# taz.de -- Geld ist da, gebt es aus! | |
> Die Konjunkturforscher des IMK erwarten weiter Wirtschaftswachstum und | |
> raten zu mehr Investitionen. Steuersenkungen halten sie für | |
> kontraproduktiv | |
Von Alexander Wenzel | |
Dauerhaft höhere öffentliche Investitionen fordern die Ökonomen des | |
gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung | |
(IMK). Der finanzielle Spielraum dafür wäre da: Für 2018 erwartet das IMK | |
einen gesamtstaatlichen Budgetüberschuss von rund 45 Milliarden Euro. „Wir | |
haben gute Voraussetzungen dieses Jahr, aber auch noch viel zu tun“, sagte | |
IMK-Direktor Gustav Horn zum am Mittwoch in Berlin vorgestellten | |
Jahresausblick des Instituts. | |
Ein weiterhin kräftiges Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts von | |
2,3 Prozent „schafft Raum für einen Politikwechsel“, heißt es im Gutachte… | |
Seit 2012 ist die öffentliche Investitionsquote trotz guter | |
Wirtschaftszahlen kaum gestiegen. Jetzt sei es an der Zeit, den | |
finanziellen Spielraum zu nutzen und den Investitionsstau anzugehen. | |
Vor allem sollten finanziell bedürftige Kommunen entlastet werden, fordern | |
die Ökonomen des IMK. Sie schlagen vor, dass der Bund dazu einen | |
Tilgungsfonds für Altschulden schafft. Zudem müssten Bund und Länder die | |
Kommunen noch stärker bei den Sozialausgaben entlasten. | |
Was die vor allem von Wirtschaftsseite geforderten „Steuerentlastungen“ | |
betrifft, rät das Institut dazu, „eine Politik vorsichtiger Entlastungen | |
massiven Senkungen vorzuziehen“. Denn um den Nachholbedarf bei den | |
Investitionen anzugehen, dürfe die finanzielle Basis der öffentlichen Hand | |
nicht wieder geschwächt werden. Besonders gelte das für die Abschaffung des | |
Solidaritätszuschlags, die die FDP will. Diese wäre mit jährlichen | |
Steuerausfällen von 20 Milliarden Euro viel zu teuer, schreiben die | |
IMK-Forscher. Auch würde die Abschaffung hauptsächlich dem | |
einkommensstärksten Fünftel der deutschen Haushalte zugute kommen. | |
Sorgen bereitet den Wissenschaftlern das „Aufkeimen | |
nationalistisch-völkischer Politikvorstellungen“ in den USA und auch Europa | |
– inklusive Deutschland. Doch ein Rückzug ins Nationale könne keine Lösung | |
sein. Stattdessen plädiert das IMK für eine Vertiefung der europäischen | |
Integration. | |
meinung + diskussion | |
4 Jan 2018 | |
## AUTOREN | |
Alexander Wenzel | |
## ARTIKEL ZUM THEMA |