# taz.de -- heute in bremen : „Eindrücke durch winzige Schlüssellöcher“ | |
taz: Herr Berthold, warum brauchen Miniaturen ein Festival? | |
Stefan Berthold: Viele Künstlerinnen und Künstler erarbeiten ihre Skizzen | |
im stillen Kämmerlein. Bei Menschen, die im Literatur- oder Theaterbereich | |
tätig sind, bleiben diese häufig unveröffentlicht. Genau für diese Skizzen | |
möchten wir ihnen Raum geben. | |
Was hat es dabei mit der „gewollten Winzigkeit“ auf sich? | |
Mit der Ausstellung möchten wir Menschen die Möglichkeit geben, sich neuen | |
kreativen Eindrücken zu öffnen. Es braucht Zeit, sich auf die Miniaturen | |
einzulassen und die Kleinigkeiten zu fokussieren. Metaphorisch gesprochen | |
lässt sich der Besuch im Theaterkontor mit einer Wanderung durch ein | |
Labyrinth vergleichen: Vom Keller bis zum Hinterhof kann man sich auf die | |
Suche nach Schränken machen, in die man Eindrücke durch winzige | |
Schlüssellöcher bekommt. | |
Was ist das Besondere an der Ausstellung in diesem Jahr? | |
Bei bei der letzten Ausstellung haben wir erstmals ein Thema vorgegeben. | |
Das wurde dieses Jahr auch wieder gemacht – es lautet „Erinnerungen“. Aber | |
nicht generelle, sondern eben persönliche Erinnerungen. Wir haben Schränke | |
und Kommoden gespendet bekommen, welche die Kunstschaffenden unter | |
Berücksichtigung der Möbel-Architektur mit Inhalten füllen sollten. | |
Welche künstlerischen Formen sind vertreten? | |
Mal wurde der Kleiderschrank zu einem Wohnzimmer umgestaltet, ein anderes | |
Mal zu einem kleinen privaten Erinnerungsraum. Ganz besonders ist der | |
Keller mit dem „Jubilarium“. Zum 40-jährigen Bestehen des Theaterkontors | |
haben wir die Künstlerinnen und Künstler gebeten, ein Erinnerungsstück an | |
das Kontor mitzubringen, um diese auszustellen. | |
Interview Paulina Hemesath | |
14 Oct 2017 | |
## AUTOREN | |
Paulina Hemesath | |
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