| # taz.de -- | |
| ## Online zuerst | |
| An manchen Tagen könnte man auf die Idee kommen, die taz sei ein normales | |
| Unternehmen. Immerhin gibt es Abteilungen, Zuständigkeiten, Verträge, | |
| Arbeitszeiten, einen Betriebsrat und auch Führungspositionen, deren | |
| Autorität gelegentlich sogar respektiert wird. Dann wiederum gibt es Tage, | |
| an denen deutlich spürbar ist, dass die taz aus linken Strukturen | |
| hervorgegangen ist. Einige davon existieren noch heute: So gut wie alles | |
| ist diskutabel, von so gut wie jedem, zum Teil jeden Tag aufs Neue. Das | |
| betrifft Texte und Themen, aber auch: Textlängen, Themenzuschnitte, sogar | |
| Fotos und Anzeigen. Das ist schön demokratisch, manchmal aber auch herrlich | |
| ineffizient. | |
| In diesen Wochen stellen wir auf ein neues Produktionsmodell um. Die | |
| Ressorts sollen künftig erst einmal schreiben und redigieren, bevor sie | |
| ihre nunmehr ungedruckt bleibenden Seiten planen, gegebenenfalls Texte auch | |
| gleich online veröffentlichen. Auf den E-Paper-Seiten werden Texte erst | |
| später platziert, Anzeigen werden fest vergeben. Das tägliche Feilschen um | |
| für Außenstehende kryptische Fragen wie „Wer nimmt die 6/107?“ oder „Wo | |
| wäre noch Platz für eine 2/140?“ entfällt. | |
| Mit anderen Worten: Es ist auf wundersame Weise ein Quantum Struktur | |
| eingekehrt in einen Laden, der Strukturen sonst nicht gerade begeistert | |
| annimmt. Aber keine Sorge, liebe Leser*innen, ich kann Ihnen aus erster | |
| Hand versichert: Normal ist in der taz auch weiterhin fast nichts. | |
| Konstantin Nowotny | |
| 28 Oct 2025 | |
| ## AUTOREN | |
| Konstantin Nowotny | |
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