| # taz.de -- PSM: Farbkörper Rot: Daniel Lergon und die Materialität der Malsu… | |
| Bild: Daniel Lergon, Rotverschiebung, Installationsansicht von „Untitled“, … | |
| Es ist nicht nur ihrer Dimension von je zwei Metern Höhe zu verdanken, dass | |
| die in Rot changierenden Gemälde, die Daniel Lergon derzeit bei [1][PSM] | |
| zeigt, wie ein körperliches Gegenüber wirken. Was Lergons Ausstellung | |
| „Rotverschiebung“ zu einem klaren Highlight des vergangenen Gallery Weekend | |
| macht, ist, wie er die Malsubstanz selbst zum Gegenstand seiner Arbeit | |
| erklärt, die Materialität der Ölfarbe herauskehrt, sie an vielen Stellen | |
| immer wieder ins Dreidimensionale faltet. Dabei verwendet er einen einzigen | |
| Rotton als Ausgangspunkt, Alizarin Chrimson, der jedoch, je nach dem wie | |
| die Malfarbe verarbeitet ist, unzählige Varianten der Helligkeit und | |
| Dunkelheit durchläuft. Durch Schichtung verdichtet, erscheint das Alizarin | |
| Chrimson tiefdunkelrot oder aber es ist bis fast ins Transparente verdünnt | |
| bzw. ausgestrichen, sodass es im leichten Rosa auf der Leinwand schwebt. | |
| Neben der Flüssigkeit der Ölfarbe und der körperlichen Geste des Stapelns | |
| und Ausstreichens ist also die Farbe der Farbe spürbar in den Arbeiten | |
| gespeichert. Die wunderbare Doppeldeutigkeit, die dem Wort „Farbe“ in der | |
| deutschen Sprache innewohnt und sowohl Farbigkeit als auch Malsubstanz | |
| bezeichnet, transportiert sich hier so expandierend und spielerisch, wie | |
| man es sonst von Lynda Benglis’ amorphen Farbkörpern kennt, die über Böden | |
| fließen oder aus Wänden in den Raum wachsen. „Rotverschiebung“ ist eine | |
| spürbare Fortführung eines solchen experimentierenden Denkens über die | |
| Materialität der Malsubstanz, die man so viel zu selten sieht. nym | |
| 9 May 2019 | |
| ## LINKS | |
| [1] http://www.psm-gallery.com/ | |
| ## AUTOREN | |
| Noemi Molitor | |
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