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# taz.de -- die dritte meinung: Wir brauchen ein Wirtschaftsforum, das soziale …
Seit Dienstag treffen im schweizerischen Davos wieder Staats- und
RegierungschefInnen auf KonzernlenkerInnen und andere „EntscheiderInnen“.
Sie geben sich beim sogenannten Weltwirtschaftsforum (WEF) tief besorgt
über den Zustand der Welt und diskutieren wirtschaftliche Fragen.
Tatsächlich benennen die vorab veröffentlichten WEF-Reports zentrale
globale Probleme wie die zunehmende soziale Ungleichheit und steigende
Umweltrisiken – teilweise mit Formulierungen, die gar attac-Papieren
entnommen sein könnten. Doch die ideologischen Scheuklappen der WEF-Autoren
führen zu völlig widersinnigen Lösungsvorschlägen. Statt die Notwendigkeit
eines sozialökologischen Umbaus anzuerkennen, wollen sie die verheerenden
Folgen des neoliberalen Wachstumswahns ausgerechnet mit noch mehr
Wirtschaftswachstum bekämpfen. Das ist absurd.
Die Öffentlichkeit bekommt eine Show geboten. Im eigentlichen Forum werden
Hunderte Vorträge und Referate gehalten, die folgenlos bleiben.
PolitikerInnen halten flammende Reden und einige reiche Menschen erzählen,
mit wie vielen Millionen Dollar sie Gutes tun. Und alle bekunden voller
Überzeugung, dass sie mit vollem Einsatz Armut und Ungleichheit bekämpfen
und die Umwelt schützen.
Hinter den Kulissen werden derweil die wirklich wichtigen Dinge besprochen:
Wie man Regierungen dazu bringt, die Steuerlast für Unternehmen zu senken.
Wie Gewerkschaften aus den Betrieben vertrieben werden können, um die Löhne
niedrig zu halten. Und warum man leider wegen des Renditedrucks nichts für
die Umwelt tun kann.
Deshalb brauchen wir ein anderes Davos. Ein echtes Weltwirtschaftsforum,
das über alternative Lösungen für die ökologischen und sozialen Probleme
ernsthaft debattiert. Wenn wir ein stabiles Ökosystem erhalten und zu einer
Gesellschaft werden wollen, in der Gemeinwohl und individuelle Entfaltung
sich gegenseitig bedingen, führt an der Diskussion über eine
sozialökologische Transformation unserer Wirtschaft kein Weg vorbei.
24 Jan 2018
## AUTOREN
Alfred Shilongo
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