# taz.de -- Köln: Frauen von der Polizei vernommen | |
KÖLN taz | Die Vorwürfe befanden sich zwei Tage im luftleeren Raum. Doch am | |
Freitagnachmittag machten Frauen aus der Flüchtlingsunterkunft in Köln zu | |
den angeblichen sexuellen Übergriffen Aussagen gegenüber der Polizei. „Wir | |
überprüfen derzeit, ob es sich um Zeuginnen handelt oder ob ihr Wissen | |
wieder nur vom Hörensagen stammt“, sagte ein Polizeisprecher der taz. Zum | |
Inhalt der Aussagen konnte er keine Angaben machen. Die Befragungen wurden | |
in separaten Räumen durchgeführt, „ohne dass Dritte zuhören oder zusehen | |
können“. Die Befragungen würden hauptsächlich durch Beamtinnen und | |
Dolmetscherinnen durchgeführt. | |
Anlass ist der Vorwurf von Frauen aus der Unterkunft, Mitarbeiter des | |
Sicherheitsdienstes hätten Bewohnerinnen unter anderem im Duschraum sexuell | |
belästigt. Die Vorwürfe hatte die Unterstützergruppe „Dignity for Refugees… | |
öffentlich gemacht. Die autonome Gruppe hatte den Flüchtlingen beim | |
Aufsetzen eines offenen Briefes geholfen. Es sei ihr Ziel gewesen, für die | |
Aussagen der Frauen einen geschützten Raum zu schaffen, sagte ein Sprecher | |
von „Dignity for Refugees“ gegenüber der taz. Ausschlaggebend für den | |
Schritt in die Öffentlichkeit sei ein Hungerstreik gewesen, in den einige | |
Bewohner der Unterkunft vor einer Woche getreten waren. | |
Im Verlauf des Donnerstags waren erhebliche Zweifel an der Version der | |
Frauen und an den Motiven von „Dignity for Refugees“ aufgekommen. Denn eine | |
erste Befragung von über 50 Bewohnerinnen durch die Polizei hatte keine | |
Hinweise auf Opfer oder Zeugen von sexuellen Übergriffen ergeben. Dennoch | |
hielten drei Frauen bei einem Treffen mit Journalistinnen am | |
Donnerstagabend die Vorwürfe aufrecht. Bernhard Krebs | |
20 Feb 2016 | |
## AUTOREN | |
Bernhard Krebs | |
## ARTIKEL ZUM THEMA |