# taz.de -- Gemeinsame Griechenland-Resolution: SPD enthält sich, Grüne stimm… | |
> Die Verhandlungen zwischen Schwarz-Gelb und der SPD über eine gemeinsame | |
> Griechenland-Resolution sind geplatzt, weil Schwarz-Gelb keine | |
> Finanztransaktionssteuer wollte. | |
Bild: Weil Schwarz-Gelb keine Finanztransaktionssteuer versprechen wollte, enth… | |
Die Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition über eine gemeinsame | |
Griechenland-Resolution sind am Donnerstag doch noch geplatzt. Damit | |
zeichnet sich ab, dass sich die SPD am Freitag bei der Abstimmung über die | |
Milliardenhilfen für Griechenland enthalten wird. Gefährdet sind die | |
Griechenland-Hilfen aber nicht - die Regierungskoalitionen von Union und | |
FDP haben Zustimmung signalisiert, ebenso die Grünen. Die Linksfraktion | |
lehnt das Vorhaben ab. | |
EU und Internationaler Währungsfonds (IWF) hatten sich darauf geeinigt, | |
Griechenland in den kommenden drei Jahren Hilfskredite in Höhe von 110 | |
Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen, um das überschuldete Land vor dem | |
Bankrott zu retten. Deutschland soll, gemäß seiner Größe, den Löwenanteil | |
der Hilfe der Eurostaaten stellen, nämlich 22,4 Milliarden Euro. | |
Für Unmut hatten am Donnerstag Details des Hilfspakets gesorgt, die sich | |
für Deutschland nachteilig auswirken können. Danach sollen reichere | |
Euroländer einspringen, wenn sich ein Helferland das Geld für den Notkredit | |
zu einem höheren Zinssatz borgen muss, als Griechenland für die | |
Euro-Darlehen zahlen muss. | |
Knackpunkt für die SPD, dem Rettungsplan nicht zuzustimmen, ist ihre | |
Forderung nach einer internationalen Finanztransaktionsteuer, bei der bei | |
jeder Finanztransaktion eine Steuer von 0,05 Prozent anfallen soll. Die FDP | |
sperrt sich dagegen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beurteilt | |
eine solche Steuer skeptisch; sie hält sie für international nicht | |
durchsetzbar. | |
Gleichzeitig hat die SPD den Grünen wegen ihrer frühzeitigen Zustimmung zu | |
den Griechenland-Plänen "Eilfertigkeit" gegenüber Union und FDP | |
vorgeworfen. | |
Die Grünen-Abgeordneten sprachen sich in einer Fraktionssitzung am | |
Donnerstag mit großer Mehrheit dafür aus, der deutschen Griechenland-Hilfe | |
im Bundestag zuzustimmen. Im Anschluss erklärte der Fraktionsvorsitzende | |
Jürgen Trittin, zwar kritisiere seine Partei das lange Zögern der | |
Bundeskanzlerin, bevor sie schließlich den Finanzhilfen für Griechenland | |
zugestimmt habe. "Dennoch: Wir nehmen zur Kenntnis, dass das, was wir seit | |
sechs Wochen fordern, endlich eintritt." | |
Die Vergabe von Krediten sei "die Voraussetzung, um diese Lösung politisch | |
gestalten zu können." Daher stimme seine Fraktion den Griechenland-Hilfen | |
zu. Die Linksfraktion lehnt die Pläne der Bundesregierung für die | |
Griechenland-Hilfe ab. "Griechenland muss geholfen werden, aber nicht so", | |
sagte der Chefvolkswirt der Fraktion, Michael Schlecht. "Die Lösung der | |
Regierung verschlimmert das Problem." | |
Das Sparpaket führe zu einer massiven Verschlechterung der | |
Lebensbedingungen der Griechen und zu einer Senkung der Binnennachfrage. | |
Stattdessen müssten in Griechenland die Rüstungsausgaben gesenkt und | |
Millionäre konsequent besteuert werden. Denkbar sei auch ein dreijähriges | |
Schuldenmoratorium für Griechenland. | |
6 May 2010 | |
## AUTOREN | |
M. Lohre | |
R. Rother | |
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