| # taz.de -- Keine Mieterhöhung?Nur auf Antrag! | |
| > DegewoDie Wohnungsbau-gesellschafterhöht die Miete – auf ihre Art | |
| Eigentlich ist ja alles klar. Wer in einer der 300.000 Wohnungen der | |
| landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften wohnt, muss drastische | |
| Mieterhöhungen nicht fürchten. 2 Prozent im Jahr oder 8 Prozent in vier | |
| Jahren. So steht es in der Kooperationsvereinbarung, die der Senat und die | |
| sechs landeseigenen Gesellschaften unterzeichnet haben. Bausenatorin Katrin | |
| Lompscher (Linke) hatte die Vereinbarung Anfang April vorgestellt. | |
| Wie die landeseigene Degewo diese Vereinbarung interpretiert, ist nun einem | |
| Schreiben zu entnehmen, das die Gesellschaft an Mieterinnen und Mieter in | |
| Marzahn verschickt hat. In dem Brief, der der taz vorliegt, heißt es | |
| wörtlich: „Die Mieter, die eine Nettokalt-Mieterhöhung […] erhielten, die | |
| über acht Prozent in den vergangenen vier Jahren […] liegt, können die | |
| Einhaltung dieser Kriterien beantragen.“ Per Fax, E-Mail oder Schreiben | |
| möge man sich an das Mietenmanagement in der Mehrower Allee wenden, heißt | |
| es. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen: „Die Kooperationsvereinbarung | |
| begründet keine Rechtsansprüche.“ | |
| Auf Nachfrage der taz will weder die Degewo noch die Verwaltung von | |
| Bausenatorin Lompscher darin etwas Verwerfliches sehen. Weil die seit 1. | |
| Januar verlangten Mieterhöhungen auch unter der nun vereinbarten | |
| Kappungsgrenze liegen können, so Behördensprecherin Petra Rohland, „wurde | |
| von der Degewo das Verfahren gewählt, ihren Mieter*innen mit | |
| Mietanpassungsbescheid eine Überprüfung der Höhe der Mietsteigerung auf | |
| Antrag anzubieten“. | |
| Ganz anders sieht das der Sprecher des Mietenvolksentscheids, Rouzbeh | |
| Taheri. „Wenn man Anträge stellen muss, gibt es immer die Gefahr, dass das | |
| welche nicht tun.“ Er hat das Thema nun der Anstalt öffentlichen Rechts | |
| übergeben, die die landeseigenen Gesellschaften kontrollieren soll. | |
| Uwe Rada | |
| 20 Apr 2017 | |
| ## AUTOREN | |
| Uwe Rada | |
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