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# taz.de -- corona in bremen: „So ein Körper ist wesentlich stärker belaste…
Interview Dana Ehlert
taz: Herr Haar, was bedeutet die Therapiepause für Rheuma-Erkrankte?
Bernd Haar: Nichts Gutes: Die Bewegung ist so dringend nötig! Unsere
Mitglieder sind es gewohnt, regelmäßig ihre Therapie zu machen. Durch die
Zwangspause hat ihre Mobilität gelitten. Ich könnte mir auch vorstellen,
dass einige verstärkt zu Schmerzmitteln gegriffen haben. Für die
Betroffenen ist das eine schwierige Situation. Deshalb wollen sie so früh
wie möglich wieder an den Kursen teilnehmen.
Inwieweit waren Therapien während des Lockdowns noch möglich?
Durch die Coronakrise mussten wir das Programm vollständig auf Null fahren.
Das betraf das gesamte Funktionstraining. Am Anfang haben sich die
Mitglieder damit arrangiert.
Was können Sie jetzt wieder anbieten?
Wir haben keine eigenen Räumlichkeiten. Deshalb sind wir darauf angewiesen,
dass uns unsere Partner ihre Räumlichkeiten wieder zur Verfügung stellen.
Die persönliche Beratung in unserer Geschäftsstelle ist aber schon ab
dieser Woche wieder möglich. Ratsuchende müssen sich vorher telefonisch
anmelden, um Personenansammlungen zu vermeiden. Die Trockengymnastik
startet dann in der nächsten Woche. Yoga wird im Live-Stream für die
Mitglieder zur Verfügung gestellt. Auch das Nordic Walking findet wieder
statt. Die Teilnehmer können dabei aber nur ihre eigenen Walking-Stöcke
benutzen. Auch hier wird darauf geachtet, dass alle die Sicherheitsabstände
einhalten.
Was gilt es bei Gruppentherapien sonst noch zu beachten?
Die Mitglieder dürfen sich beispielsweise nicht vor Ort umziehen und müssen
in Sportkleidung kommen. Aus Sicherheitsgründen muss jedes Kursmitglied 20
Quadratmeter für sich haben. Das bereitet Probleme, die Gruppen wie gewohnt
fortzuführen. Der Raum muss komplett geleert sein, bis ihn die nächste
Gruppe betreten darf. Dazwischen müssen 15 Minuten vergehen und der Raum
sollte gelüftet werden.
Wie sieht es mit der Warm-Wasser-Therapie aus?
Die Warm-Wasser-Gymnastik kann noch nicht stattfinden. In Bremen sind die
Bremer Bäder der größte Anbieter. Es ist noch nicht klar, wann unsere
Gruppen dort wieder trainieren können. Auch zu den nötigen Schutzregelungen
sind noch keine klaren Aussagen gefallen. Es wird aber schwer, die
Sicherheitsabstände einzuhalten.
Gehören Rheuma-Erkrankte zur Corona-Risikogruppe?
Ja, durch die Bank. Ein großer Teil der Mitglieder ist 60 oder älter. Die
Einnahme von Medikamenten kann das Immunsystem schwächen. So ein Körper ist
wesentlich stärker belastet als der eines jungen, gesunden Menschen.
Wie steht es um die Rheuma-Liga?
Die Rheuma-Liga ist ein eingetragener Verein. Wir haben keinen
Rettungsschirm.
11 Jun 2020
## AUTOREN
Dana Ehlert
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