametric-architecture.com/bolwoningen-living-in-spherical-homes/
## AUTOREN
Benjamin Fischer
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